Spider-Man 3

Review
Plattform
XBOX 360
Vertrieb
Activision
Entwickler
Treyarch
Erscheinungsdatum
-
Genre
Andere
USK
12
Spider-Man 3 [X360 , looki.de]

Gesamtwertung

78%/10

Grafik

Gut

Sound

Gut

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Gut

Spider-Man 3

Alles neu macht der Mai. Getreu des alten Sprichworts beginnt der Wonnemonat mit einem absoluten Blockbuster. Spider-Man geht in die dritte Runde. Da gehört es schon zum guten Ton und natürlich auch zur Merchandising-Maschinerie, dass es ein Spiel zum Film gibt. Uns so steht nun, pünktlich zum Start von Spider-Man 3, das Videospiel in den Händler-Regalen. Im Kampf gegen das ultimative Bösewichter-Triumvirat sind wir für euch mit Peter Parker alias Spider-Man durch die Strassen von New York gezogen um zu schauen, ob der neue Spider-Man hält, was der Film verspricht: Action und Spezial-Effekte vom Feinsten.

Die andere Seite des Ichs

Für diejenigen unter euch, die den Film noch nicht gesehen haben, sei kurz die Handlung zusammengefasst, auf der auch das Spiel hauptsächlich basiert. Peter Parker, das menschliche Alter Ego von Spider-Man befindet sich auf dem Höhepunkt seines Ruhmes. Endlich genießt er das Ansehen bei der New Yorker Bevölkerung und auch seine Herzallerliebste Mary Jane steht voll und ganz zu ihrem Superhelden. Die bösen Widersacher scheinen besiegt – Zeit also für einen Heiratsantrag, so denkt sich Peter. Doch erstens kommt alles mal wieder anders und zweitens als Peter und Mary es sich denken. Tief unter den Strassen New Yorks schlummert ein dunkles Etwas. Eine Masse, die aus einem Meteoriten stammt, der auf der Erde eingeschlagen ist, benutzt Parker als Wirt und verändert ihn und verleiht ihm, in Form eines schwarzen Anzugs, ungeheure Kraft. In all seinem Kräftewahn, scheint Parker allerdings die Kontrolle über sich selbst zu verlieren. So kämpft Peter nicht nur gegen das Verbrechen innerhalb des Big Apples, sondern gegen das Böse in sich. Dummerweise kommen ihm auch noch die aus dem Film bekannten Bösewichter wie Sandman, Eddie Brock alias Venom und der neue Kobold Harry Osborn, der sich nach dem Tod seines Vaters an Spider-Man rächen will, in die Quere.

Spidey kehrt seinen Freunden mehr und mehr den Rücken zu, da ihn die neue Seite seiner Selbst viel mehr fasziniert, als sein altes Leben. Doch Peter Parker und sein Alter Ego scheinen an der Übermacht zu zerbrechen. Fernab von der Story des Films begegnet ihr, wie auch schon in den letzten Spider-Man Spielen, aus den Comics bekannten Schergen wie Scorpion, Rhino oder Kingpin. Jeder Bösewicht hat seinen eigenen Handlungsstrang, unter denen ihr frei wählen dürft.

Superheld in offener Welt

Als vor drei Jahren der Vorgänger, Spider-Man 2 im Handel erschien, überzeugte der Titel auf diversen Konsolen und dem PC vor allem durch seine Vielfältigkeit, viel Freiheit und der daraus resultierenden offenen Welt, in der mehr möglich war, als in den meisten Spielen zuvor. Gewisse Ansätze aus GTA waren nicht von der Hand zu weisen. Auch die Optik der Filmversoftung, konnte weitgehend auf den damaligen Konsolen überzeugen. Nun also ist der dritte Teil im Handel und Entwickler Treyarch, welche bereits mit ihrem Next-Gen-Debüt Call of Duty 3 Erfahrungen sammeln konnten, zeigen, dass sich die positiven Aspekte aus dem Vorgänger noch weiter steigern lassen. Denn eines fällt bereits im oder spätestens nach dem imposanten Intro auf: Peter Parker und Spider-Man machen im dritten Spiel die bislang beste Figur der Spiele-Reihe.

Rot-blau vs. Schwarz

Wer denkt, Treyarch hat alles über Bord geworfen, der irrt. Wie bereits erwähnt, hat man sich die Kritik der Spieler zu Herzen genommen, und statt komplett neuen Spiels das Skelett von Gameplay und Grafik unangetastet gelassen und vielmehr hier und da Verbesserungen vorgenommen. Zwei wesentliche Verbesserungen werden schon zu Beginn des Spiels deutlich.

Zum einen wurde die Steuerung in den Kämpfen ordentlich aufgemöbelt, was im Klartext für euch bedeutet, dass sie – trotz einer gewissen Komplexität – einsteigerfreundlicher ausgefallen ist, als im Vorgänger. Zum anderen gibt es viel mehr Möglichkeiten, Kämpfe zu absolvieren.

In Anlehnung an den Film, ohne ihn komplett nach zu erzählen, schwingt und kämpft ihr euch durch über 40 unterschiedlichen Missionen, ihn denen euch natürlich auch die Charaktere des Films begegnen. Neben den eigentlichen Aufträgen, welche weit vielfältiger ausfallen, als im zweiten Teil, gibt es unzählige Nebenaufträge, welche ihr erledigen könnt, aber nicht unbedingt müsst. Besonders unterhaltsam sind die Aufträge in denen ihr die Stadtteile von diversen marodierenden Gangs befreien sollt. Leider habt ihr aber auch hier schon nach wenigen Spielstunden alles gesehen, da viele Aufträge dem gleichen Grundgerüst folgen.

