Bereits der Live Service der Xbox wusste zu überzeugen, war mit schon über 2 Millionen Nutzern sehr erfolgreich und lud Konsoleros nach Jahren des offline-Daseins endlich in die online-Welt ein, die bis dato den PC-Spielern vorbehalten blieb. Allerdings wurden die deutschen Xbox Live Kunden mit drei Problemen konfrontiert: Man wusste erstens nicht wirklich vor dem Kauf, was einen bei Xbox Live erwartet, brauchte eine Kreditkarte und musste oftmals mit englischsprachigen Usern spielen. Drei Probleme, die Microsoft auf der Xbox 360 der Vergangenheit angehören lassen will. Mit Erfolg, massig weitere Anreize, den Live Service zu benutzen gibt, es obendrauf. Nun aber erstmal eins nach dem anderen.
Bei Xbox Live Silber handelt es sich um die kostenlose Variante des Services, diese steht jedem Xbox User zur Verfügung, sobald er sich mit seinem Gamertag auf Xbox Live anmelden möchte. Das Silbermodell erlaubt die Teilnahme an der Online Community, das Kreieren einer eigenen Gamercard, das Senden und Empfangen von Sprach- und Textnachrichten, die Benutzung der Freunde-Liste sowie den Zugriff auf den Xbox Live Marketplace, der neuen zentralen Anlaufstelle für teilweise auch kostenpflichtige Downloads wie Demos, Trailer, zusätzliche Spielinhalte aber auch die neuen Arcade-Games.
Der Knackpunkt ist hierbei das Spielen, was nur an so genannten Promotion-Wochenden begrenzt möglich ist. Auch muss man damit rechnen, dass Gold-Mitglieder zusätzliche Spielinhalte vorher zum Download erhalten.
Wer unbeschwert online seine Lieblingsgames zocken möchte, braucht eine Gold-Mitgliedschaft, die kostenpflichtige Variante von Xbox Live.
Bevor hier jedoch Kosten fällig werden, wird dem neuen Nutzer die Möglichkeit gegeben, das Goldmodell vier Wochen lang unverbindlich zu testen, was Problem Nummer eins, der Ungewissheit, vorbeugt. Ist dieser Testraum abgelaufen, ändert sich die Mitgliedschaft automatisch auf den Silberstatus.
Neben den Features von Xbox Live Silber enthält das Goldmodell die Möglichkeit, rund um die Uhr an Multiplayer-Games teilzunehmen, sowie erweiterte Matchmaking- und Bewertungfunktionen und den Zugriff auf umfangreiche Statistiken.
Zu beachten ist außerdem, dass bei Usern unter 18 Jahren (bei Kindern unter 13 ist außerdem eine Kreditkarte zwingend notwendig) die Anmeldung eines Elternteils mithilfe eines weiteren Microsoft Passport Zugangs nötig ist. Sollte ein solcher Account nicht vorhanden sein, kann dieser auch neu erstellt werden. Volljährige benutzen bzw. erstellen einen eigenen Zugang, während Nutzer des alten Live Service sich einfach mit ihrem Gamertag einloggen. Wem die Texteingabe via Gamepad missfällt, erledigt den Großteil schon auf Xbox.com.
Ein weiteres wichtiges Feature, das in eurem Gamertag gespeichert wird, ist die Reputation. Je nach dem wie ihr euch während des Multiplayer-Gamings verhaltet, bewerten euch eure Mitspieler über ein Feedback-System. So können diese bestimmen, ob sie euch in Onlinematches bevorzugen oder meiden wollen, was sich auch auf das automatische Matchmaking auswirkt. Außerdem können Sprache, Slang aber auch das Verhalten beim Spielen beurteilt werden. In den Reputation-Details steht also auch, ob ihr euch aggressiv oder unsportlich verhaltet oder Spiele einfach vorzeitig beendet. In Kurzform wird eure Ebay-ähnliche Beurteilung in einem Sterne-System angezeigt. Je nach Feedback habt ihr davon bis zu fünf, wobei auch nur teilweise ausgefüllte Sterne möglich sind. Zu Beginn betretet ihr mit drei Sternen die neue Xbox Live Welt.
