Gesamtwertung80%/10 |
GrafikGut SoundSehr gut |
LanzeitspaßBefriedigend SpieleinstiegGut |
BedienungBefriedigend |
Die Urversion von Turok The Dinosaur Hunter ist nun schon mehr als zehn Jahre alt und seitdem hat sich eine Menge getan. Nach mehreren Nachfolgern auf dem N64 und einer Neuauflage auf der PlayStation 2 und der Xbox, schloss der Publisher seine Pforten und die Zeit des Indianers mit der Aversion gegen Dinosaurier schien besiegelt. Falsch gedacht, denn Propaganda Games und Touchstone haben sich an die Arbeit gemacht, um dem Turok-Franchise einen zweiten Frühling zu verpassen. Mit der mächtigen Unreal Engine 3 im Schlepptau scheint das neue Turok all seine Versprechungen einzuhalten. Wir haben uns das neue Abenteuer mal genauer angeschaut und verraten euch, in welchen Belangen das Spiel punkten kann, aber auch, welche Schwächen es aufweist. Alles Weitere findet ihr in unserem Test.
Die Story von Turok bietet nicht unbedingt viel Tiefgang und ist daher schnell erzählt. Als Ex-Sträfling erledigt Joseph Turok für das Wolfsrudel, einer Truppe Söldner, einige Aufträge. Als er allerdings eines hinter die Machenschaften des Anführers Kane sieht, wechselt er die Seiten. An der Seite der Whiskey-Company der Marines macht er sich den Weg, um seinen ehemaligen Mentor das Handwerk zu legen.
Dumm nur, dass das Schiff der Whiskey-Company auf ihrer Suche nach dem Wolfsrudel vom Himmel geholt wird und notlanden muss. Auf dem Planet wimmelt es nicht nur von feindlichen Söldnern, sondern vor allem von prähistorischen Dinosauriern. Aus der Jagd nach Kane wird ein Kampf ums nackte Überleben.
Ich Turok, du nix!
Kenner der alten Teile werden es sicherlich schon bemerkt haben: Bis auf den Namen und das Setting hat der neue Titel mit seinen Vorgängern auf den ersten Blick nicht viel gemein. Es stellt einen Neuanfang dar, was man in Anbetracht der letzten Teile der Serie auch nachvollziehen kann. Turok ist natürlich aber noch immer ein Shooter, je länger man ihn allerdings spielt, desto mehr Parallelen zu den alten Teilen lassen sich feststellen. Leider nicht gerade in den willkommensten Punkten. So spielt sich der Titel noch immer sehr linear und der Spieler hat so gut wie keine Freiheiten. Einzig die Art, wie ihr die jeweiligen Situationen meistert, erfordern gerade auf den härteren Schwierigkeitsgraden ein wenig mehr Taktik, aber dazu später mehr.
Steuerbob Schwammkopf
Mit Turoks größtem Problem werdet ihr direkt zu Beginn des Spiels konfrontiert. Die Steuerung erweist sich nämlich als sehr schwammig und schwer zu kontrollieren. Auch auf den niedrigsten Einstellungen werdet ihr stets ziemliche Probleme haben, die mitunter recht fixen Gegner im Visier zu halten. Und das kann in der einen oder anderen Situation schnell zu Tod führen. Davon ab bietet Turok all die Möglichkeiten, die man von einem First Person Shooter gewohnt ist. Von Springen und Ducken bis hin zur Zoomfunktion alles dabei. Ihr könnt sogar eine kleine Hechtrolle hinlegen, wenns mal Schlag auf Schlag kommt.
Das Gesundheits- und Waffensystem erinnert nicht nur entfernt an Halo. Steckt ihr einige Treffer ein, färbt sich der Bildschirm rot und Turoks Sicht verschwimmt. Nach einer kurzen Verschnaufspause ist er aber wieder voll da. Wie schon der Masterchief kann Joseph Turok höchsten zwei Schusswaffen mit sich führen und diese bei Bedarf in beiden Händen tragen. Das Waffenarsenal ist für einen Turok-Titel relativ unspektakulär ausgefallen.
Neben MP, Shotgun, Scharfschützengewehr, Raketenwerfer findet ihr noch einige Sonderlinge, wie den coolen Granatwerfer oder die Impulserifle. Wirklich innovative Exoten werdert ihr allerdings nicht in die Finger bekommen. Jeder der Waffen hat eine sekundäre Funktion, die der MP beispielsweise einen Schalldämpfer aufsetzt oder die Impulserifle mächtige Plasmagranaten verschießen lässt. Eine der interessantesten Sekundärfunktionen stellt wohl die der Shotgun dar. Hier lassen sich nämlich Leuchtgeschosse verschießen, auf welche Dinosaurier einen Fetisch zu haben scheinen und wie bekloppt drauf los rennen. Der Clou dabei: Beschießt ihr einen der Söldner oder Dinos mit einem solchen Geschoss, werden die anderen Biester direkt Jagd auf ihn machen. So könnt ihr aus dem Hinterhalt mit einem schelmischen Grinsen zusehen, wie sich eure Gegner gegenseitig zerfleischen.
