Ninja Gaiden
Ein grafischer Hammer...
Ninja Gaiden verwendet eine modifizierte Version der Dead or Alive 3 Grafikengine, was natürlich die Frage aufwirft, wie gut diese Technologie die im Vergleich zum Beat`em up riesigen Areale darzustellen vermag. Anlässlich der E3 hatten wir erstmals die Möglichkeit, die Qualität der Ingame-Grafik in Bewegung zu begutachten. Team Ninja Chefentwickler Tomonobu Itakagi demonstrierte dort das Spiel in Form eines kompletten Levels. Erfreulicherweise befindet sich Ninja Gaiden auf einem grafisch mindestens ebenso hohen Niveau wie DOA3. Neben dem sehr detailliert gestalteten Helden, der zudem durch eine butterweiche Animationen zu beeindrucken weiß, tragen vor allem die hochauflösenden und gestochen scharfen Texturen zum positiven Gesamtbild bei.
Die Qualität der Animationen ist insofern erwähnenswert, da euer Held eine Vielzahl von Bewegungen beherrscht. Diese reichen vom vorsichtigen Entlanghangeln an einem Vorsprung und beeindruckenden Kampfbewegungen bis hin zum kurzfristigen Sprint an Wänden entlang. Dass unter dieser Vielzahl von Bewegungen nicht zwangsläufig die Übersicht leidet, dafür sorgt die hervorragend funktionierende Kamera, welche das Geschehen stets spektakulär erscheinen lässt. Es handelt sich dabei um eine klassische 3rd Person Kameraansicht, die euren Helden in kurzem Abstand folgt, bei Bedarf aber auch in eine optimalere Position wechselt. Besonders viel Arbeit hat man in die Gestaltung der Endgegner investiert, was sich absolut bezahlt gemacht hat. Diese teilweise bildschirmfüllenden Gegner sehen beeindruckend aus und stellen sicher sowohl ein spielerisches als auch ein technisches Highlight dar. Die Darstellung des Wassers ist auch als sehr gelungen zu bezeichnen, so wirft das Wasser Wellen, wenn Ryu sich darin bewegt.
Lediglich der stellenweise etwas steril wirkende Grafikstil, besonders Hayabusa sieht aus wie auf Hochglanz poliert, hinterlies keinen gänzlich positiven Eindruck. Auch die Anzahl der gleichzeitig dargestellten Gegner ging in der gezeigten Demo nicht über drei heraus. Wem DOA 3 grafisch zusagt, der wird in Ninja Gaiden sicher ein echtes Highlight finden, das für offene Münder aufgrund der Grafik sorgen wird. Von unserem Eindruck her lief die Demo zudem mit flüssigen 60 Fps, was hoffentlich auch in der endgültigen Version der Fall sein wird.
...der auch spielerisch überzeugt?
Der auf der E3 präsentierte Level spielt in einem als Kanalisation gestalteten Abschnitt, in dem im Fantasy Stil gehaltene Gegner Hayabusa das Überleben schwer machen. Wie viele unterschiedliche Szenarien es geben wird ist leider noch nicht bekannt, wir wissen lediglich, dass der Ninja auch Außenwelten besuchen und auf menschliche Gegner stoßen wird. Um sich der Gegnerschar zu erwehren stehen eine Vielzahl von Waffen zur Verfügung. Neben einem Schwert verfügt Hayabusa auch über andere Ninja typische Waffen wie Nunchakos oder Wurfsterne. Beim Einsatz von Fernwaffen wie dem Bogen schaltet die Kamera in eine Sicht, die eurem Held über die Schulter schaut. Diese in Spielen wie Metal Gear Solid oder Splinter Cell verwendete und bewährte Ansicht findet also auch hier Verwendung. Leider konnten wir nicht in Erfahrung bringen, ob auch moderne Waffen wie Pistolen oder Gewehre zum Einsatz kommen, möglich wäre es denn Ihr trefft auf durchaus modern ausgerüstete Gegner. Eine interessante Alternative dazu ist allerdings der Einsatz von Magie, den Ryu wird sich mit diversen Zaubern gegen seine Widersacher wehren können.Unterbrochen werden die actionreichen Kämpfe von Rätseln, die sich allerdings in der gezeigten Demo noch recht simpel präsentierten. Inwiefern sich an der Komplexität der Aufgaben noch etwas ändert, werden wir wohl erst beim Test der finalen Version in Erfahrung bringen können. Offenbar hat man sich bei Team Ninja auch etwas vom derzeit herrschenden Stealth Fieber infizieren lassen, denn obwohl der gezeigte Level sehr actionreich war, so ist es nötig, den Level sehr genau zu erkunden. Dazu steht eine First Person Ansicht zur Verfügung, welche in der Demo schön demonstriert wird. Eine erhöht liegende Plattform lässt sich erst in diesem Sichtmodus erkennen, so dass Ryu sie dann mit einem gewagten Sprung erreichen kann. Der Hauptcharakter wird während des Spiels Erfahrungspunkte sammeln und sich so kontinuierlich verbessern. Dennoch bleibt das Spiel auf schnelles Gameplay fokussiert, es handelt sich mehr um ein Actionspiel mit leichten Rätseleinlagen als um ein Action Adventure im eigentlichen Sinne.
