Gesamtwertung85%/10 |
GrafikGut SoundSehr gut |
LanzeitspaßSehr gut SpieleinstiegBefriedigend |
BedienungGut |
Nach dem eher schwachen ersten Auftritt von Tony Hawk auf Microsofts NextGen Konsole, versprach das Entwicklerteam aus dem Hause NeverSoft zumindest in grafischer Hinsicht Besserung. Als weitere Mankos galten zudem fehlender Realismus und mangelnde spielerischen Freiheit, genau die beiden Faktoren, die seit Tony Hawks Pro Skater 3 erheblich unter der Story, sowie actionreichem Gameplay litten. Somit also die berechtigten Zweifel, ob Tony Hawk Project 8 wirklich überzeugen kann.
Tony Hawk wants YOU!
Im Vergleich zu den Vorgängern wurde die Story des Karrieremodus sehr einfach gehalten. Profi Skater Tony Hawk ist auf der Suche nach den besten Skatern der Stadt, um mit acht von ihnen zusammen das Project 8 auf die Beine zu stellen. Der Spieler, als Skateboard-Neuling, findet sich zu Beginn auf Rang 200 wieder; Durch das erfüllen von bestimmten Aufgaben, die überall in der Stadt verteilt sind, gilt es dann die Karriereleiter nach oben zu klettern. Dabei sind die meisten Aufgaben in Amateur, Profi und krank unterteilt. Letztere zu erreichende Ziele sind - dies sei angemerkt - so hoch gesteckt, dass die Bezeichnung krank durchaus gerechtfertigt ist. Durch dieses System fällt ebenfalls die Auswahl des Schwierigkeitsgrades zu Beginn gänzlich weg und auch schwächere Spieler können sich somit noch im Spiel steigern. Natürlich lassen sich die Aufgaben beliebig oft wiederholen.
Geht man nun näher auf die Ziele ein, so wird man schnell feststellen, dass Abwechslung in Project 8 groß geschrieben wird, auch wenn sich einige Aufgaben manchmal gleichen.
So müssen beispielsweise mit Hilfe eines Wallslides Poster von Wänden entfernt, Kürbisse überfahren, oder Pflanzen durch Kickflips gestutzt werden. Ebenfalls neu sind die Spot Challenges, bei denen man an mit Kreide markierten Plätzen eine bestimmte Strecke Grinden oder besondere Tricks wie Wallplants ausführen muss. Spielerische Freiheit wird durch Aufgaben wie Create-A-Park, bei dem man einen kleinen Skaterpark nach seinen Wünschen gestalten kann, gegeben. Die sich an der Story orientierende Elemente, bei welchen man bekannte Profi Skater, wie beispielsweise Bam Margera trifft, oder neue Ortsteile freischalten kann, beleben das Spiel weiterhin. Positiv anzumerken sei darüber hinaus, dass es, ähnlich wie in American Wasteland, keine Ladepausen zwischen den einzelnen Stadtgebieten gibt.
Freiheiten gibt es jedoch nicht nur in den Missionen, sondern auch beim Erstellen des eigenen Charakters. So können, ganz nach Rollenspielmanier, sämtliche äußeren Merkmale individuell verändert werden; weiterhin darf man auf zahlreiche Kleidungstücke bekannter Skatermarken, wie Quicksilver, DVS, oder DC zurückgreifen, um seinem Skater den eigenen Stempel aufzudrücken.
Wer noch weitere Änderungen vornehmen will, kann dies im Spiel tun, wenn er sein Zimmer betritt. Änderungen am Skateboard und Trickänderungen lassen sich im Skateladen vornehmen, der jedoch erst einmal freigespielt werden muss. Danach lassen sich für so genannte Heizer Tricks und Boards erwerben. Einen Heizer erhält man sowohl für umgefahrene Passanten, als auch für beeindruckte Skaterkollegen.
Echtes Skaterfeeling!
Um den Realitätsgrad noch höher zu schrauben, bedient sich Project 8 der Havok Engine, welche für authentische Stürze, sowie originalgetreue Tricks sorgen soll. Leider sieht die Umsetzung oftmals weniger überzeugend aus; so kann es schon einmal vorkommen, dass der Spieler bei einem harmlosen Sturz mehrere Meter in die Luft geschleudert wird, um dann auf einem Hausdach zu landen. Weiterhin hat man von Zeit zu Zeit mit kleineren Framerateeinbrüchen zu kämpfen, die vor allen Dingen in den Nail the trick-Slowdowns auftauchen können.
Diese kleineren Ungereimtheiten sind jedoch die einzigen Fehler in einer sonst durchaus überzeugenden Engine; und nicht zuletzt aufgrund dieser erscheint das Spiel runder und realistischer als jeder Tony Hawk Titel zuvor. Ähnlich wie in Amped 3 fand weiterhin auch eine Anzeige der möglichen Knochenbrüche, bzw. Arztkosten ins Spiel, welche bei jedem Sturz kurz eingeblendet wird.Positiv fällt auch die Steuerung auf, die nicht zuletzt aufgrund der Tipps im Spiel einfach von der Hand geht. Mit der Y Taste lassen sich somit Grinds, mit der A Taste Ollies, mit der X Taste Flip- und mit der B-Taste Grab-Tricks ausführen. Kombinationen dieser Tricks mit gleichzeitiger Richtungsänderung bringen Extrapunkte aufs Spielerkonto. Mit den Bumpern, sowie den anderen Tasten lassen sich zudem weitere Spezialcombos ausführen, doch würde es zu lange dauern dieses riesige Repertoire an Tricks näher zu beschreiben.
Besondere Aufmerksamkeit kommt jedoch den Analogsticks zugute, die, sobald beide gleichzeitig betätigt werden, den Nail The Trick Modus einleiten. Das Spiel schaltet daraufhin in eine Slowmotion und die Kamera wird auf die Füße des Spielers gerichtet. Diese lassen sich nun mit den Analogsticks unabhängig voneinander steuern, um zusätzliche Tricks möglich zu machen.
Grafisch durchaus überzeugend, Sound spitzenklasse
Im Vergleich zum Xbox 360 Vorgänger American Wasteland wirkt Project 8 optisch viel runder, die Texturen schärfer und die Charaktere besser animiert, auch wenn vor allen Dingen hier noch viel Luft nach oben ist. Auf einem HDTV-Fernseher präsentiert sich der Titel einen Tick schärfer als auf einem PAL-Fernseher, was in erster Linie bei den Umgebungstexturen auffällt. Einziger wirklicher Kritikpunkt sind oben angesprochenen Framerateeinbrüche während den Slowdowns.
Die Soundkulisse ist wie in sämtlichen Tony Hawk Teilen hervorragend. Angefangen von Soundeffekten, über die Synchronisation, bis hin zur Musik, wird jeder Skateliebhaber begeistert sein und sich ab und an wie in einem Skaterpark fühlen. Schade nur, dass der Titel an manchen Stellen einfach zu ruhig geraten ist. Insbesondere in Ortsteilen mit vielen Passanten hofft man auf die ein oder andere Unterhaltung der Statisten.
Alles in allem überzeugt das Gesamtpaket aufgrund der spielerischen Freiheiten, dem Umfang, sowie den Gimmicks, die mit zahlreichen Videos echter Skatergrößen nicht zu gering ausgefallen sind. Technisch ist hingegen noch sehr viel Luft nach oben vorhanden. Hier sollte sich Entwickler Neversoft von Titeln wie Tabletennis oder FIFA inspirieren lassen.