The Darkness

Review
Plattform
XBOX 360
Vertrieb
2K Games
Entwickler
Starbreeze Studios
Erscheinungsdatum
-
Genre
Shooter
USK
18
The Darkness [X360 , looki.de]

Gesamtwertung

87%/10

Grafik

Sehr gut

Sound

Sehr gut

Lanzeitspaß

Sehr gut

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Gut

The Darkness

Im neusten Spiel der Starbreeze Studios, die sich nicht zuletzt mit herausragenden Titeln wie The Chronicles of Riddick: Escape from Butcher Bay in der Videospielbranche einen Namen gemacht haben, habt ihr die Dunkelheit auf eurer Seite. Die Dunkelheit ist eine geheimnisvolle und bösartige Macht, die sich eures Körpers bemächtigt und mit welcher ihr den Komparsen eures Onkels Paulie das Leben schwer machen könnt. Aber es war nicht immer so, zumindest nicht vor Jackies einundzwanzigsten Geburtstag, an dem sich sein Leben für immer verändern sollte.

Ein ganz normaler Tag…

Jackie Estacado ist eigentlich ein Typ wie jeder andere. Nur mit dem Unterschied, das er seine leiblichen Eltern nie kennen gelernt hat und in einem Waisenhaus aufgewachsen ist. Später wird er von Onkel Paulie, einem Oberhaupt der New Yorker Mafia, aufgenommen, welcher ihn in den kommenden Jahren zum Auftragskiller ausbildet und Jobs im Namen der Franchetti Familie erledigen lässt. Seine Freundin Jenny, die damals mit ihm zusammen im Waisenhaus aufgewachsen ist, weiß von alledem allerdings nichts.

Die Handlung von The Darkness setzt an Jackies einundzwanzigsten Geburtstag ein, an dem er zusammen mit zwei Kollegen im Auto unterwegs zu einem Auftrag ist. Ihr sollt zur Grace´s End Baustelle fahren und dort den Vorarbeiter Tommy Sullivan ausschalten. Auf dem Weg dorthin tauchen im New Yorker Hudson Tunnel plötzlich die Cops auf, und eröffnen während einer halsbrecherischen Verfolgungsjagd immer wieder das Feuer auf euch. In der Hitze des Gefechts wird dem Beifahrer Nino – der das Feuer auf die Bullen mittels einem Drive by-Shooting erwidert – von einem vorbeirauschenden Lastwagen die Birne abgerissen.

Ihr tauscht kurzerhand mit dem sehr toten Kollegen den Platz und versucht neben Mikey die Angreifer zurückzuschlagen. Das Unterfangen misslingt allerdings, da plötzlich aus allen Richtungen das Feuer auf euren Wagen eröffnet wird. Sogar die Bauarbeiter, welche im Tunnel beschäftig waren, ballern wie wild auf euch los und auch Eddie Shrotes Jungs sind irgendwie mit involviert – das kann doch nur eine Falle sein! Noch während ihr zu dieser Erkenntnis kommt, hat euer Partner auf schon die Kontrolle über das Fahrzeug verloren und der Wagen überschlägt sich.

Seltsamerweise habt ihr den Unfall ohne einen Kratzer davonzutragen überlebt, was Mikey allerdings nicht gelungen ist. Er liegt neben dem Autowrack und wimmert vor sich hin, was vermutlich daran liegt, da ihm die linke Kniescheibe rausgesprungen ist und nun blutig aus seiner Hose guckt. Noch während er im Sterben liegt, sich dabei aber noch über seine ruinierte Hose aufregt, die bei Sal´s 400 Scheine gekostet hat, drückt er euch zwei Knarren in die Hand, die euer Geburtstagsgeschenk sind. Jetzt seid ihr auf euch alleine gestellt und es ist an der Zeit, dem guten alten Onkel Paulie einige Fragen zu stellen.

Etwas Böses schlummert in Jackie

Wie eingangs bereits erwähnt, steht euch in The Darkness die Dunkelheit als ständiger Begleiter zur Verfügung. Wie Jackie in den Besitz dieser dunklen Macht gekommen ist, wollen wir an dieser Stelle aber nicht verraten. Das wird nämlich im Laufe des Spiels geklärt und sollte gefälligst von euch selbst herausgefunden werden. Wir wollen euch ja nicht den Spielspaß nehmen! Nur soviel sei verraten: Es hat mit Jackies Herkunft zu tun.

