Gesamtwertung77%/10 |
GrafikBefriedigend SoundGut |
LanzeitspaßAusreichend SpieleinstiegSehr gut |
BedienungGut |
Neu ist auch die Gameer-Anzeige. Wenn ihr gute Schläge macht oder euch beispielsweise aus dem Rough retten konntet, füllt sich die Anzeige, bei Patzern im Spiel kann sie allerdings auch zurückgehen. Ist sie randvoll, lässt sich durch das Drücken von A ein todsicherer Schlag platzieren. Anfangs wird man feststellen, dass die meisten Matches schon gelaufen sind, ehe man in den Genuss des Gameers kommt. Doch hier greifen die Erfahrungspunkte, die man während der Spiele sammeln kann. Diese kann man verwenden, um die eigenen Skills wie z.B. Schlagkraft, Schlaggenauigkeit, Puttgenauigkeit zu verbessern. Wenn der Skill Focus verbessert wird, füllt sich die Gameer-Anzeige auch schneller.
Die beste Neuerung in Tiger Woods PGA Tour 06 ist der so genannte Shape Stick. Mit dem rechten Analogstick lässt sich jetzt die Flugbahn beeinflussen und der Punkt, an dem der Schläger den Ball treffen soll. Dadurch kann man z.B. mit einer leicht bogenförmigen Flugbahn an Hindernissen vorbeispielen oder etwa beim Putting die Rollbahn des Balls verlängern, indem man ihn etwas weiter oben anspielt. Der Shape Stick ist eine wirklich tolle Verbesserung, die dem ohnehin schon guten Gameplay auf der Xbox 360 mehr Tiefe verleiht.
Zwei Veränderungen, die eher deplaziert wirken sind die Ideal Putt Camera und die Belegung der LB-Taste mit dem Power Boost. Die Kamera für den idealen Putt zeigt durch eine gelbe Linie auf dem Grün, wie der Ball am besten verlaufen soll. Das mag manchmal eine nette Hilfe sein, aber gerade beim Spielen mit einem menschlichen Mitspieler vor dem heimischen Fernseher kommt diese Kamera dem Cheaten recht nahe. Es ist keine große Herausforderung mehr, den kleinen weißen Ball in das Runde Loch zu befördern, wenn diese Funktion den Weg diktiert. Die Ideal Putt Camera lässt sich nicht deaktivieren und ist damit genauso unveränderlich wie der Power Boost. Er ermöglicht durch schnelles Drücken der LB-Taste während des Rückschwungs, einen besonders kräftigen Schlag zu machen. Dumm ist dabei nur, dass das Punktieren der LB-Taste meist zum Verreißen des linken Analogsticks führt. Die Bewegung von Analogstick und LB-Taste zu koordinieren ist problematisch und es ist sehr ärgerlich, dass das Controller-Setup keinerlei Änderung zulässt.
Im 06er Update von Tiger Woods greift man weiterhin auf da bewährte Game Face System zurück. Damit ist es dem Spieler möglich, ein komplettes Alter Ego von sich zu erstellen auf den Golfplatz zu schicken. Wieder kann man jedes einzelne Detail des Körpers, jede Stirnfalte, jedes Muttermal und jeden Bierbauch selber festlegen. Doch wer ein richtiger Golfstar werden will, der braucht natürlich auch sein eigenes Outfit, sowie persönliche Siegerposen. Gerade die Animationen, die man einzeln freispielen und auswählen kann, sind sehr unterhaltsam.
Für das Game Face System der Xbox 360 wurden extra hochauflösende Texturen verwendet, weswegen ein beachtlicher Realismus erzielt werden kann. Leider machten sich ab und zu Clippingfehler und andere kleine Darstellungsfehler bei den selbst gebastelten Golfern bemerkbar, die den guten Eindruck etwas trüben.
Diese klatschen fleißig, laufen umher und krümmen sich sogar vor Schmerzen am Boden, wenn man sie mit Bällen abschießt. Die Xbox 360 kann trotzdem mehr als das, was uns hier geboten wird. Denn wogegen das Zentrum des Golfkurses überzeugen kann, sind die Grafiken am Rande recht lieblos.
Manchmal wirken die Gebäude wie tapezierte Baukästen und auch bei den Bäumen scheint die Grafikengine erst aus kürzerer Distanz von Bitmaps auf Polygonmodelle umzuschalten, die dann bei Kamerafahrten unschön aufpoppen. Die Kamerafahrten selbst sind öfters merklich durch Ruckler unterbrochen, die nun wirklich nicht hätten sein müssen. Sieht man sich die Darstellung der Spieler an, so fällt bei den Haaren immer noch das gleiche Problem mit den Shadern auf, welches in vielen Launchtiteln der Konsole auftaucht. Man hat es einfach mit dem Glanzeffekt übertrieben, weswegen die selbst erstellten Frisuren meist so aussehen, als hätte man die Spielfigur kopfüber in ein Fass mit Wet-Look Haargel gestopft. Für das Xbox 360 Debüt der Golfreihe hätte ich mir zudem ein bisschen mehr TV-Feeling gewünscht.
Ein paar mehr Kameraperspektiven und schönere Replays hätten nicht geschadet. Ein Caddy hätte mit dabei sein können und es hätte besonders geschickte Spieler sicherlich gefreut, wenn man Replays von tollen Schlägen abspeichern und zu schönen Videos zusammenbasteln könnte. Hierfür hätte sich EA z.B. an Bizarres PGR3 orientieren können, wo Fans des Genres viele Spielereien (Live Kanäle, speicherbare Replays, Foto-Modus) haben.
Der Sound weiß zu gefallen. Die Musik in den Menüs ist wie vorher auch sehr chillig und die Kommentare von David Feherty und Gary McCord sind Klassiker, wobei in der aktuellen Version noch ein paar frische Sätze hinzugekommen sind.