Tomb Raider: Anniversary

Review
Plattform
XBOX 360
Vertrieb
Eidos
Entwickler
Crystal Dynamics
Erscheinungsdatum
-
Genre
Abenteuer
USK
12
Tomb Raider: Anniversary [X360 , looki.de]

Gesamtwertung

83%/10

Grafik

Gut

Sound

Sehr gut

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Sehr gut

Tomb Raider: Anniversary

Tomb Raider-Fans, die seit Anbeginn der Serie mit von der Partie sind, werden sich bei Anniversary sofort heimisch fühlen: Auch hier geht es wieder um den mysteriösen Scion, ein Artefakt, um das sich über die Jahrhunderte viele unheilvolle Sagen und Geschichten ranken. Na und, uns doch egal! Lara Croft, unsere vollbusige Archäologin, hat jedenfalls keinen Schiss, sich nach Peru zu begeben und das Artefakt in die richtigen Hände zu übergeben. Dumm nur, dass uns Gauner nach dem Leben trachten und den Scion für sich beanspruchen wollen, na toll! So weit, so bekannt: Dies trifft auch für das Gameplay von Tomb Raider: Anniversary zu. Natürlich wäre Anniversary kein echtes Remake des ersten Teils, wenn es nicht bereits bekannte Orte – Peru, Griechenland, Ägypten, Lost Island – mit sinnvollen Neuerungen verbinden würde. Neben verschiedenen leveltechnischen Kniffen bedient sich die Neuauflage zudem an einigen, aus Legend bekannten, Möglichkeiten.

Da wäre zum einen der Haken, mit dem Ihr Abgründe überwinden und an Wänden entlang laufen könnt. Wenn das Klettern mal schneller gehen soll, darf man Lara zudem nun zum Beispiel beim Hangeln einen kleinen Geschwindigkeitsschub verpassen. Ganz eingerostet ist Miss Croft im Remake also nicht. Völlig neu ist hingegen, dass unsere Heldin von Pol zu Pol hüpfen und auch auf selbigen balancieren darf.

In punkto Gameplay blieb man zum Glück dem ersten Teil treu: Weniger Ballerei, dafür mehr Akrobatik. Gute Wahl, das Kampfsystem ist sowieso nicht das Beste.

Zielen, Ballern, Ausweichen, das war es dann auch schon. Die durch die Bank nicht-menschlichen Feinde – wie zum Beispiel der riesige T-Rex oder die Reiter sowie kleinere Exemplare wie Wölfe, Gorillas und Fledermäuse - sind zudem keine wirklichen Leuchten und stürmen stupide auf Euch zu.

Verbündungsmuster oder ähnliche Taktiken sucht man hier vergebens. Bei fast allen Gegnern kommt das Adrenalin-System zum Tragen: Blinken Eure Feinde vor Wut kurz auf, starten sie einen Angriff, der – sobald Ihr ausweicht – in Slow-Motion abläuft. Alles was Ihr hier tun müsst, ist, darauf zu warten, dass sich Euer Fadenkreuz rot färbt und Ihr somit einen Kopftreffer landen könnt. Liest sich einfach, ist aber gerade in engen Gängen fast unmöglich in die Tat umzusetzen.

Wenigstens darf Lara auf ein überschaubares, aber immerhin vernünftiges Waffenarsenal zurückgreifen.

Duale Pistolen, eine Schrotflinte und eine Uzi sorgen dafür, dass man auch härtere Gegnern Kontra geben kann. Bei bestimmten Levelbossen wie etwa den bereits erwähnten Reitern muss man sich hingegen auch auf den Grips verlassen können. Hier reicht Waffengewalt allein nicht aus. Reißt man den furchterregenden Gestalten mithilfe des Wurfhakens ihre Schilde aus der Hand, werden sie endlich verwundbar.

Das sieht ja immer noch so aus wie vorher!