The Darkness ist eine finstere Kreatur, die in eurem inneren schlummert und heraufbeschworen werden kann, sobald es Dunkel ist. Da es jedoch nicht nur dunkle Ecken und Straßen in den einzelnen Levelabschnitten gibt, ist es nötig, dass ihr die Lichtquellen wie beispielsweise Straßenlaternen, Leuchtreklamen oder Halogenstrahler ausschaltet beziehungsweise ausschießt. Eure inneren Dämonen lassen sich nämlich erst dann aktivieren, da sie ihre Energie aus der Finsternis beziehen, welche sie in sich aufsaugen. Ist es hingegen zu hell, verlieren sie diese Energie kontinuierlich und sie ziehen sich wieder zurück.

Sorgt ihr also für ausreichend Dunkelheit, entfalten eure Dämonen ihre vollständige Stärke. Habt ihr eure finsteren Kräfte heraufbeschworen, zeigt sich diese in Form von zwei Dämonenköpfen, die jeweils links und rechts von euch positioniert sind. Auf ihren Köpfen sind pulsierende Stellen zu sehen, die anzeigen, welche Fähigkeit gerade zur Verfügung steht. Mittels des Steuerkreuzes könnt ihr zwischen insgesamt vier verschiedenen dunklen Fähigkeiten auswählen, auf welche wir an dieser Stelle etwas genauer eingehen möchten.

So ist es beispielsweise möglich, mit dem rechten Dämonenkopf auf Entdeckungsreise zu gehen. Mit diesem könnt ihr auch an Wänden entlang klettern oder durch kleine Lüftungsschächte schlüpfen, um auf diese Weise verschlossene Bereiche erreichen oder Stealth-Kills ausführen. Genauso nützlich ist der Dämonenarm.

Dieser kann Lichtquellen zerstören und auch Gegner aufspießen. Aber das war noch nicht alles. Er kann auch schwere Gegenstände wie Mülltonnen oder Fahrzeuge aufspießen, die sich im Laufe des Spiels dann unter anderem gegen Hubschrauber schleudern lassen. Geht euch mal die Munition aus, könnt ihr von den Waffen der Finsternis gebrauch machen. Dabei handelt es sich um eine Art Granatwerfer in der linken Hand und eine kleine Uzi in der rechten Hand. Im Gegensatz zu den anderen Schusswaffen im Spiel, sind dies die einzigen Waffen, deren Munition eigentlich nie ausgeht. Allerdings nur eigentlich, denn trotz alledem muss auch diese Kraft immer wieder mit Finsternis aufgeladen werden, da sie sonst schwindet. Die letzte und mächtigste dunkle Fähigkeit ist das schwarze Loch, welches Gegner und Gegenstände in der näheren Umgebung aufsaugt und tötet, beziehungsweise zerstört. Mit einem Druck auf die R1- bzw. RB-Taste lässt es sich heraufbeschwören. Ist eure Finsternis voll aufgeladen, könnt ihr mit einem erneuten Druck auf die R1-Taste das schwarze Loch sogar implodieren lassen. Da das schwarze Loch so mächtig ist, verbraucht es bei der Anwendung eure gesamt Finsternis-Macht, die erst wieder aufgeladen werden muss, um es erneut benutzen zu können. Generell ist es nie verkehrt die Finsternis voll aufzuladen, da sich so auch immer euer Schild der Düsternis automatisch einschaltet, sobald auf euch geschossen wird. Mit diesem lässt sich nämlich dann ein Großteil der abgefeuerten Projektile abfangen, was euch gewissermaßen fast unverwundbar macht.

Kleine fiese und sadistische Helfer

Das soll es aber noch lange nicht an dunklen Kräften gewesen sein, die ihr in The Darkness anwenden könnt. Ein weiteres nützliches Feature ist das Heraufbeschwören von Darklingen.

Auch hier stehen wieder insgesamt vier unterschiedliche Dämonen zur Auswahl, die sich in Berserker, Gunner, Lightkiller und Kamikaze aufteilen. Die Namen sind Programm und so kommt es, dass der Berserker alles angreift was ihm in die Quere kommt und der Gunner mit seiner Minigun alles unter Beschuss nimmt, was ihm vor's Rohr läuft. Der Light Killer hingegen schaltet sämtliche Lichtquellen automatisch aus und sorgt so stets für ausreichend Dunkelheit. Und was der Kamikaze macht, könnt ihr euch sicherlich selbst denken. Durch diese ganzen neuen und innovativen Features hebt sich der Titel deutlich vom tagtäglichen Ego-Shooter-Einheitsbrei ab und bietet ein Spielerlebnis der etwas anderen Art.

Hauptschauplatz von The Darkness ist das U-Bahn-Netz von New York City. Von dort aus könnt ihr zwischen den Stationen hin und her fahren und erhaltet an bestimmten Stellen neue Aufträge. Diese führen euch wiederum an verschiedene Orte wie beispielsweise die City Hall, Chinatown, die türkischen Bäder, Saint Marys Waisenhaus oder zur Lower East Side, wo sich Tante Sarahs Wohnung befindet. Sogar eine Reise in die Vergangenheit ist mit dabei, in der ihr im ersten Weltkrieg landet und es dort mit untoten Soldaten zu tun habt. Jeder Ort sieht dabei komplett anders aus, lässt jede Menge Detailverliebtheit erkennen.