Während andere User über das Dashboard, der Nutzeroberfläche der Xbox 360, eure Details einsehen können, ist es auch möglich, euren Freunden über das Internet eine grobe Zusammenfassung eures Gamertags zu geben. Dies geschieht mit der Gamercard, die über ein I-Frame in Webseiten und Forensignaturen eingebaut werden kann:
Auf der Gamercard lässt sich anhand der Hintergrundfarbe des Gamertags zum einen das gewählte Xbox Live Modell - Silber oder Gold - erkennen. Außerdem wurde die Karte mit der Anzeige des ausgewählten Avatars personalisiert. Neue Benutzerbilder lassen sich übrigens downloaden, das Erstellen von eigenen Bildern ist leider nicht möglich. Rechts neben dem Avatar sind Reputation, Gamerscore sowie die bei der Anmeldung gewählte Zone (Fun, Pro, Familie, Underground) ablesbar, während im unteren Bereich der Karte die letzten fünf gespielten Titel über ein kleines Icon visuell dargestellt werden.
Reichlich ausführlicher geht es auf der offiziellen Website Xbox.com zu: Wer einen eigenen Xbox Live Account hat, kann sich dort außerdem Lieblingsgenres, -spiele und konsolen anzeigen, sämtliche Spiele auflisten und freigeschaltete Erfolge des ausgewählten Nutzers vergleichen lassen. Sollte euer Lehrer oder Vorgesetzter leidenschaftlicher Xbox Spieler sein, seid gewarnt: Auf dieser Seite wird außerdem angezeigt welches Spiel ihr grade spielt und wo ihr euch in diesem befindet. Gebt ihr also an, krank im Bett zu liegen, zieht auf jeden Fall das Netzwerkkabel ab, Redakteurskollege Tobias Müller wird das nicht anders machen.
Bei Microsoft Points handelt es sich um die virtuelle Währung auf dem Marktplatz. Neben kostenlosen Trailern und Demos müsst ihr nämlich für Arcade-Games, Dashboard Themes, Avatare und die geplanten Spieleinhalte meist einen kleinen Obolus entrichten. Microsoft Points haben dabei nichts mit den Gamerscores zu tun und können über Kreditkarte im Dashboard von Xbox Live oder über im Handel erhältliche Prepaidkarten aufgeladen werden:
Umgerechnet entspricht ein Euro rund 84 Microsoft Points. Für die zum Launch angebotenen kostenpflichtigen Downloads zahlt ihr also:
1 Dashboard Theme 150 Points / ~ 1,801 User Avatar* 20 Points / ~ 0,251 Arcadespiel** 400 bis 1200 Points / ~ 4,80 bis 14,30
*auch als Bundles erhältlich
** zuvor als Trialversion anspielbar
Über einen flink ausgeführten Menüwechsel nehmt ihr an online-Rennen teil während ihr in Echtzeit Erfolge freischaltet, die den Gamerscore auf der Gamercard wieder ein wenig besser aussehen lassen. Auch bei anderen Titeln spiegelt sich ähnliches wieder, so ist es auch beim eigentlichen Solo Action Adventure Kameo möglich, ordentlich zu punkten sowie einen Rang in den jeweiligen Abschnitten zu ergattern. Online-Duelle in Perfect Dark Zero liefen ebenso flüssig wie in den anderen Launchtiteln, auch wenn nebenbei viel via Headset kommuniziert wurde. Einzig zum Problem mit den meist englischsprachigen Gegnern können wir uns, ob des Testzeitraums vor dem Deutschland Release, nicht äußern. Hier sollte man Microsofts Versprechung ruhig glauben schenken, die anderen versprochenen Features und Fixes hat man nämlich eingehalten.