Um die bösen Buben ganz totzukriegen, reflektieren wir zudem noch deren Versteinerungs-Blicke mit den eben entwendeten Schilden und geben den Viechern mit der Pumpgun ordentlich Schmackes. Auch wenn man öfters einmal umdenken muss, besteht keins der Rätsel und Kämpfe aus wirklichen Kopfnüssen bzw. unbezwingbaren Herausforderungen.

Kopfzerbrechen bereiten dann schon eher die teils kniffligen Hüpf- und Klettereinlagen. Der scheinbar offensichtlichste Weg kann sich da schon als echte Sackgasse entpuppen. Motivations-Tiefs gibt es dennoch so gut wie gar nicht, denn Spaß machen die Ausflüge in ungeahnte Orte eigentlich die ganze Zeit, was vor allem an den abwechslungsreichen Aufgaben und nicht zuletzt am umfangreichen Bonusmaterial liegt.

Neben den begleitenden Kommentaren der Entwickler dürfen fleißige Spieler auch noch sämtliche schick inszenierte Filmchen, sowie Musikstücke und auch Outfits mithilfe von gesammelten Artefakten, die oft richtig gut versteckt wurden, freispielen. Das motiviert auch auf Dauer und lässt fast jeden noch so kleinen Frustmoment in der Versenkung verschwinden. Während die Steuerung auf der Xbox 360 ein Klacks wie schon auf den anderen Plattformen ist, ergeben sich leider woanders eher überraschende Probleme. Wirklich schade ist das ungenutzte Potenzial der Umsetzung hinsichtlich seiner Optik.

Hier wäre garantiert noch Zeit und auch Raum für eine qualitativ hochwertige Grafik mehr in Richtung Next-Generation gewesen. So sieht Tomb Raider: Anniversary zwar auch auf dem Microsoft'schen Daddelbrett alles andere als schlecht aus, aber eben bedingt durch die Plattform wären Detailänderungen eine absolute Pflicht gewesen.

So wirkt Anniversary auf der Xbox 360 nur einen marginalen Tick schärfer als eine bis zum Anschlag hochgeschraubte PC-Fassung von Lara's neuestem Abenteuer. Wahre Unterschiede gibt es somit nur zum PlayStation 2-Pendant, da hier unter anderem die Ladezeiten wesentlich schneller flutschen als auf Sonys schwarzem Rentner. Aber wenn so schön flink geladen wird, wieso hat dann die Framerate kleinere Hänger, die eher von einer PS2 stammen könnten? Die FPS gehen zwar auch bei größeren Arealen zumindest nie dermaßen in den Keller, dass man vermuten könnte, man würde sich eine Diashow ansehen, aber Ruckler auf einer Konsole der nächsten Generation sind einfach nicht zeitgemäß.

Fazit

Nach dem PC, der PlayStation 2 und der PSP wurde nun also auch die Xbox 360 mit Tomb Raider: Anniversary beehrt – eine zweifellos gute Investition in viele spannende, aber auch frustrierende Abende. Frustrierend auch deshalb, weil Anniversary auf der Next-Gen-Konsole keinen bemerkenswerten Deut schicker als auf den anderen Systemen – die PSP ausgenommen – ist. Und dann das: Ruckler? Moment mal, das gibt es auf der Xbox 360 doch meistens nur in irgendwelchen halbgaren Umsetzungen! Nun, Tomb Raider: Anniversary ist alles andere als halbgar, sogar richtig gut, wie unsere Tests zu den PS2- und PlayStation Portable-Fassungen zeigen. Dennoch gibt es wegen leichten Framerate-Problemen und dem Fehlen jeglicher konsequenter Verbesserungen einen kleinen Punktabzug. Dennoch sei Lara auch auf der Xbox 360 jedem Hobby-Archäologen ans Herz gelegt, der auf eine ausgefeilte Mischung aus Action, Rätseln und Klettereinlagen steht.

Tomb Raider: Anniversary [X360 , looki.de]

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