X-Men: The Official Game

Review
Plattform
Microsoft XBOX 360
Vertrieb
Activision
Entwickler
-
Erscheinungsdatum
-
Genre
Abenteuer
USK
12
X-Men: The Official Game [X360 , Justgamers]

Gesamtwertung

63%/10

Grafik

Befriedigend

Sound

Gut

Lanzeitspaß

Befriedigend

Spieleinstieg

Befriedigend

Bedienung

Ausreichend

X-Men: The Official Game

Die Marvel Comics stehen seit Jahrzehnten in der Gunst der Leser. Neben den Büchern, allerhand Merchandising und regelmäßigen Zelluloidumsetzungen, finden sich immer mal wieder Videospiele mit den Helden aus dem Marvel Universum. Nun sind es – passend zum Start des dritten Films – die X-Men, eine Horde von Mutanten, die ihren finalen Kampf Gut gegen Böse austragen. Wir sagen euch, ob die Xbox 360 Premiere gelungen ist oder ob ihr besser um die virtuellen X-Men einen Bogen machen solltet.

Weniger bedeutet nicht mehr

Obwohl es von den X-Men zahlreiche Charaktere gibt, beschränkt sich das offizielle Spiel zum Film auf lediglich drei spielbare Figuren. Neben dem aus den Vorgängern bekannten Wolverine kommen nun erstmals Iceman und Nightcrawler hinzu. Das Spiel ist allerdings keine 1:1-Portierung der Filmhandlung und auch keine Fortsetzung der X-Men Legends Reihe, sondern vielmehr handelt es sich bei X-Men The Official Game um ein eigenständiges quasi Spin off Spiel. Die Story spielt zwischen dem filmischen Vorgänger und dem aktuell in den Lichtspielhäusern gezeigten dritten Teil. Dass die Geschichte rund um die Mutanten eigentlich nur gut sein kann, dafür steht der Name Zak Penn, seines Zeichens Mitautor des letzten X-Men Films. Als weiteren Garanten für einen Erfolg holte man sich Chris Claremont ins Boot, der seit den 1970er Jahren an den Geschichten der X-Men Comics schreibt.

Um auch nicht X-Men Kenner einzuweihen, sei noch einmal kurz der Hintergrund beleuchtet. Die X-Men sind Mutanten, welche individuelle Fähigkeiten besitzen. Ganz wie im normalen Leben, gibt es die Guten – unter der Führung von Professor Charles Xavier – und die Bösen – angeführt von Magneto, der selbst ein Mutant ist. Während die Guten den Frieden bewahren, wollen die fiesen Mutanten die Menschheit auslöschen und sich so ziemlich alles unter den Nagel reißen, was möglich ist. Das lässt sich Professor Xavier jedoch nicht bieten, und schickt drei seiner besten Kämpfer in die finale Schlacht.

Der sich den Wolf heult

Also machen sich die drei Auserwählten auf den Weg, um ein für allemal für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Abwechselnd schlüpft ihr nun in die Rolle von Wolverine, Iceman und Nightcrawler. Neben den Bösen Burschen, warten auch noch zahlreiche andere Gegner auf euch, unter anderem das staatliche Militär, welches natürlich nicht tatenlos zusehen kann, wie sich die Superhelden gegenseitig aufs Korn nehmen. Da eure drei alter Egos jeweils spezielle Fähigkeiten haben, kommt mit jedem der drei Charaktere auch ein anderes Spielgefühl auf. Klauenmann Wolverine steht fürs Grobe im Spiel. Mittels seiner Metallpranken räumt er erst einmal kräftig auf und fegt alles, was sich ihm in den Weg stellt, aus der Bahn. Neben zahlreichen Combos, hat er auch einen Superschlag im Repertoire. Nightcrawler hingegen hat sich da schon eher auf die Enterprise Taktik verlegt. Mittels Teleportierung kann er sich blitzschnell hinter seine Gegner „beamen“, um sie dann mit einem Überraschungsangriff zu überwältigen. Der Dritte im Bunde ist ein wahrer Künstler. Iceman skatet auf einer gigantischen Eisbahn durch den Nachthimmel und schießt Eisstrahlen auf seine Widersacher.

