Gesamtwertung90 %/10 |
Grafik8 Sound9 |
Lanzeitspaß8 Spieleinstieg7 |
Bedienung8 |
Mit The Maw konnten die Jungs von Twisted Pixel im vergangenen Jahr schon einige Freunde gewinnen. Dieses Jahr werden es definitiv mehr, denn was die Entwickler mit Splosion Man abgeliefert haben, ist nichts anderes als eine Spaßbombe im wahrsten Sinne des Wortes. Der Xbox Live Arcade Titel verkörpert all die Qualitäten, die Videospiele noch vor einigen Jahren ausgemacht haben. Er glänzt mit leichter Zugänglichkeit, einem simplen, aber fordernden Spielprinzip und jeder Menge schwarzem Humor.
In Splosion Man seid Ihr das Resultat eines verunglückten Experiments - Ein quängelnder und wahnsinniger Typ in Form eines wandelnden Feuerballs - sozusagen der Knaller auf jeder Party. Eure große Stärke: Explosionen. Ihr nutzt sie, um Euch zu verteidigen oder um waghalsige Sprünge zu meistern. Mit diesen Argumenten müsst Ihr nun aus dem komplexen Labor ausbrechen, was auf den ersten Blick leichter erscheint, als es eigentlich ist. In 50 immer kniffliger werdenden Missionen wird Euer Geschick auf die Probe gestellt. Splosion Man kann insgesamt dreimal detonieren. Danach muss er seine Kräfte wieder aufladen, was nur am Boden möglich ist. So meistert ihr die ersten Levels, in denen Ihr mittels Wall- oder Triplejumps von Plattform zu Plattform schnell zu Ausgang gelangt. Im späteren Verlauf stellen sich dann auch die ersten Gegner in den Weg, die auf die laute Art ausgeschaltet werden wollen, und nutzt Ihr explosive Fässer, um höhere Abschnitte zu erreichen oder um ordentlich Fahrt aufzunehmen.
Prinzipiell ist Splision Man klar auf Trial & Error ausgelegt - Spätestens ab der zehnten Stage muss Euer Timing bei den Sprüngen nahezu perfekt sein und Ihr müsst Euch die Sequenz der vielen sich bewegenden Plattformen einprägen, damit ihr nicht schon wieder verpufft. Zwar habt Ihr unendlich viele Versuche, endlich den Ausgang zu erreichen, und Checkpoints erleichtern Euch den Explosionsalltag, dennoch kann das wirklich fordernde, aber stets faire Leveldesign schnell für erste Frustmomente sorgen.
Solche kurzen Frustmomente gehören aber nunmal zu Spielen wie diesem hier dazu wie der Schinken zum Schwein. Zumal man sie aber gerne in Kauf nimmt, da die Befriedigung bei erfolgreicher Bewältigung der Abschnitte schon sehr erlabend ist. Sehr lobenswert ist die Tatsache, dass Ihr nach dem Bildschirmtod direkt beim letzten Checkpoint abgesetzt werdet und es Ladezeiten nur zwischen den einzelnen Levels gibt.
Da das Hauptaugenmerk in der Einzelspielerkampagne in Splosion Man stark auf Schnelligkeit und Timing liegt, sollte man nicht meinen, dass das Prinzip auch für spaßige Mehrspielerpartien herhalten kann. Der Titel belehrt Euch aber eines Besseren - Es funktioniert. Und zwar großartig. Dass man hier 50 neue auf Knallfroschsprünge ausgelegte Levels spendiert bekommt, die für mehrere Spieler konzipiert sind, trägt natürlich sehr dazu bei. Zusammen mit bis zu drei Mitspielern katapultiert Ihr Euch offline oder online gegenseitig durch die Lüfte und meistert die fordernden Rätsel. Man kann sogar einen kleinen Countdown starten, um sich das Timing zu erleichtern. Die Coop-Partien verliefen während unseres Tests stets flüssig und ohne Lags
Die Präsentation des Spiels trumpft zwar nicht mit übermächtigen Effekten und grafischem Schnickschnack auf, weiß aber durch die lustigen Animationen, einem netten Comic-Look und jeder Menge Charme dennoch zu überzeugen.
Den genial bekloppten Hauptdarsteller nimmt man spätestens nach dem ersten herrlich irren Kauderwelsch-Kommentar in sein gutes Buch "Meine Lieblingscharaktere" auf. Der chaotische Soundtrack unterstreicht wiederum die insgesamt köstlich humorvolle Stimmung des Spiels.
Ich liebe diesen bescheuerten Typ! Wenn ich mit Splosion Man mit einem Affenzahn durch die Korridore flitze, mich dabei von Wänden wegsprenge, von Plattform zu Plattform tänzle und die hilflosen Wissenschaftler zu leckerem Schinken zerlege, schlägt mein altes Zockerherz höher, als bei zwei Kannen Kaffee. In meinen Augen hat es kein Spiel in den letzten Jahren derartig gut geschafft, Tugenden alter Spiele so liebevoll umzusetzen. Das schnelle Gameplay ergänzt sich mit dem abgefahrenen Humor zu einem delikaten Mousse, welches sich erfrischend von dem heutigen öden Spiele-Einheitsbrei abhebt. Ob mich die ab und zu vorkommenden Frustmomente stören? Keinesfalls, die gehören meiner Meinung nach einfach zu einem fordernden Plattformer dazu. Nachdem Twisted Pixel schon mit The Maw gezeigt haben, dass sie ein Händchen für charmante Spiele haben, haben sie sich mit Splosion Man definitiv selbst übertroffen. Das Teil bietet jede Menge Spaß, egal, ob für Einzel- oder Mehrspieler, und ist für mich persönlich einer der großen Anwärter für das Arcade-Game des Jahres. Wer auf der Suche nach einer neuen Sucht ist und schlappe 800 Microsoft Points auf Tasche hat, sollte sich dieses Dynamit von einem Spiel auf keinen Fall entgehen lassen.
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Splosion Man im Test.
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