Gesamtwertung63%/10 |
GrafikGut SoundSehr gut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegBefriedigend |
BedienungGut |
Als sich Publisher Activision im Jahre 1998 die Lizenzrechte an den Star Trek - Spielen bis 2008 sicherte und in der Folgezeit Titel wie Elite Force und Armada regen Anklang bei der Fangemeinde fanden, glaubten viele, dass die Entwicklung kommender Umsetzungen unter einem guten Stern stünden. Doch der Bruch zwischen dem Publisher und dem Medienkonzern Viacom, mit welchem die Vertragsauflösung einherging, schockte die Fangemeinde drei Jahre ohne jede nennenswerte Auskopplung aus dem von Gene Roddenberry geschaffenen Universum folgten. Erst Anfang des letzten Jahres ergatterte die Spieleschmiede Bethesda Softworks die Rechte an kommenden Star Trek Titeln; doch nach den eher schwachen Umsetzungen Star Trek: Encounters und Star Trek: Tactical Assault liegen die Hoffnungen im letzten verbleibenden Titel, der Simulation Star Trek: Legacy, die wir für euch einem Test unterzogen haben.
Captain auf die Brücke!
Wie im Vorfeld angekündigt, ist es möglich in alle fünf Kapitäne der Star-Trek Geschichte zu schlüpfen und deren Ären chronologisch zu durchlaufen.
So steuert man in den ersten Missionen die ursprüngliche Enterprise und kommt einem romulanischen Giftgaskomplott auf die Schliche, wobei im weiteren Verlauf Kirk, Picard, Sisko und Janeway maßgeblich von den Ereignissen der Vergangenheit betroffen sind.
Schade nur, dass die eigentlich gelungene Story durch die abgehackten Übergänge zwischen den Generationen sowie durch mangelnde Cutscenes leidet. Besonders frustrierend für viele Fans ist auch die Tatsache dass die Kapitäne lediglich zu hören, jedoch nie zu sehen sind. Stattdessen wird der rote Faden einzig und allein mit Ingame-Zwischensequenzen, in denen lediglich die herumfliegenden Schiffe sowie das weite Weltall zu sehen und die Synchronstimme des jeweiligen Kapitäns zu hören sind, weitergesponnen.
Geht man näher auf die Missionen ein, so stellt man schnell den hohen Schwierigkeitsgrad bedingt durch das Fehlen von Checkpoints fest.
So muss zum Beispiel eine einstündige Mission komplett wiederholt werden, weil das eigene Schiff in letzter Sekunde doch noch zerstört wurde. Daran werden zwar Strategen Gefallen finden, ist man doch während der Mission eher auf taktisches Geschick und ein glückliches Händchen bei der Auswahl seiner Schiffe bedacht, jedoch schweift der Blick von der eigentlichen Story ab; noch dazu leidet die Langzeitmotivation unter dem lästige Wiederholen von gewonnen geglaubten Levels. Abgesehen von den oberen Kritikpunkten sind die Missionen alles in allem abwechslungsreich gestaltet, sodass auch das Scannen von Planeten, das Abschleppen von beschädigten Schiffen mit dem Traktorstrahl oder auch das Beamen und nicht nur das simple Vernichten von Feinden ein fester Bestandteil der Ziele sind.
Ein weiteres positives Feature im Spiels ist die eigene Flotte, die einerseits aus Schiffen bestehen kann, die missionsbedingt beitreten, oder vor einer Mission in dem Flottenmenü gekauft werden können. Diese haben allesamt verschiedene Eigenschaften, sind verschieden wendig und verschieden groß, sodass entschieden werden muss, ob für den kommenden Level eine wendige Flotte mit geringer Feuerkraft oder eine schussstarke Truppe am besten geeignet ist.
Bezahlt wird übrigens mit Befehlspunkten, welche für jede erfüllte Mission vergeben werden. Leider wünscht man sich auch hier Upgrades, oder die Erweiterbarkeit einzelner Raumschiffe, wie man es beispielsweise von Chromehounds kennt, herbei, um dem Spielverlauf weiteren Pepp zu geben und gleichzeitig mehr taktische Möglichkeiten zu bieten.
Schlechte Steuerung und ahnungslose Kompagnons
Während dem Kapitän eines Raumschiffes eine gesamte Crew inklusive Steuermann zur Verfügung steht, ist der Spieler in Star Trek: Legacy auf sich allein gestellt. Vor allen Dingen gegen Mitte des Spiels erweist sich die Steuerung mit dem Controller als schwierig und unhandlich.
Nicht selten verkrampft man, wenn es darum geht, die Energie in die Schilde umzuleiten, gleichzeitig noch den Rumpf reparieren zu lassen und den Gegner nicht aus dem Auge zu verlieren. Lediglich in einigen Bereichen, wie der Zielerfassung, dem Kampf mit Phasern und Torpedos sowie der Manövrierung, geht die Steuerung leicht von der Hand.
Erstaunlich gut funktioniert auch die Steuerung der Flotte, welche über das D-Pad erfolgt. Wahlweise der Wechsel zwischen einzelnen Schiffen oder auch die Markierung der gesamten Flotte ist hier sehr einfach zu handhaben.
Die automatische Zielerfassung und die Fokussierung auf einen Feind nehmen dem Spieler zusätzlich die Aufgabe ab, jedem Flottenmitglied einzeln Befehle zu erteilen. Ärgerlich jedoch, dass die Reparatur den verbündeten Kapitänen befohlen werden muss. Insgesamt gesehen hätte man sich dennoch ein Beispiel an Weltraumsimulationen alter Schule, wie zum Beispiel X-Wing: Alliance nehmen können, ein Titel, bei welchem steuerungstechnisch keinerlei Probleme auftreten, auch wenn die Schlachten weitaus hektischer geschlagen werden.Ein weiterer Kritikpunkt ist die KI der gegnerischen Schiffe, welche zum Großteil von Aussetzern gezeichnet ist. Deutlich wird dies vor allen Dingen durch Kollisionen mit gegnerischen oder gar eigenen Schiffen sowie der Tatsache, dass Feinde in den meisten Fällen zu weit aus dem Kriegsgebiet herausfliegen, einzig und allein um für einen erneuten Zielanflug auszuscheren.
Grafik und Sound auf überdurchschnittlichem Niveau
Was die Grafik betrifft braucht sich Star Trek: Legacy zwar vor keinem anderen Titel des Genres zu verstecken, doch ist sie für eine NextGen-Umsetzung nur als mittelmäßig zu bezeichnen.
Zugegeben sind die Schiffsmodelle äußert detailliert und originalgetreu, jedoch vermisst man diese Liebe zum Detail bei der Umgebung, die mehr oder weniger karg erscheint und sich mit ein paar Nebelschwaden sowie wenigen Planeten in näherer Umgebung nur gering abwechslungsreich gibt.
Im Gegensatz zur eher schwachen grafischen Präsentation erweist sich der Sound als erstklassig und eines Star Trek-Titels würdig. Neben den Originalstimmen der Kapitäne überzeugen aber vor allen Dingen die heroische Hintergrundmusik sowie die Soundeffekte im Spiel, die keinen merklichen Unterschied zu denen in den Filmen erkennen lässt.
Somit bleibt letzten Endes nur die Frage, warum wieder ein halbfertiges Spiel aufgrund von Zeitdruck auf den Markt geworfen wird. Warum wird eine derartig hochwertige Lizenz verbunden mit einer überaus viel versprechenden Spielidee in einem derartigen Titel einfach nicht ausgenutzt?