Gesamtwertung80%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegBefriedigend |
BedienungGut |
Ein einfaches Billardspiel werden vermutlich die meisten von euch schon einmal in der Kneipe um die Ecke absolviert haben. Allerdings ist Snooker kein simples Billardspiel, sondern wird auch gerne als Perfektion des schwierigen Sports bezeichnet. Da Snooker hierzulande eher als Randsportart bezeichnet werden kann, möchten wir zunächst etwas näher auf den Perfektionssport, der vor allem in Großbritannien und Irland einen hohen gesellschaftlichen Stellenwert genießt, eingehen.
Snooker Kein leichtes Spiel!
Das Snooker-Spiel wurde in Indien im Jahre 1875 von Offizieren der britischen Kolonialkräfte erfunden und ist eine Variante des Billardsports, welche mit speziellen Spielstöcken auch Queues genannt auf einem 12-Fuß-Billardtisch mit insgesamt sechs Taschen gespielt wird. Das Spielprinzip ist denkbar einfach: Es gilt, fünfzehn rote und sechs andersfarbige Kugeln nach einem bestimmten Regelwerk, mit der weißen Spielkugel in die Taschen zu versenken. Die schwarze Kugel stellt dabei die Kugel mit dem höchsten Wert dar. Der Begriff Snooker bezieht sich dabei auf eine Spielsituation, bei der ein Spieler durch gekonntes Setzen der Spielkugel seinen Kontrahenten zu einem Foul zwingt. Im Klartext bedeutet das, dass dann die eigentlich zu spielende Kugel nicht spielbar und nur über einen professionellen Kunststoß zu erreichen ist. Aufgrund des daraus resultierenden höheren technischen Schwierigkeitsgrades und die größeren Anforderungen des taktischen Könnens der Spieler, unterscheidet sich Snooker deutlich vom herkömmlichen Poolbillard.
Mit dieser kurzen Einweisung in den Snookersport kratzen wir allerdings nur an der Spitze des Eisbergs. Wer seinen Wissensdurst mit ausführlicheren Antworten stillen möchte, dem legen wir an dieser Stelle die Homepage von Wikipedia ans Herz, auf der wirklich viele Informationen zu diesem Sport nachzulesen sind.
Ein Tutorial, das hilft
Wer sich mit dem ziemlich großen Regelwerk des Snookersports nicht wirklich auskennt, der sollte vor dem eigentlichen Spiel zunächst das Tutorial absolvieren. Genreneulinge werden ohnehin nicht um das Tutorial herumkommen, da der komplette Spielinhalt in Englisch gehalten ist und auch der Trainer nicht der deutschen Sprache mächtig ist. Das ist aber eigentlich nicht weiter tragisch und erschwert lediglich den Spieleinstieg etwas.
Aber schon nach ein paar Übungsminuten und Anfreundung mit der recht empfindlichen Steuerung werdet ihr euch am Spieltisch schnell zurecht finden. Hilfslinien weisen euch den richtigen Stoßwinkel, eine Kraftanzeige die passende Stoßstärke und auch die Controllerfunktionen werden nicht außer Acht gelassen und ordentlich erklärt. Habt ihr gelernt, wie man den Queue richtig hält und euch mit den Spielmöglichkeiten etwa wie man Kugeln über Bande anspielt angefreundet, könnt ihr euch nun anderen, wesentlich anspruchsvolleren Herausforderungen stellen. Berücksichtigt aber dabei, dass ihr in den anderen Spielmodi nur eine realistische Chance habt, wenn ihr die Regeln, die Steuerung und das eigentliche Spiel einigermaßen beherrscht. Andernfalls werdet ihr gegen eure Kontrahenten, die allesamt wirklich herausragend spielen können, kein Land sehen.
Abwechslungsreiche Spielmodi
Raus aus dem Trainingsparcours und rein ins richtige Spiel. Dabei habt ihr die Qual der Wahl und könnt aus vielen, abwechslungsreichen Spielmodi wählen. Seid ihr kurz angebunden ist eine schnelle Runde Pool die richtige Wahl, habt ihr etwas mehr Zeit, darf es auch eine längere und wesentlich schwierigere Runde Snooker sein. Solltet ihr keine der beiden Spielarten kennen, wäre es vielleicht besser direkt ins Tutorial zurück zu gehen und sich dort zu informieren, wie die Modi ausgetragen werden. Ist euch das zuwider, könnt ihr aber auch noch aus vielen weiteren Spielarten, die sich in Billards, 8 Ball Pool, 9 Ball Pool, Bar Billards, Golden Cue, Hybrid und Trick Shot aufteilen, wählen. Letztgenannter ist jedoch nicht sofort zu Spielbeginn verfügbar, sondern wird erst freigeschaltet, wenn ihr die Snooker Meisterschaft durchgespielt habt.
