Gesamtwertung86%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Wenn heutzutage von einem innovativen Weltkriegs-Strategie-Spiel geredet wird, hagelt es Kopfschütteln und Gelächter. Wenn heutzutage von einem innovativen Weltkriegs-Shooter geredet wird, hagelt es Kopfschütteln und Gelächter. Wenn es sich allerdings um einen innovativen Mix aus Strategie und Shooter wie The Outfit mit Muliplayer-Schwerpunkt handelt, darf man getrost hellhörig werden. Denn ein Spiel wie jedes Andere ist der neue Schützling aus THQs Spieleschmiede Relic Entertainment für die Xbox 360 ganz sicher nicht. Mit einer gehörigen Portion Action und taktischen Finessen sorgt der Titel für viele grandiose, weltweite Mehrspielerschlachten in Battlefield-Manier der Storymodus bleibt jedoch etwas auf der Strecke.
Bevor es losgehen kann, wählt man sich einen der drei Charaktere, die in der Kampagne zur Auswahl stehen. Jeder der Klischee-Soldaten kämpft mit einer anderen Waffengattung, die es besonders im späteren Spielverlauf taktisch einzusetzen gilt. Neben Pistolen und Granaten, die jeder der Helden besitzt, heißt es den Gegnern mit Scharfschützengwehr, Panzerfaust, Flammenwerfer und Maschinenpistole einzuheizen. Außerdem besitzt jeder unterschiedliche Fertigkeiten, die allerdings nur einen geringen Einfluss auf den Spielverlauf haben. Sollte der Spieler einmal ins Gras beißen oder sich für den Falschen entschieden haben, macht das außer dem Verlust von Zeit gar nichts. Nach ein paar Sekunden im Nirwana kehren wir quicklebendig ins Gefecht zurück.
Im Großen und Ganzen geht es darum taktisch wichtige Punkte auf der Karte einzunehmen um sich einen Vorteil zu verschaffen und die Versorgungslinie aufrecht zu erhalten. Anders als im offensichtlichen Vorbild Battlefield 1942 haben diese Checkpoints zum Teil aber auch eine andere Bedeutung als Punkte einzuheimsen und einen Widereinstiegspunkt zu sichern. Checkpoints die über einen Fuhrpark, Arsenal oder Sendemast verfügen, bescheren euch weitere Auswahlmöglichkeiten im mächtigen Zerstörung auf Befehl-Menu und entscheiden somit so manche verloren geglaubte Schlacht. Hinter dem Begriff verbirgt sich hier eine Möglichkeit unverzüglich Nachschub anzufordern. Je nach Situation kann man so ganz schnell neue Soldaten, Panzer, Luftangriffe, Artillerieangriffe, zusätzliche Soldaten oder stationäre Geschütze anfordern, die jeweils per Flugzeug an den gewünschten Einsatzort gebracht werden. Diese Utensilien sind natürlich nicht umsonst - jede hat einen gewissen Feldeinheiten-Preis, die man sich durch das Eliminieren von Feinden, dem Einnehmen von Checkpoints und dem Erfüllen von Aufträgen erhält.
Hand in Hand
Den einsamen Wolf zu spielen bringt in The Outfit technisch gar nichts, deshalb ist es ratsam seine bis zu vier Mann starke KI-Soldatengefolgschaft vollständig zu halten. Diese agieren selbstständig, folgen aber auch den Befehlen des Helden. Jeder Held hat neben den Standardbefehlen spezielle auf ihn zugeschnittene Kommandos (Nahkampfangriff, Tränengas oder Fahrzeuge kapern), die per Knopfdruck weitergegeben werden können.
Das Herzstück des Spieles ist eindeutig der spaßige Multiplayerpart in dem sogar ein sehr gelungener Coop-Modus über Splitscreen oder Xbox Live vorhanden ist. Richtig viel Spaß machen klassische Deathmatches oder Eroberungsmatches mit bis zu acht Spielern in denen es darum geht den strategischen Sieg nach Punkten zu erlangen. Die Kommandopunkte zieht man den Gegnern ähnlich dem System eines Battlefield 2 durch das Erobern von gegnerischen Stellungen ab. Wer zuerst alle Punkte verliert hat selbstverständlich verloren. Erfreulich: Trotz der NS-Symbolik und expliziter Gewaltdarstellung der anderen Versionen ist es deutschen Spielern ohne Probleme möglich an internationalen Gefechten teilzunehmen.
Technisch einiges auf dem Kasten
Die Bedienung geht nach einer geringen Einspielzeit direkt in Fleisch und Blut über - Infantrie - sowie Vehikelsteuerung sind sehr intuitiv und leicht verständlich. Mit Leichtigkeit lenken wir gleichzeitig einen Panzer, beschießen Soldaten und fordern Unterstützung an. Das hier eher auf rasante Action als auf Realismus gesetzt wird, ist eine sehr gute Designentscheidung und passt sehr gut zum Setting des Spiels. Ebenso die Grafik: Soldaten und Fahrzeuge fügen sich gekonnt in die stimmige Comichafte Weltkriegsumgebung ein, als wäre es das Normalste auf der Welt. Hier und da fehlen ein paar Details und das Xbox 360 HD-Feeling. Die Explosionen sind allerdings etwas für das Auge. Bombastisches Hitzeflimmern, Druckwellen und Feuereffekte laden zum Zerstörungswahn ein. Auch der Sound ist durchaus sehr gelungen. Die Stimmen der Helden sind erstklassig eingesprochen und passen zu den Charakteren wie die Faust aufs Auge. So können sich die Persönlichkeiten im Lauf der Story sehr schön entfalten und sorgen für die passende Atmosphäre eine deutsche Synchronisation gibt es nicht und das ist wahrscheinlich auch gut so. Effekte und Hintergrundmusik sind zwar eher Standardkost, tragen aber durchaus zur Atmosphäre bei.
Endlich kommt auch Xbox Live richtig zum Einsatz. Mit bis zu acht Spielern durch die großen Karten rennen, Artillerieschläge herbeirufen oder in einem Panzerkonvoi gegnerische Basen auseinander zu nehmen macht einfach Spaß. Ich empfehle 'The Outfit' jedem, der für die Xbox 360 ein vernünftiges Online-Spiel sucht an dem er auch noch nach vielen Spielstunden seine Freude hat. Geheimtipp!