Xbox 360: Xbox Live

Review
Plattform
Microsoft XBOX 360
Vertrieb
-
Entwickler
Microsoft
Erscheinungsdatum
-
Genre
Action
USK
-
Xbox 360: Xbox Live [X360 , Justgamers]

Xbox 360: Xbox Live

Bereits der Live Service der Xbox wusste zu überzeugen, war mit schon über 2 Millionen Nutzern sehr erfolgreich und lud Konsoleros nach Jahren des offline-Daseins endlich in die online-Welt ein, die bis dato den PC-Spielern vorbehalten blieb. Allerdings wurden die deutschen Xbox Live Kunden mit drei Problemen konfrontiert: Man wusste erstens nicht wirklich vor dem Kauf, was einen bei Xbox Live erwartet, brauchte eine Kreditkarte und musste oftmals mit englischsprachigen Usern spielen. Drei Probleme, die Microsoft auf der Xbox 360 der Vergangenheit angehören lassen will. Mit Erfolg, massig weitere Anreize, den Live Service zu benutzen gibt, es obendrauf. Nun aber erstmal eins nach dem anderen.

Chatten ist Silber, Zocken ist Gold

Zum Start der Xbox 360 krempelte Microsoft den Xbox Live Service ordentlich um. So gibt es nun statt einer, zwei mögliche Mitgliedschaften: Xbox Live Silber und Xbox Live Gold. Beide Unterscheiden sich hauptsächlich in zwei wichtigen Eigenschaften: Dem Preis und der Möglichkeit, online zu spielen.

Bei Xbox Live Silber handelt es sich um die kostenlose Variante des Services, diese steht jedem Xbox User zur Verfügung, sobald er sich mit seinem Gamertag auf Xbox Live anmelden möchte. Das Silbermodell erlaubt die Teilnahme an der Online Community, das Kreieren einer eigenen Gamercard, das Senden und Empfangen von Sprach- und Textnachrichten, die Benutzung der „Freunde“-Liste sowie den Zugriff auf den Xbox Live Marketplace, der neuen zentralen Anlaufstelle für – teilweise auch kostenpflichtige – Downloads wie Demos, Trailer, zusätzliche Spielinhalte aber auch die neuen Arcade-Games.

Der Knackpunkt ist hierbei das Spielen, was nur an so genannten Promotion-Wochenden begrenzt möglich ist. Auch muss man damit rechnen, dass Gold-Mitglieder zusätzliche Spielinhalte vorher zum Download erhalten.

Wer unbeschwert online seine Lieblingsgames zocken möchte, braucht eine Gold-Mitgliedschaft, die kostenpflichtige Variante von Xbox Live.

Bevor hier jedoch Kosten fällig werden, wird dem neuen Nutzer die Möglichkeit gegeben, das Goldmodell vier Wochen lang unverbindlich zu testen, was Problem Nummer eins, der Ungewissheit, vorbeugt. Ist dieser Testraum abgelaufen, ändert sich die Mitgliedschaft automatisch auf den Silberstatus.

Neben den Features von Xbox Live Silber enthält das Goldmodell die Möglichkeit, rund um die Uhr an Multiplayer-Games teilzunehmen, sowie erweiterte Matchmaking- und Bewertungfunktionen und den Zugriff auf umfangreiche Statistiken.

Die Kosten von Xbox Live Gold im Überblick:

Erstmals ist es möglich bei der Abonnierung eines kostenpflichtigen Live Service neben der Kreditkarte auch per Lastschriftverfahren zu bezahlen. Problem Nummer zwei, die Kreditkarte, ist somit auch hinfällig. Außerdem soll es in Zukunft möglich sein, im Fachhandel Subscription Cards zu kaufen. Diese sollen einen Code beinhalten, der einfach im Xbox Live Menü eingegeben wird und die jeweilige Dauer der Goldmitgliedschaft freischaltet. Zu beachten ist, dass sich die Mitgliedschaft ohne Kündigung der Verlängerung vor Ablauf des Abos automatisch um den bestellten Zeitraum verlängert. Hat man bereits für ein Jahr bezahlt kann dies bei Vergessen teuer werden.

Zu beachten ist außerdem, dass bei Usern unter 18 Jahren (bei Kindern unter 13 ist außerdem eine Kreditkarte zwingend notwendig) die Anmeldung eines Elternteils mithilfe eines weiteren Microsoft Passport Zugangs nötig ist. Sollte ein solcher Account nicht vorhanden sein, kann dieser auch neu erstellt werden. Volljährige benutzen bzw. erstellen einen eigenen Zugang, während Nutzer des „alten“ Live Service sich einfach mit ihrem Gamertag einloggen. Wem die Texteingabe via Gamepad missfällt, erledigt den Großteil schon auf Xbox.com.