Rambo wäre stolz...
Wie es sich für Turok gehört, darf der obligatorische Bogen natürlich nicht fehlen. Den findet ihr recht früh im Spiel habt ihn von da an stets im Gepäck.
Mit ihm könnt ihr Feinde aus sicherer Distanz erlegen und an die Wand nageln. Später bekommt ihr sogar noch explosive Tekpfeile, welche zwar in ihrer Reichweite eingeschränkt sind, allerdings gleich mehrere Gegner auf einmal zerfetzen können. Eine ebenfalls nicht zu unterschätzende Waffe stellt das Messer dar.
Schafft ihr es, nahe genug an einen eurer Gegner zu kommen, reicht ein Knopfdruck aus und könnt ihr ihn mit einem cool in Szene gesetzten Move die Lichter auf die leise Weise ausblasen. Allerdings solltet ihr darauf achten, dass keine weiteren Feinde neben euch stehen, während ihr zum Kill ansetzt. Die Moves lassen sich nämlich nicht abbrechen und so stellt währenddessen ihr ein offenes Ziel für jegliche Formen von Kugeln dar.
Wie die wohl schmecken mögen...
Gerade gegen die verschiedenen Dinosaurier bietet sich das Messer geradezu an, denn meist ist es leichter die Biester der Reihe nach zu massakrieren, als sie mit euren Bleispritzen zu bearbeiten und dabei unnötig viel Munition zu verschwenden. Was auffällt ist, dass das Messer mitunter fast schon zu effektiv ist. Wenn man in einem Raptorennest gleich eine ganze Horde der fiesen Viecher ohne Probleme in kleine Scheiben schneidet, fragt man sich, warum man überhaupt noch die anderen Waffen benutzen soll. Zumal die Sequenzen mit dem Messer immer wieder eine Augenweide sind und nicht mit Dinoblut geizen. Die KI der eigentlichen Gegner und der Dinos stellt ein zweischneidiges Schwert dar. Oft kann man schön erkennen, wie die Gegner versuchen, euch einzukesseln, zu flankieren oder aus der Deckung heraus unter Beschuss zu nehmen.
Dieses gute Bild wird hingegen viel zu häufig von Aussetzern getrübt, in welchen die Gegner einfach sinnlos herumstehen und in den Himmel gucken, obwohl um sie herum die Hölle los ist. Ähnlich sieht es bei den Dinos aus. Mal bekommt ihr es richtig mit der Angst zu tun, wenn man merkt, dass sie euch umkreist haben, man aber nur ihr Zischen aus dem Dickicht des Dschungels hört. Auf der anderen Seite rennen sie aber ab und zu ziellos und desinteressiert durch die Gegend oder bleiben an Ecken hängen. Das zerrt an der mitunter wirklich gelungenen Atmosphäre des Spiels.
Die Grafik präsentiert sich als sehr stimmig und der Dschungel als sehr organisch, auch wenn man ab und an mal einen zweidimensionalen Baum oder Clippingfehler entdecken, wenn man genauer hinschaut. Ebenfalls positiv hervorzuheben ist die enorme Weitsicht und die teilweise wirklich atemberaubenden Ausblicke, die ihr dadurch genießen dürft. Die schöne Welt Turoks endet allerdings, sobald ihr eines der zum Glück eher seltener vorkommenden Innenareale betretet. Hier gestalten sich die Räume meist recht kahl und die Gänge trist. Dennoch hinterlässt Turok als einer der vielen Titel, die auf der Unreal Engine basieren, mitunter den saubersten visuellen Eindruck.
Ganz weit vorne ist aber der Sound anzusiedeln. Ob nun die Dschungelgeräusche, das Fauchen und Brüllen der Dinos oder die Feuergefechte; alles dröhnt über 5.1 wirklich sehr bombastisch aus euren Boxen. Auch die deutsche Synchro ist überraschend gut ausgefallen, so dass es sich verschmerzen lässt, dass man nicht auf das englische Original wechseln kann.
Ich bin durch. Gib mir mehr!
Wer sich durch die gut acht Stunden lange Kampagne geballert hat, bekommt mit dem gelungenen Mehrspielermodus weiteres Futter für lange Nächte. Mit bis zu 16 Spielern könnt ihr euch in mehreren Modi gegenseitig das Leben zur Hölle machen. Cooler Nebeneffekt dabei: Die Maps sind auch mit Dinos bevölkert und diese mischen kräftig mit. So kann es vorkommen, dass ihr gerade von einem Gegner aufs Korn genommen werdet und dieser dann von einem Raptor angegriffen wird. Das ist Schadenfreude pur und bringt Abwechslung ins Spiel. Neben der vielen Modi könnt ihr auch noch drei eigenständige Coop-Missionen mit drei Freunden spielen, wenn auch nur online. Während unseres Tests hatten wir allerdings oft Probleme, ein Spiel zu finden. Wenn es dann mal geklappt hat, litt der Spielspaß manchmal unter störenden Lags und Verzögerungen.
Turok im Test.
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