Da es sich bei Ninja Gaiden um eine Xbox exklusive Entwicklung handelt, stellt sich natürlich die Frage nach einer Unterstützung von Microsofts Onlineservice Xbox Live. Während downloadbare Inhalte als so gut wie sicher gelten, kündigte man auf E3 einen revolutionären Onlinemodus an, ohne allerdings Details zu nennen. Wir sind gespannt.
Hintergrund:
Bei Ninja Gaiden handelt es sich nicht um ein komplett neu erdachtes Konzept, sondern vielmehr um die an moderne Konsolentechnik angepasste Fortführung einer ganzen Reihe von Spielen, die Ende der 80er Jahre ihren Ursprung fand:
Ninja Gaiden (1989 NES, 1991 Sega Gamegear, Arcade) Interessanterweise wurde der Charakter Ryu Hayabusa schon vor seinem ersten Auftritt in Dead or Alive erfunden, denn im 1989 erschienenen Ninja Gaiden war der japanische Kämpfer bereits die Hauptfigur. In dem 2D Sidescroller musste sich Ryu durch abwechslungsreiche Levels kämpfen. Am ehesten kann man das Gameplay noch mit den Megaman Spielen vergleichen, welche ebenfalls sehr actionbetonte 2D Jump`n Runs mit riesiegen Endgegnern darstellten. Ninja Gaiden bekam damals ausgezeichnete Beurteilungen, galt als nahezu perfekter Vertreter des Genres und erreichte schnell Kultstatus.Ninja Gaiden 2 The Dark Sword of Chaos (1990 NES, Atari Lynx)
Der 1990 erschienene Nachfolger bediente sich am Erfolgskonzept des Vorgängers und bot eine leicht verbesserte Grafik. Leider erreichte Teil 2 nicht ganz die Genialität von Ninja Gaiden 1, was besonders auf eine vergleichsweise langweilige Story zurückzuführen war. Auch war das Spiel in einem für NES Verhältnisse ausgesprochen düsteren Stil gehalten der die beklemmende Athmosphaöre des Vorgängers noch übertraf. Erstmals in einem Videospiel wurden Spielelemente geschaffen in denen die Richtung des Windes berücksichtigt werden muss. Eine Idee die 13 Jahre später in Nintendos Zelda: the Windwaker in Perfektion aufgegriffen wurde.
Ninja Gaiden 3: The Ancient Ship of Doom (1991 NES)
Diesmal verschlägt es Ryu auf ein fremdes Raumschiff, am Spielkonzept ändert sich mal wieder nichts. Allerdings gingen den Storysschreibern diesmal die Ideen endgültig aus, denn Ninja Gaiden 3 bot simple Non Stop Action ohne Tiefgang. Überhaupt fehlte diesem Teil die Innovation der Vorgänger. Es handelte sich mahr um eine Neuauflage des zeiten Teils als um ein komplett neues Spiel, besonders schwach fiel die Gestaltung der Bossgegner aus, was the Ancient Ship of Doom zum bisher schlechtesten Teil der Serie macht. Bleibt zu hoffen das die Xbox Variante an die Qualitäten des ersten Teils anzuknüpfen vermag.
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