Wie war ich?

Der Gamertag ist euer Spielername für alle Xbox 360 Spiele. Das Erstellen eines neuen Profils in jedem neuen Spiel bleibt somit erspart. Eine einzelne Identität bietet aber noch weit aus mehr Vorteile: So werden unter eurem Gamertag alle Spiele gespeichert, die ihr bislang gespielt habt, sowie eure Erfolge, die ihr on- wie offline errungen habt, verewigt. Dies geschieht mit dem neu eingeführten Gamerscore: Je nach Spiel wurden vom Entwickler bestimmte Erfolge festgelegt, die in einem Spiel erreicht werden können. So gibt es beispielsweise in Project Gotham Racing 3 60 Gamerscores sowie das Profifahrerabzeichen, wenn ihr eine Aufgabe im Platin-Schwierigkeitsgrad und mit Handschaltung bewältigt, während man in Kameo durch Befreien von Elementarkriegern oder Familienangehörigen oder aber auch in Perfect Dark Zero durch absolvieren von zehn Deathmatchspielen punktet. Die Anzahl der Erfolge sowie die insgesamt möglichen Gamerscore variieren dabei von Spiel zu Spiel.

Ein weiteres wichtiges Feature, das in eurem Gamertag gespeichert wird, ist die Reputation. Je nach dem wie ihr euch während des Multiplayer-Gamings verhaltet, bewerten euch eure Mitspieler über ein Feedback-System. So können diese bestimmen, ob sie euch in Onlinematches bevorzugen oder meiden wollen, was sich auch auf das automatische Matchmaking auswirkt. Außerdem können Sprache, Slang aber auch das Verhalten beim Spielen beurteilt werden. In den Reputation-Details steht also auch, ob ihr euch aggressiv oder unsportlich verhaltet oder Spiele einfach vorzeitig beendet. In Kurzform wird eure Ebay-ähnliche Beurteilung in einem Sterne-System angezeigt. Je nach Feedback habt ihr davon bis zu fünf, wobei auch nur teilweise ausgefüllte Sterne möglich sind. Zu Beginn betretet ihr mit drei Sternen die neue Xbox Live Welt.

Während andere User über das Dashboard, der Nutzeroberfläche der Xbox 360, eure Details einsehen können, ist es auch möglich, euren Freunden über das Internet eine grobe Zusammenfassung eures Gamertags zu geben. Dies geschieht mit der Gamercard, die über ein I-Frame in Webseiten und Forensignaturen eingebaut werden kann:

Auf der Gamercard lässt sich anhand der Hintergrundfarbe des Gamertags zum einen das gewählte Xbox Live Modell - Silber oder Gold - erkennen. Außerdem wurde die Karte mit der Anzeige des ausgewählten Avatars personalisiert. Neue Benutzerbilder lassen sich übrigens downloaden, das Erstellen von eigenen Bildern ist leider nicht möglich. Rechts neben dem Avatar sind Reputation, Gamerscore sowie die bei der Anmeldung gewählte Zone (Fun, Pro, Familie, Underground) ablesbar, während im unteren Bereich der Karte die letzten fünf gespielten Titel über ein kleines Icon visuell dargestellt werden.

Reichlich ausführlicher geht es auf der offiziellen Website Xbox.com zu: Wer einen eigenen Xbox Live Account hat, kann sich dort außerdem Lieblingsgenres, -spiele und –konsolen anzeigen, sämtliche Spiele auflisten und freigeschaltete Erfolge des ausgewählten Nutzers vergleichen lassen. Sollte euer Lehrer oder Vorgesetzter leidenschaftlicher Xbox Spieler sein, seid gewarnt: Auf dieser Seite wird außerdem angezeigt welches Spiel ihr grade spielt und wo ihr euch in diesem befindet. Gebt ihr also an, krank im Bett zu liegen, zieht auf jeden Fall das Netzwerkkabel ab, Redakteurskollege Tobias Müller wird das nicht anders machen.

Kaufrausch

Ebenfalls neu im Live Service ist der Marketplace, welcher allerdings zu Release noch nicht vollkommen ausgebaut ist. Bislang lassen sich Trailer, Demos, Themes, Avatare sowie Arcade-Games downloaden. In naher Zukunft soll dieses Angebot mit zusätzlichen Inhalten von offizieller Seite erweitert werden. Die Möglichkeit, eigene Inhalte zu kreieren und für wertvolle Microsoft Points über den Marktplatz zu verkaufen, ist zumindest geplant.

