Gesamtwertung76%/10 |
GrafikGut SoundSehr gut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Ninjas sind doch was Cooles: Die vermummten Gestalten mit ihren strengen Kodexen und ihrer dezenten Erbarmungslosigkeit sind schon seit Ewigkeiten Helden von Comics, Filmen und Spielen. Vor allem bei letzterer Sparte macht sich eine Serie seit Jahren mit einer ausgewogenen Mischung aus Schleich- und Schnetzelelementen einen Namen. Ehemalige Besitzer einer PSOne müssen bestimmt nicht lange raten: Natürlich meinen wir mit unserer Beschreibung Tenchu.
Das äußerst erfolgreiche, aber auch äußerst brutale Spiel, das damals noch ungeschnitten nach Deutschland kam, war vor einer späteren Indizierung aber dennoch nicht sicher. Aus diesem Fehler hat man gelernt und servierte seit jeher hierzulande alle Tenchu-Teile in einer zensierten Fassung. Doch nicht nur die originale, drastische Gewalt nahm zunehmend ab, auch die Qualität der folgenden Teile ging in den Keller.
Hat man sich jetzt mit dem Wechsel auf die Xbox 360 wieder erholt?
Wie ein heißes Messer durch Butter...
Tenchu Z lässt den Zocker nach einer recht kurzen und unspektakulären Zwischensequenz sowie einigen Texteinblendungen erst einmal ein Tutorial absolvieren, das den Spielverlauf und die Gameplay-Möglichkeiten erklärt. Hat man sich durch den angenehm knappen Probelevel gefightet, darf es auch schon endlich losgehen und man darf erste Aufträge annehmen. Eine echte Story gibt es nicht, stattdessen sind alle Missionen inhaltlich oft gar nicht miteinander verbunden, sondern werden wenn auch nicht strikt - der Reihe nach abgearbeitet.
Zwischen den Aufträgen dürfen wir uns in einer kleinen Niederlassung ausruhen, uns mit Items ausrüsten sowie das Outfit wechseln. Weiterhin lassen sich erstmals die Fähigkeiten des Charakters aufwerten. So können wir beispielsweise unsere Schlagkombinationen und einiges mehr erweitern. Nett! Haben wir alles erledigt, erwartet uns Meister Rikimaru bekannt aus den Vorgängern mit frischen Missionszielen.
Am bewährten Gameplay der Ninja-Spieleserie hat sich auch bei Tenchu Z nichts geändert: Je nach Ziel morden und stehlen wir uns durch die Level, entschärfen Bomben, retten Geiseln und sollten uns möglichst nicht sehen und hören lassen. Nur in bestimmten Aufträgen wäre dann der Auftrag gescheitert, aber dennoch geht es uns an den Kragen.
Schergen stürmen auf uns zu und verfolgen uns, bis wir uns in Deckung bringen oder die Bösewichte kalt stellen konnten.
Das große Versteckspielen...
Dank eines Indikators sehen wir, in welcher Entfernung sich ein Gegner befindet und ob dieser uns bereits bemerkt hat. Hinzu kommt eine Lärm-Leiste, wobei hier vor allem auch der Untergrund wichtig ist. Pfützen und herumliegendes Gestrüpp machen eben mehr Krach als Holzfliesen. Haben wir es dann im optimalen Fall geschafft, uns lautlos an unser Opfer heranzupirschen, sollten wir diesem mittels Inaudible Kill schnellstmöglich den Garaus machen. Wir machen dabei keinen Mucks, unseren Feind aber einen Kopf kürzer.
Das ist mal mehr, mal weniger schwierig: Oft eignen sich die verwinkelten Strassen und vielen Dächer kleiner Dörfer am Besten dazu, sich lautlos bis zum Ziel zu meucheln. In eher naturbelassenen Gegenden sind Deckungsmöglichkeiten ungleich schwieriger zu finden. Gerade in diesen Levels sind offene Kämpfe selten vermeidbar. In solchen Momenten sollte der Spieler darauf aufpassen, nicht zu viele Kontrahenten um sich zu scharen, da diese ihm schnell in den Rücken fallen können.
Ansonsten bleibt nur der Rückzug oder die Flucht nach vorn bis zum Ziel. Den oft hirnlosen KI-Deppen dürft Ihr bei einer Verfolgung u.a. Krähenfüße oder Minen vor die virtuellen Latschen legen. Und seid sicher: In engen Gassen werden sie auf jeden Fall darauf treten! Wenn es doch mal nichts mit einer überraschenden Attacke werden sollte, kann man den Spackos auch noch Bomben vor den Latz knallen oder mit einer Rauchbombe Ninja-typisch einen Abgang machen.
Geschnibbeltes von Alfredo
Ist man besonders selbstbewusst, verlässt man sich eben auf seine Schwertkünste: Die vielen unterschiedlichen Combos und mithilfe von Punkten im Ninja-Dorf erwerbbaren Fertigkeiten machen das Meuchelmörder-Leben somit leichter. Ob man diese letztendlich auch benutzt, oder sich auf die anfangs als gut funktionierend erweisende Mischung aus Block und dreiteiliger Hau-Drauf-Combo verlässt, bleibt jedem selbst überlassen.
Wir jedenfalls kamen von Anfang bis Ende prima mit den bewährten Kampftechniken zurecht.
Wer nach den knapp fünfzig, zugegebenermaßen abwechslungsarmen, Missionen immer noch nicht genug vom Ninja-Dasein hat, sollte sich mit Freunden via System-Link oder Xbox Live versammeln, denn Tenchu Z hat sogar einen richtig guten Coop-Mehrspielermodus parat. Richtig gelesen, wir schleichen und metzeln uns gemeinsam durch die Aufträge, was im Testlauf ohne Probleme funktionierte: Während unser Partner den Gegner ablenkt, nähern wir uns selbigem und richten ihm den Scheitel.
Optisch enttäuscht Tenchu Z jedoch: Ein echtes Next-Gen-Game sieht definitiv anders, vor allem an den optisch tristen Umgebungen hätte man noch feilen müssen, auch wenn einige nette Details wirklich überzeugen können. Was aber manchmal mit den unrealistisch fallenden Figurenschatten los ist, darf uns gerne jemand erklären. Zumindest überzeugen Animationen und Charakterdesign. Akustisch ist Z in bester Tenchu-Tradition ein Muss geworden: Unterhaltsame, fernöstliche Klänge untermalen das harte Geschäft mit der böse wetzenden Klinge perfekt. Die japanische Synchronisation kommt Gott sei Dank mit deutschen Untertiteln daher.
Lethargisch agierende Patrouillen konnte damals schon keiner gebrauchen, was sollen sie also nun in einem an sich überzeugenden Ninja-Game? Genauso nervend sind die sich viel zu öft ähnelnden Levels, die sich irgendwann nur im Namen der Zielperson voneinander unterscheiden. Hier hätte einfach mehr kommen müssen. Summa summarum vor allem die nur auf Current-Gen-Niveau pendelnde Optik enttäuscht ist Tenchu Z dennoch einer der besten Vertreter der qualitativ immer wieder schwankenden Ninja-Serie geworden. Wer also etwas für die Schattengestalten übrig hat, darf ohne Gewissensbisse zugreifen.
Tauche ein in die Welt der Stars und bring Deine Fans auf der Bühne zum kochen. Neben Ruhm winkt einer der Megapreise im Gewinnspiel! zum Spiel...
Tenchu Z im Test.
Was halten Sie vom neuen Spiel von K2 Network?
Teilen Sie Ihre Meinung mit anderen Yahoo!-Usern.