Commandos Strike Force
So weiche doch, Altbekanntes
Echtzeitstrategie hat ausgedient, nun wird persönlich und direkt zu den Waffen gegriffen. In Commandos Strike Force bewegt ihr euch in der Ego-Perspektive fort, ganz im Stil von Genrevertretern wie Battlefield, Medal of Honor oder Call of Duty.
Anstatt ein halbes Dutzend Elitesoldaten in der iso-Perspektive durch die Straßen Frankreichs oder Deutschlands zu schicken, erlebt ihr jetzt alles hautnah mit. Ihr werdet in die Haut dreier Protagonisten schlüpfen können und dürft zwischen diesen beliebig umherwechseln. Spielt ihr einen Charakter gerade einmal nicht, wird dieser vom Computer übernommen.
Ab und zu werdet ihr von KI-gesteuerten Helfern unterstützt, wie etwa der französischen Resistance.
'Greenie' ist wieder da
Das waren noch Zeiten, als man vom Green-Beret (auch liebevoll von den Fans 'Greenie' genannt) nur die Mütze erkennen konnte, bald werdet ihr ihn in voller Montur sehen können.
Greenie ist einer der drei spielbaren Charaktere, der sich - wie bekannt - durch seine enorme Kraft und durch seine Fähigkeit, Gegner mit nur einem Schlag zu Boden zu schicken auszeichnet. Eben ein richtiger Draufgänger und harter Kerl.
Des Weiteren ist da noch der Dieb, ein schneller und wendiger Typ, der weiß, wie man mit einem Würgeseil umzugehen hat. Gewitzt erwürgt er sein Gegenüber und schlüpft anschließend in dessen Kleidung um nicht weiter aufzufallen und unerkannt jede Kontrolle passieren zu können.
Zu guter Letzt wird euch noch der Scharfschütze zur Verfügung stehen, der vor allem mit einem umgehen kann: Waffen. Sein Scharfschützengewehr ist sein persönliches Baby, das er nie aus der Hand geben wird. Er ist ein Meister auf dem Gebiet des Tötens von Gegnern über weite Strecken hinweg. Ein Schuss und der Kontrahent guckt die Militärparaden nur noch von unten an.
Viva la musica!
Wie auch schon von den Vorgängerteilen bekannt wird sich der Komponist Mateo Pascual für die Titelmusik und die Mainthemes verantwortlich zeigen. Dies lässt Erwartungen auf eine atmosphärische und wohlklingende Orchestermusik aufkommen. Die Musik passt sich der jeweiligen Lage innerhalb der Mission an. Ist man nun in einen Kampf verwickelt oder schleicht sich an Häuserwänden entlang: Der Sound passt. Besonders interessant ist das Feature der Dolby 5.1 Technik. Jeder Spieler, der in den Genuss des Sounds kommen kann, da er eine entsprechende Anlage zur Verfügung hat, wird entzückt sein. Für jede Kugel wird ein eigenes Soundsignal berechnet, wodurch es möglich wird, dass man im Irrglauben lebt, eine Kugel würde direkt an dem eigenen Kopf vorbeizischen.
Warmes Frankreich, ich komme!
Ein lautes Gähnen werden sich die meisten alteingesessenen Egoshooter-Profis wahrlich nicht verkneifen können, wenn sie Commandos Strike Force starten. Schließlich spielt dieses in Russland, Frankreich und Deutschland. Nicht gerade 'römische Dörfer' für Zocker von Medal of Honor oder Call of Duty. Relativ unbekannt dagegen sind Kämpfe in Norwegen und Polen, die es ebenfalls gibt.
Um alle Missionen zu absolvieren, veranschlagen die Pyro Studios rund 15 Stunden. Bedenkt man jedoch den Schwierigkeitsgrad der anderen Commandos-Titel werden die meisten wohl eher die doppelte oder sogar die dreifache Zeit mit dem Game zubringen.
Abermals darf der Spielerzwischen zwei Schwierigkeitsgraden wählen: 'Normal' und 'Schwierig', wobei es wohl eher 'Sehr schwer' und 'fast unschaffbar' heißen müsste, ist man mit den Anforderungen, die Pyro an das eigene Können stellt, zur Genüge vertraut.
Grafik-Allerlei
Bei Commandos Strike Force kommt die RenderWare-Engine zum Einsatz, die einige vielleicht schon von GTA: Vice City kennen. Diese ist allerdings stark modifiziert.
Prägend sind die Grautöne, die das Game dominieren. Auf der einen Seite wird so eine starke Tristheit ausgedrückt und folglich die Zeit des Zweiten Weltkrieges auf eine realistische Art und Weise rübergebracht.
Andererseits sollte man sich fragen, ob das ganze Grau nicht nach längerer Zeit depressive Stimmung hervorruft und man das Spielen abbricht.
Bislang wirken die Gebäude äußerst hochauflösend, die eigenen Charaktere jedoch sehen noch ziemlich verpixelt und verschwommen aus, ebenso die Waffen.
Waffen - und sonst so?
Apropos Waffen: Welche Waffen es genau geben wird, steht noch nicht fest. Jedoch wird die Zigarettenschachtel ihr Debüt feiern, ebenso wie das Cent-Stück. Mit diesen Gegenständen kann man Gegner ablenken und diese auf eine falsche Fährte führen um sie dann im richtigen Augenblick von Hinten eiskalt zu erwischen. Darüber hinaus darf man sich auf Gas- und Rauchgranaten freuen.
Autos oder andere fahrbare Untersätze wird es nicht geben, da diese in die Storyline laut Pyro nicht hinein passen würden, einzig und allein hinter das Steuer eines Bootes kann man sich in einer Mission klemmen.
Einer für alle, alle für einen
Der Multiplayermodus wird vier Modi zu bieten haben: Die altbekannten 'Deathmatch' sowie 'Team-Dathmatch' sind natürlich mit von der Partie. Überdies wird man eine Runde 'Sabotage', bei der es darum geht, - wie der Name ja schon sagt - bestimmte Gegenstände zu zerstören, spielen können. Des Weiteren gilt es bei 'Postmen', ein bestimmtes Schriftstück ungesehen und ohne gesundheitliche Verluste von A nach B zu transportieren. Hierbei sollen vor allem die Spiezialfähigkeiten der Commandos zu Tragen kommen.
Besitzer der PC-Fassung werden mit bis zu 16 Freunden gleichzeitig spielen können, wobei Strike Force über Rendezvous funktionieren wird.
Ersteindruck
Die Pyro Studios leisten mal wieder ganz gute Arbeit. Wichtig ist jetzt nur, dass sie die Grafik noch verbessern und das Spiel bis ins letzte Detail ausarbeiten, damit die wenigen Features alle reibungslos und ohne Probleme funktionieren.Besonders Mühe geben sollten sich die Entwickler beim Multiplayermodus, denn im Moment sieht es noch so aus, als würde dieser im Stil von Splinter Cell nur einmal zu spielen sein und dann für die meisten Fans nutzlos und langweilig werden. Folglich wird die Genrekonkurrenz die Oberhand behalten, es sei denn, Commandos Strike Force sticht durch einen einzigartigen Singleplayermodus heraus, was durch das auf Egoshooter umgestellte Spielprinzip eher nicht zu erwarten ist.
Erscheinen wird das Game im Sommer 2005.

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