Bei Microsoft Points handelt es sich um die virtuelle Währung auf dem Marktplatz. Neben kostenlosen Trailern und Demos müsst ihr nämlich für Arcade-Games, Dashboard Themes, Avatare und die geplanten Spieleinhalte meist einen kleinen Obolus entrichten. Microsoft Points haben dabei nichts mit den Gamerscores zu tun und können über Kreditkarte im Dashboard von Xbox Live oder über im Handel erhältliche Prepaidkarten aufgeladen werden:

Umgerechnet entspricht ein Euro rund 84 Microsoft Points. Für die zum Launch angebotenen kostenpflichtigen Downloads zahlt ihr also:

1 Dashboard Theme – 150 Points / ~ 1,80€1 User Avatar* – 20 Points / ~ 0,25€1 Arcadespiel** – 400 bis 1200 Points / ~ 4,80€ bis 14,30€

*auch als Bundles erhältlich

** zuvor als Trialversion anspielbar

Kommunikation

Ein weiterer Glanzpunkt des Xbox Live Service stellt die Kommunikation dar. So könnt ihr an Freunde in der Buddylist Nachrichten schicken – wer keine Lust hat mit dem Controller mühevoll Texte zu verfassen, greift zur USB-Tastatur oder aber zum Headset und nimmt eine Sprachnachricht auf –, private Chats starten oder zu Multiplayerrunden einladen. Weiterhin ist ersichtlich, wann sich der Kontakt zum letzten Mal in Xbox Live eingeloggt hat oder welches Spiel er grade spielt. Im dritten Menüpunkt neben Nachrichten und Buddylist seht ihr die Spieler, mit denen ihr zuletzt in Multiplayer-Spielen unterwegs ward. Als zusätzliche Information wird der online/offline-Status angezeigt sowie der Zeitpunkt des letzten Aufeinandertreffens im Spiel.

Multiplayer

Der große Unterschied zwischen Xbox Live Silber und Gold besteht wie erwähnt im Punkt online-Gaming. Hier bekommen diejenigen, die monatlich für ihren Service Geld berappen aber auch ordentlich was geboten. Online-Gaming heißt nicht einfach nur mal eben gegen andere menschliche Spieler zu zocken, sondern ein gelungenes Zusammenspiel zwischen on- und offline Spielerlebnis. Ein gutes Beispiel stellt hier der Launchtitel Project Gotham Racing 3 dar: Während ihr permanent mit Xbox Live verbunden seid – Flatrate vorausgesetzt – seht ihr auch in der offline-Karriere wie ihr die aktuelle Aufgabe im Vergleich zu anderen gemeistert habt. Ob es sich hierbei um gesammelte Punkte in einem Rennen oder die Bestzeit auf der Nordschleife handelt, spielt keine Rolle.

Über einen flink ausgeführten Menüwechsel nehmt ihr an online-Rennen teil während ihr in Echtzeit Erfolge freischaltet, die den Gamerscore auf der Gamercard wieder ein wenig besser aussehen lassen. Auch bei anderen Titeln spiegelt sich ähnliches wieder, so ist es auch beim eigentlichen Solo Action Adventure Kameo möglich, ordentlich zu punkten sowie einen Rang in den jeweiligen Abschnitten zu ergattern. Online-Duelle in Perfect Dark Zero liefen ebenso flüssig wie in den anderen Launchtiteln, auch wenn nebenbei viel via Headset kommuniziert wurde. Einzig zum Problem mit den meist englischsprachigen Gegnern können wir uns, ob des Testzeitraums vor dem Deutschland Release, nicht äußern. Hier sollte man Microsofts Versprechung ruhig glauben schenken, die anderen versprochenen Features und Fixes hat man nämlich eingehalten.

Fazit

Wie auch bei der „alten“ Xbox stellt der Live Service einen echten Kaufgrund dar. Die frühere Variante des online-Angebots wurde ordentlich aufgemöbelt und auch die Kritik an der Abonnierung wurde sich zu Herzen genommen. Keine zwingend nötige Kreditkarte mehr sowie die Möglichkeit, die Goldvariante einen Monat lang zu testen, sind für deutsche Spieler eine mehr als nur gute Nachricht, aber auch das kostenlose Silbermodell dürfte viele Freunde finden. Das Zusammenspiel und die Mischung zwischen online und offline zocken klappt außerdem perfekt und ist bislang einzigartig im Konsolensektor. Wer nichts verpassen will, braucht eine schnelle Internetverbindung, das Premium System mit Festplatte und Headset, Xbox Live Gold und Microsoft Points. Das Ganze kann sich schnell summieren, ist sein Geld im Endeffekt aber auch wert.

Xbox 360: Xbox Live [X360 , Justgamers]

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