Alternativ friert der gut gekühlte Superheld auch schon mal den einen oder anderen Gegenstand ein, um ihn dann geschickt einzusetzen.

Es ist nicht alles Gold…

Dass sich die X-Men irgendwie nicht so recht in Szene setzen können, liegt wohl weniger an den beeindruckenden Cutscenes, die allesamt in Comicgrafik gehalten sind, und dadurch die Atmosphäre der Vorlagen gut einfangen. Viel mehr stellt sich eine Ermüdung beim Spieler ein, da die Levelmissionen allesamt recht langatmig ausfallen und wenig interessante Abwechslung geboten wird. Gerade die Wolverine Missionen sind ziemlich stupide ausgefallen. Auch Iceman surft, spätestens nach dem dritten eigenen Level, jenseits einer Begeisterungswelle. Einzig Nightcrawler kann durch seine Teleportier-Fähigkeiten für einige Zeit begeistern. Doch spätestens wenn ihr die Fähigkeiten eurer Mutanten aufgelevelt habt, gibt es kaum noch Motivationsmomente. 28 Missionen mit lediglich drei Charakteren sind einfach viel zu monoton. Das Level up geschieht nach jeder gewonnenen Mission via Gen-Pool, den ihr beliebig erweitern dürft. Nett aber nicht besonders spektakulär. Fast schon als peinlich lässt sich das Fehlen eines Multiplayermodus bezeichnen. Was haben sich die Entwickler bloß dabei gedacht, lediglich einen Spieler in den Kampf mit den X-Men zu schicken und auch auf eine Onlineanbindung gänzlich zu verzichten? So etwas darf einfach bei einem Next-Gen Titel nicht sein.

Zeig mir den Weg

Ein weiteres Manko des Spiels, ist vor allem die teilweise miserabel ausgewählte Kameraführung. Während ihr die Kamera in den Nightcrawler Missionen frei um ihn rotieren lassen und auf und ab blicken könnt und auch Iceman recht gut vom Fleck kommt, gibt es vor allem bei Wolverine ärgste Probleme. Aufgrund dessen, seht ihr nicht immer da, wo der Feind genau platziert ist. Gerade bei größeren Gegneraufkommen, oder Gegnern mit stärkeren Waffen, kann so etwas Frustmomente schaffen – vor allem im höchsten der drei Schwierigkeitsgrade.

Next-Gen X-Men?

Grafisch müsst ihr leider bei X-Men: The official Game zahlreiche Abstriche machen. Wer denkt, dass es sich um einen optischen Leckerbissen handelt, wird ziemlich enttäuscht. Das Spiel, so wie es sich präsentiert, hätte durchweg auf der alten Xbox ebenso laufen können. Die Texturen strotzen nicht gerade von Abwechslung und Vielfalt, sind zwar selten Pixelmatsch, doch insgesamt wirken sie einfach viel zu lieblos hingeschludert. Gleiches gilt für die Charaktere. Auch wenn die Grafikdesigner sich eindeutig mehr an den Comicvorlagen, denn an den filmischen alter Egos orientierten, springt der Funke nicht wirklich über. Ein weiteres Manko für alle Fans der X-Men, die der englischen Sprache nicht oder nur mit Einschränkungen mächtig sind: Der Titel wird hierzulande komplett in Englisch auf den Markt gebracht. Nicht einmal für deutsche Untertitel hat es gereicht. Dafür wissen wenigstens die englischen Sprecher überwiegend zu gefallen.

Fazit

Schade Activision. Dass ihr es besser versteht, Spiele auf Microsofts Next-Gen Konsole zu portieren, habt ihr bereits bewiesen. Mit den X-Men: The official Game, verfallen die Entwickler jedoch sowohl inhaltlich als auch optisch auf Xbox Niveau zurück. Die leistungsstarke Xbox 360 kommt nicht annähernd ins Schwitzen. Aufgrund eines fehlenden Mehrspielermodus, müssen wir weitere Punkte abziehen, die den Titel in die Mittelmäßigkeit abstürzen lassen. Wieder einmal eine Filmumsetzung mit etlichen Schwächen und wenigen Highlights.

X-Men: The Official Game [X360 , Justgamers]

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