Marc Ecko´s Getting Up - Contents Under Pres
Der Sprayer Trane hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesteckt: Er will die Rechte der Bürger von New Radius auf Kunst- und Meinungsfreiheit mit mehr oder weniger friedlichen Mitteln wieder herstellen. Denn die Stadt wird von der CCK kontrolliert und mit Kameras überwacht, jedes kleine Vergehen löst sofort einen Alarm aus und ruft die Ordnungshüter auf den Plan. Um auf diese Zustände aufmerksam zu machen und sich Respekt bei seinen Homies im Untergrund zu verschaffen, muss Trane an möglichst gut sichtbaren Stellen in der Öffentlichkeit sein Tag hinterlassen. Aus diesem Grund trägt er statt eines Patronengurts eine ganze Menge Dosen am Gürtel mit sich herum, auch sein 'Still Free'-Shirt sieht ziemlich stylish aus. Im Laufe der 11 Kapitel des Spiels werden eure Aktionen gegen die Regierung immer dreister und gefährlicher. So besprüht ihr etwa die Scheiben von U-Bahn-Waggons, was für sich genommen ja noch nicht so aufregent wäre - wenn diese U-Bahn nicht gerade durch düstere Tunnels fahren würde, während Trent auf ihr herumklettert!
Marc Ecko´s Getting Up könnte man als einen wilden Genremix bezeichnen, der die Atmospähre von GTA mit Geschicklichkeitseinlagen und einigen Action-Adventure-Elementen verbindet.
Die Levels sind relativ linear aufgebaut, ihr müsst bestimmte Checkpoints erreichen und Missionsziele erfüllen. Meistens geht es dabei natürlich um Graffitis, die ihr an möglichst schwer zugänglichen Stellen wie etwa unter einer Brücke oder auf einem Freeway-Schild anbringen müsst. Mit einem Druck auf den rechten Analogstick macht ihr euch Tranes Intuition zu Nutze und markiert Flächen, die geradezu danach schreien, von euch besprüht zu werden, mit einem weißen Kreuz.
Nun müsst ihr diese Stellen nur noch erreichen, was jedoch meist ein gefährliches Unterfangen darstellt: Vorsichtig balanciert ihr über schmale Stahlträger und baufällige Gerüste, zwängt euch durch enge Röhren oder springt von einem Fußsims zum nächsten. Ein Schritt daneben und Trane landet auf den Geleisen einer S-Bahn oder auf dem stark befahrenem Freeway. Von den Animationen und der Handhabung her erinnern diese Passagen übrigens stark an Prince of Persia: Warrior Within.
Habt ihr den markierten Ort dann endlich erreicht, könnt ihr der Stadt endlich euren Stempel aufdrücken: Mit der Sprühdose im Anschlag sucht ihr euch ein möglichst cooles Tag aus, passt die Größe dem Untergrund an und beginnt zu sprayen.
Dabei muss der Druck gut dosiert und der rechte Analogstick gleichmäßig hin und her bewegt werden, bis die auf die Wand projezierte Skizze des Tags mit Farbe ausgefüllt ist. Je datailreicher euer Namenszug ist, umso mehr Fingerspitzengefühl braucht ihr dabei, denn wer zu lange auf dieselbe Stelle sprüht, hat schnell einen dicken Fleck. Das sieht dann nicht nur lächerlich aus, sondern sorgt auch dafür, dass ihr weniger Respekt bei euren Kumpels erlangt. Das jedoch ist wichtig, um im Laufe des Spiels weitere Techniken wie etwa das Ritzen mit einem scharfen Gegenstand zu erlernen. Leider könnt nicht alles in der Stadt besprühen, auch ein Tag selbst zu designen war zumindest in der Preview noch nicht möglich. Stattdessen greift ihr auf mehr als 60 vorgefertigte Graffitis zurück.
Klar, dass ihr nicht immer ungestört seid bei der Vollendung eurer Kunstwerke. Zu euren ständigen Gegnern gehören die Reinigungscrews, die eure Tags mit weißer Farbe übermalen wollen und die Polizei, die euch auf Schritt und Tritt überwacht. Eine saubere Methode, sich die Jungs vom Leib zu halten, ist ein Stealth Kill aus dem Dunkeln: Schleicht ihr euch von hinten an und bringt den Feind geräuschlos um die Ecke, holt er immerhin schonmal keine Verstärkung. Werdet ihr aber dabei entdeckt, hilft nur noch rohe Gewalt: Mit Fäusten, Tritten und Würfen beharkt ihr euren Kontrahenten, bis seine Energieleiste geleert ist und er das Bewußtsein verliert.
Oft könnt ihr ihn auch greifen und von hohen Gerüsten in den Abgrund stoßen. Habt ihr es dagegen mit der Polizei oder gar den üblen Typen von den CCK zu tun, solltet ihr euch nach einer Waffe umsehen. Leider sind die Kämpfe derzeit noch etwas simpel, ihr masht halt solange auf die Buttons, bis einer von euch am Boden liegt. Auch eine manuelle Zielerfassung wäre wünschenswert, denn das Spiel nimmt automatisch immer den nächsten Gegner ins Visier, was gegen zwei oder mehr Feinde sehr unübersichtlich wird.
Technisch macht Marc Ecko´s Getting Up schon einen sauberen Eindruck. Die dreckige Underground-Atmosphäre der verschiedenen Locations wurde gut eingefangen, die Grafik ist detailreich und auch die Animationen der Charaktere sind gelungen. Sämtliche Tags sehen sehr stylish aus, so dass ein Großteil der Motivation zum Weiterspielen im Freischalten dieser neuen Namenszüge und der Techniken liegen dürfte. Was zum gegenwärtigen Zeitpunkt allerdings noch nicht überzeugen konnte, war die chaotische Kameraführung. Vor allem in engen Räumen sorgt sie oft für Orientierungslosigkeit, auch bei den Klettereinlagen erweist sie sich als ziemlich störrisch, was schnell zu einem (tödlichen) Schritt ins Leere führen kann. Beim Sound dagegen ist alles im grünen Bereich, passend zur restlichen Atmospähre gibt es natürlich Hip-Hop-Mucke, außerdem wurde für die deutsche Version Afrob als Sprecher von Trane verpflichtet.
Ersteindruck
Ich war zunächst ziemlich skeptisch, ob das vom Ex-Sprayer Marc Ecko mit entwickelte Getting Up den vollmundigen Presseankündigungen gerecht werden würde, aber insgesamt macht das Spiel einen guten Eindruck. Der Mix aus Stealth, Action, Adventure und Geschicklichkeit ist sehr abwechslungsreich und wird dank der kreativen Ader von Mr. Ecko überaus stylish in Szene gesetzt. Verbesserungen erwarte ich noch im Bereich der Kamera und bei den stupiden Kämpfen, auch selbst seine Tags entwickeln zu können wäre cool. Wenn alles glatt geht, wird Marc Ecko´s Getting Up bei uns im September für PS 2, PC und Xbox erscheinen, auch ein Ableger fürs Handy ist in Planung.

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