Eine tolle Sache ist auch, dass ihr jederzeit mit vielen der Passanten reden könnt und auf diese Weise einiges über deren Leben erfahrt. Aufmerksame und nette Zuhörer bekommen auf diese Weise sogar viele Nebenmissionen, die nicht immer etwas mit dem eigentlichen Hauptplot zu tun haben und ebenfalls für reichlich Abwechslung sorgen.

Mal gilt es einem verprügelten Straßenmusiker seine Mundharmonika zurück zu besorgen, Musikhörende Störenfriede zur Ruhe zu bewegen oder den Freund einer Prostituierten aus deren Wohnung zu werfen. Als Belohnung winken meist Notizzettel mit Telefonnummern, die an Telefonzellen gewählt werden können. Die angerufenen Nummern schalten dann diverse Extras wie beispielsweise Produktionsfotos oder Artworks frei, die später im Hauptmenü des Spiels eingesehen werden können.

Einmal Hölle und wieder zurück

Technisch betrachtet macht The Darkness eine sehr gute Figur. Jeder Charakter im Spiel sieht anders aus und erzählt seine eigene kleine Geschichte. Die Animationen und Bewegungsabläufe sehen hervorragend aus und die einzelnen Spielabschnitte sind abwechslungsreich und mit viel Liebe zum Detail in Szene gesetzt worden. Seine Grafikmuskeln lässt der Titel aber erst richtig spielen, wenn ihr Jackies dunkle Kräfte aktiviert. Ab diesem Moment gibt es erstklassige Lichteffekte zu bestaunen, die das Spiel unheimlich stimmig machen. Habt ihr beispielsweise alle Lichtquellen ausgeschaltet und es herrscht totale Dunkelheit, könnt ihr dank der Dämonenköpfe immer noch gut sehen, da die Konturen von Wänden, Fenstern, Türen und Möbelstücken farblich aufleuchten. Oder wenn ihr einen Dämonenkopf auf Entdeckungsreise schickt, wird die Sicht etwas verschwommen dargestellt. Diese coolen Effekte muss man einfach gesehen haben, da sie sich nur schwer in Worte fassen lassen.

Steuerung und Zielsystem funktionieren ebenfalls einwandfrei, lassen allerdings in einem Punkt zu wünschen übrig. So ist es Jackie nicht möglich sich an Wände zu lehnen und aus der Deckung heraus zu agieren. Er kann lediglich laufen, springen und sich ducken. In Anbetracht der beträchtlichen Gegnerzahl wäre es wirklich sinnvoll gewesen, ein solches Feature zu integrieren. Da es aber fehlt, gestaltet sich so mancher Schusswechsel als überaus schwierig, gerade im höchsten Schwierigkeitsgrad. Während ihr nämlich in einem Gefecht krampfhaft versucht auf irgendeine Weise zumindest eine halbwegs sichere Deckung zu finden, ballern euch die Feinde aus der Deckung heraus so mir nichts dir nichts die Birne weg. Glücklicherweise seid ihr im Besitz eurer dunklen Kräfte, die diesbezüglich vieles wieder ausgleichen. Aber eins ist klar: Hättet Jackie diese Kräfte nicht, wäre das Spiel als Ego-Shooter sauschwer und unserer Meinung nach kaum zu Ende spielbar.

Bei der Soundkulisse wurde hingegen alles richtig gemacht. The Darkness gibt es ausschließlich in englischer Sprachausgabe und mit deutschen Untertiteln. Zum Glück, denn die Synchronsprecher klingen alle professionell und machen ihren Job erstaunlich gut. Allen voran Faith no more-Sänger Mike Patton, welcher dem finsteren Dämon in euch, seine angsteinflößende und tiefe Stimme leiht. Bei all dem Lob muss der neuste Titel der Starbreeze Studios allerdings auch etwas Kritik hinnehmen. Da wären zum einen das fehlende und bereits erwähnte Deckungssystem, sowie das Fehlen einer hilfreichen und einblendbaren Karte. Zum anderen ist es auch etwas störend, dass ihr ständig mit der U-Bahn zwischen Canal Street- und Fulton Street-Station hin und her fahren müsst, um zu euren nächsten Missionen zu kommen.