Interessanter sind da schon die Qicktime-Events, bei denen ihr eine Reihe vorgegebener Buttons im richtigen Moment drücken müsst, damit Spider-Man über große Schluchten springen, seine Gegner besonders spektakulär abschütteln oder effektvolle Moves hinlegen kann. Ähnliche Situation dürften viele von euch bereits aus Resident Evil 4 oder God of War kennen. Während ihr die Kämpfe mit euren Gegnern austragt, leuchtet ab und an über deren Köpfen eine gelbe Faust. In diesem Moment müsst ihr den linken Bumper betätigen, um die Spinnen-Kräfte einzusetzen. So seid ihr in der Lage, einen nicht zu blockenden Konterangriff zu starten und euren Feinden ordentlich eine zu verpassen. Leider ist dieser Konterangriff gerade gegen Gegnerhorden fast nicht einzusetzen, da das Kampfgeschehen manchmal einfach zu hektisch dafür ist. Habt ihr genügend Kämpfe erfolgreich absolviert, schaltet ihr neue Combos frei und dürft sogar mit zwei Spinnen-Seilen durch die Luft wirbeln. Eine Combo-Leiste ermöglicht euch zusätzliche actionreiche Moves. Eine weitere neue Option ist der Spinnen-Blick mit dem ihr durch Mauern sehen könnt und Spuren findet, die für das bloße Auge nicht auszumachen sind.

Ein weiterer Höhepunkt des Titels ist die Möglichkeit, mit den verschiedenen Seiten des Super-Helden agieren zu können. Mal müsst ihr als guter Spidey im rot-blauen Outfit eure Aufträge erfüllen.

Dann heißt es im kleinen Schwarzen eure Umwelt zu manipulieren. Das neue Kostüm, welches die dunkle Seite in Spider-Man weckt, erhaltet ihr allerdings erst im späteren Spielverlauf. Mit dem dunklen Spider-Man verbessern sich auch eure Schwing-, Kletter-, und Kampfkünste. Doch nicht nur als Superheld, sondern auch als Reporter Peter Parker, seid ihr unterwegs. Leider trübt die Kameraführung das sonst so gelungene Spiel. Denn gerade in engen Innenräumen bockt sie, sodass ihr nicht immer im richtigen Augenblick das Geschehen im Auge habt. Auch beim Schwingen im Freien, justiert sie sich von selbst nach, sodass ihr des öfteren Probleme mit dem Überblick und platzierten Landungen nach einem Sprung habt.

Damit Spider-Man 3 für alle Spielgruppen gleichermaßen ansprechend ist, haben die Entwickler an zahlreichen Punkten Kontrollpunkte gesetzt. Dank des umfassenden Tutorials, fällt der Einstieg auch recht leicht. Damit ihr euch zurecht findet, hat man auch eine komplette Map von New York, so wie einen interaktiven Wegweiser spendiert, der euch die Richtung anzeigt, in der euer nächstes Ziel liegt. Ihr merkt sicherlich schon, dass das Spiel seinen Vorgängern vom Aufbau her mehr als ähnelt.

Technik vom Feinsten

Damit Spider-Man 3 zeitgemäß erscheint, wurde die Grafikengine des Vorgängers deutlich aufgebohrt. Hier zeigen die Entwickler aus dem Hause Treyarch deutlich, dass sie die Rechen-Power der Xbox 360 im Griff haben. In derartiger Grafikpracht erstrahlten die Wolkenkratzer und Häuserschluchten New Yorks bislang noch nicht. Auch die Charaktere, allen voran der virtuelle Spider-Man, können absolut überzeugen. Wenn sich Spidey durch New York an seinem Spinnen-Seil schwingt, glänzt er durch famose Animationen, die ihn lebendiger denn je erscheinen lassen. Selbiges gilt auch für den Sound des Spiels. Die Synchronsprecher leisten ausgezeichnete Arbeit und auch die musikalische Untermalung überzeugt mit hoher Qualität. Leider findet man die Originalstimmen der Synchronsprecher lediglich in der englischen Version des Spiels. Die Deutsche wurde anderweitig synchronisiert, hört sich aber auch so, bis auf wenige Ausnahmen, gut an.

Fazit

Da haben die Entwickler von Treyarch sich aber ein dickes Lob verdient. Während der Vorgänger noch unter einigen Schwächen litt, kommt Spider-Man 3 in wesentlich besserem Design und deutlichen Gameplay-Verbesserungen daher. Statt ein komplett neues Spiel zu entwickeln, haben die Macher das Grundprinzip verfeinert und hier und da einige verbesserte Optionen hinzugefügt und liefern somit ein rundes und stimmiges Produkt ab. Vor allem die Grafik gepaart mit vielfältigen Einsätzen, einer umfangreichen Räuberhatz und dem Gut-Böse Spiel können punkten. Auch wenn sich etliche Einsätze wiederholen, sind diese bei weitem nicht so trocken und lieblos präsentiert wie in den Vorgängern. Einzig die zickige Kamera kann hier und da etwas für Frust sorgen und hätte noch optimiert werden können. Wer Spider-Man mag, wird viel Gefallen an dem neusten Spiel haben.

Spider-Man 3 [X360 , looki.de]

Ist der Artikel hilfreich? Dann bookmarken Sie ihn bei:

Hilfe?