Apropos Meisterschaft: Genreexperten und Kenner des Xbox Live Arcadespiels Bankshot Billards 2 brauchen eigentlich gar nicht lange fackeln und können sich ohne längere Trainingsspiele direkt in den Championship Modus begeben. Dort angekommen könnt ihr mit dem Charaktereditor erstmal euer virtuelles Alter-Ego individuell erstellen und diesem einen schicken Anzug verpassen, der dem Gentleman-Sport gerecht wird. Seid ihr fertig, könnt ihr euer Spielgeschick in einem von insgesamt zehn spielbaren Turnieren, welche sich in World Championship Snooker, UK Championship, Grand Prix, Northern Ireland Trophy, Masters, Irish Masters, British Open, China Open, Welsh Open und Malta Cup aufteilen, unter Beweis stellen.
In den Turnieren warten dann auch namhafte, echte Größen wie beispielsweise Steve Davis, John Higgins, Peter Ebdon, Shaun Murphy und Ronnie O´ Sullivan auf euch, die sich extra für das Spiel digitalisieren ließen und ihren Vorbildern sehr detailgetreu nachempfunden wurden.
Die Technik im Detail
Es aber kommt nicht nur darauf an, dass die Spieler gut aussehen, sondern auch dass das Spielgeschehen ordentlich umgesetzt wurde. Hier muss an erster Stelle die sehr empfindliche Steuerung als Kritikpunkt angeführt werden, die euch vollste Kontrolle und vor allem, ein hohes Maß an Geduld abverlangt. Wollt ihr einen exakten Stoß ausführen und passend dazu den Queue zur Ideallinie ausrichten, kommt es des Öfteren vor, dass ihr übers Ziel hinausschießt, da die Steuerung zu schnell reagiert. Glücklicherweise haben die Entwickler eine Funktion integriert, welche die Steuerung verlangsamt und es ermöglicht, in kleinen Schritten zu agieren. Kontrollierbar ist auch die Stoßstärke des Queues, die beim Stoßen am linken Bildschirmrand eingeblendet wird. Mit dieser Anzeige stellt selbst das leichteste Anspiel kein Problem mehr dar. Die eingeblendeten Anzeigen aus dem Tutorial kommen auch im eigentlichen Spiel zum tragen und werden als zwei Pfeile und ein Kreis dargestellt. Die zwei Pfeile zeigen euch die Richtung der angestoßenen Kugel sowie die Ablenkungen des Cue-Balls an. Hier gilt: Je höher die Stoßgeschwindigkeit und die damit verbundene Geschwindigkeit der Kugel, desto länger die Pfeile. Der eingeblendete Kreis ist euch ebenfalls eine sehr große Hilfe, denn er zeigt euch die vermutete Endposition des Cue-Balls nach einem Stoß an. Das ist vor allem dann hilfreich, wenn ihr die Kugel so unfair positionieren wollt, dass euer Kontrahent danach keinen einfachen Stoß mehr ausführen kann.
Hervorzuheben ist auch, dass man die Spielansicht verändern kann. Hier habt ihr die Möglichkeit, das Spielgeschehen direkt über den Queue also durch die virtuellen Augen eures Spielers oder aus der Vogelperspektive heraus zu betrachten.
Letztgenannte macht euch das Anpeilen der gewünschten Kugeln aber deutlich einfacher, da die Sicht von oben auf den Tisch übersichtlicher gehalten ist. Zudem ist es möglich, die Sicht frei zu drehen und den Betrachtungswinkel jederzeit zu verändern. Übersichtsprobleme werdet ihr in World Snooker Championship 2007 folglich nicht bekommen.
Die audiovisuelle Seite
Eins muss man den Entwicklern von Blade Interactive Studios lassen: Selten sah ein Snookerspiel aus optischer Sicht heraus betrachtet, so authentisch und detailgetreu nachempfunden aus wie hier. Das liegt hauptsächlich an den Charaktermodellen, die sehr detailgetreu und realistisch gestaltet worden sind. Bis auf einige kleine Ausnahmen wie beispielsweise das Laufen der Spieler zu Matchbeginn oder -ende, sind die Animationen und Bewegungsabläufe der Protagonisten wirklich sehr gut gelungen. Selbst auf die Mimik der Spieler wurde geachtet und so zeichnet sich ein fehlgeschlagener genauso wie ein gelungener Stoß auf den Gesichtern der Spieler ab. Auch das Spielfeld kann sich sehen lassen und wurde hervorragend in Szene gesetzt. Die übersichtlichen Kameraperspektiven und schönen Replays sind dem echten Spielgeschehen nachempfunden und stehen einer echten Live-Übertragung in nichts nach. Hier bekommt man dauerhaft das Gefühl vermittelt, sich mitten im Turnierwettkampf zu befinden.
Zu einer optisch sehr detailgetreuen Spielkulisse sollte es aber auch den dazugehörigen und passenden Klangteppich geben, und den bekommt ihr hier auch zu hören. Wie es sich für einen ruhigen Konzentrationssport gehört, herrscht hier nämlich weitestgehend Stille. Die einzigen die hier sprechen, sind die Kommentatoren die etwas zum Spielgeschehen sagen und ab und an die ruhige Atmosphäre mit einem Witz etwas auflockern. Ansonsten hört man nur das Klackern der Spielkugeln und die Zuschauer im Hintergrund flüstern. Snooker ist eben ein ruhiger Sport, weshalb es hier auch etwas gediegener zugeht.
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World Snooker Championship 2007 im Test.
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