Die tolle Idee der Entwickler, die Ladezeiten während der Missionen mit kurzen und stimmigen Videosequenzen zu unterlegen, entpuppt sich nach längerer Spielzeit als zu unausgewogen. Von Zeit zu Zeit tauchen immer wieder die gleichen Sequenzen auf und wenn Jackie dann schon zum zehnten mal von der verrückten Taxifahrt mit seinem Kumpel Crazy Abdul erzählt, beginnt es echt zu nerven. Den größten Ausrutscher haben sich die Entwickler jedoch bei Jackies Verwandlung in einen Dämon erlaubt. Hier ist einfach nur schade, das der Protagonist sein Schicksal so annimmt wie es ist und sich noch nicht einmal fragt, was da ständig für eine finstere Stimme zu ihm spricht. Auch scheint es ihn völlig kalt zu lassen, dass aus seinem Körper Tentakelarme sprießen und schlangenartige Dämonenköpfe nehmen seinem Haupt ihren Platz einnehmen. Sieht man von diesen Kritikpunkten ab, ist der Titel aber ansonsten ein echtes Brett.

Gewaltfaktor und andere Dinge

Um es gleich vorweg zu nennen: The Darkness ist aufgrund seines hohen Gewaltfaktors nur für Erwachsene geeignet und gehört keinesfalls in Kinderhände. Das ist auch der Grund, weshalb der Titel hierzulande keine Jugendfreigabe bekommen hat und drastisch entschärft wurde. Während ihr in der ungeschnittenen Version die Möglichkeit habt, euren Opfern mit Hilfe der Dämonen die Herzen rauszureißen und diese anschließend zu verspeisen, gibt es in der geschnittenen Version eine andere Animation. Hier könnt ihr lediglich die Seelen aus deren Körpern ziehen, was zudem mit einem nicht gerade schönen blauen Leuchten unterlegt wird. Ärgerlich ist das schon etwas, denn die Herzen werden eigentlich dazu gebraucht, damit ihr in eurer Dämonenstufe aufsteigt und somit immer mehr Kräfte freisetzt. Dass es in der gekürzten Version nun Seelen sind, ist zwar nicht weiter schlimm, es kratzt aber etwas an der düsteren Stimmung des Spiels. Vollkommen unerklärlich finden wir allerdings die kompromisslose Entschärfung des Blutes. Dieses hat man in der gekürzten Version nämlich komplett entfernt, was unlogisch erscheint, da selbst in Titeln wie Rainbow Six Vegas oder F.E.A.R nicht darauf verzichtet wurde. Schade ist auch, dass die Spieldauer des Storymodus etwas zu gering ist. Bereits nach knapp 10-12 Stunden ist der Horrortrip nämlich leider schon vorbei.

Ansonsten gibt es aber keine nennenswerten Unterschieden zwischen den Versionen zu vermerken und auch PlayStation 3- sowie Xbox 360-Variante sind fast identisch. Lediglich bei der PlayStation 3-Version waren bei zu großem Gegneraufkommen – hauptsächlich im ersten Weltkriegsszenario - kleinere Geschwindigkeitseinbußen auszumachen, bei der Xbox 360-Variante haben wir hingegen überhaupt keine Slowdowns festgestellt.

Fazit

Ein echter Höllentrip! The Darkness ist ein Ego-Shooter der etwas anderen Art und erzählt eine Geschichte, die es so bisher noch nicht gegeben hat. Ab der ersten Spielminute packt euch die stimmige Atmosphäre und wird euch auch so schnell nicht mehr loslassen. Das schaurig schöne Horrorszenario, das sich endlich mal in einer etwas anderen Umgebung abspielt und mit vielen innovativen Neuerungen wie beispielsweise der dämonischen Kräfte aufwartet, überzeugt auf voller Länge und lässt sich dank der zugänglichen Steuerung äußerst präzise kontrollieren. Lediglich das erwähnte Deckungs-Defizit und einige andere kleinere technische Patzer, verwehren dem Spiel eine noch höhere Wertung. Zu den Defiziten muss sich im Moment auch der Multiplayer zählen, der auf Grund von vielen Lags nur schwer spielbar ist und in jedem Fall noch einen Patch nach sich ziehen wird.

Um es aber auf den Punkt zu bringen: Der Titel garantiert spannende und mit Action geladene Spielstunden vor dem Bildschirm. Wer über die kurze Mängelliste und die kompromisslosen Entschärfungen hinwegsehen kann, der wird mit einer erstklassig in Szene gesetzten Hi-Res-Optik und einem echt packenden Sound belohnt. Aus grafischer und akustischer Sicht heraus betrachtet, ist der Titel nämlich, trotz der enorm überzogenen Gewaltdarstellung, eine echte Granate! Allerdings würde ich jedem volljährigen Spieler die ungeschnittene Fassung empfehlen, da die Schnitte dem Spiel doch etwas von seiner düsteren Stimmung und Faszination nehmen.

The Darkness [X360 , looki.de]

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