Splinter Cell: Pandora Tomorrow
Ungewöhnlich an der Entwicklung von Splinter Cell: Pandorra Tomorrow ist die Tatsache, dass der Stealth-Hit von zwei verschiedenen Studios gleichzeitig hergestellt wird. Während sich Ubi Soft Shanghai um den Einzelspieler-Modus kümmert, ist Ubi Soft Annecy (Frankreich) für den neu hinzugekommenen Online-Modus zuständig.
Beim Single-Player-Modus setzt man bei Ubi Soft Shanghai größtenteils auf Bewährtes. Spannende Missionen, die nun aber deutlich mehr Abwechslung bieten und dem Spieler oftmals mehrere Auswahlmöglichkeiten für Problemlösungen haben. So mussten wir während der Präsentation beispielsweise ein Zugabteil durchqueren. Dazu gab es die Möglichkeit, sich außen an den Waggons entlang zu hangeln oder aber in den Zugabteilen die Lichter zu zerstören und sich dann lautlos hindurchzubewegen. Da in vielen Missionen nun Zivilisten umherlaufen ist doppelte Vorsicht geboten, denn sollte ein Zivilist das zeitliche Segnen, gilt die Mission als gescheitert. Durch die glaubwürdigere Story um den Freiheitskämpfer Sadono gewinnt Splinter Cell: Pandorra Tomorrow auch deutlich an Spannung und wird so wohl für einige lange Nächte sorgen.
Auffälligste Neuerung am ganzen Spiel scheint aber der Multiplayer-Modus zu werden, da es eine solche Option bislang noch in keinem Stealth-Spiel gab. Wahlweise über Xbox-Live oder System Link werden zwei Spione gegen zwei Söldner antreten. Die beiden Klassen unterscheiden sich aber nicht nur rein optisch voneinander, sondern vor allem in ihren Fähigkeiten. Steuert Ihr die Spione in gewohnter Verfolgerperspektive, werden die Söldner aus der Ego-Perspektive gesteuert. Sind die Spione bei Dunkelheit klar im Vorteil, spielen die Söldner Ihre Trümpfe hauptsächlich bei Helligkeit aus. Haben die Spione eine deutliche Überlegenheit im Nahkampf, sind die Söldner die eindeutig besseren Distanzkämpfer. Bereits an diesen wenigen Beispielen erkennt man, dass die Parteien extrem unterschiedlich sind und sich somit die Frage stellt, ob eine faire Balance möglich ist.
Während dem Probematch schien es jedenfalls als wäre dies sehr gut gelungen, denn durch bestimmte Eingriffe, wie beispielsweise der Tatsache, dass Spione Glühbirnen nur für eine begrenzte Zeit deaktivieren können, wird diese gewährleistet. Der Multiplayer-Modus wird mit Neutralisation, Sabotage und Extraction drei verschiedene Spielmodi bieten und so voraussichtlich genügend Abwechslung bieten.
rafisch könnte man meinen, dass Ubi Soft nicht mehr viel zu verbessern gehabt hätte. Doch auf der faulen Haut zu sitzen scheint den Entwicklern aus Shanghai und Annecy nicht zu liegen, denn Splinter Cell: Pandorra Tomorrow scheint ein optischer Genuss zu werden. Konnte man dem Vorgänger noch ein eher wiederholendes Leveldesign vorwerfen, lässt sich dieser Vorwurf für den Vorgänger wohl nicht halten. Die neu hinzugekommenen Außenareale bringen deutlich mehr Abwechslung mit ein und sind sogar noch von spielerischer Bedeutung. Das Mondlicht scheint verräterisch und erst wenn sich ein paar Wolken aufziehen, ist unbeobachtetes Voranschreiten für Fisher möglich. Ubi Soft scheint es zu gelingen, die Umwelt interaktiv in die Schleichpassagen mit einzubauen.
Um Sam Fisher noch mehr Authentizität zu verleihen, studierten die Entwickler Schulungsvideos der CIA und entdeckten darin einige Bewegungsabläufe, die dem Helden gut zu Gesicht stehen würden. Der so genannte Swat-Turn, bei dem sich Fisher elegant von einer Türseite zur anderen bewegt, sieht aber nicht nur sehr gut aus, sondern soll auch spielerischen Wert haben. Anstatt einfach leise von einer Seite zur anderen zu laufen, soll man mit dem Swat-Turn sogar noch schwieriger für die Gegner zu entdecken sein. Neben solchen neuen Animationen wurden auch die Übergänge der Bewegungsabläufe nochmals deutlich überarbeitet und sind nun quasi nicht mehr auszumachen.
Bei der Grafik, die bei der Präsentation stets flüssig ablief, konnten wir lediglich eine teilweise schlechte Kantenglättung als Kritikpunkt ausmachen. Da die präsentierte Version der endgültigen Version entsprach, dürfte sich dabei auch leider wohl nichts mehr ändern.
Ersteindruck
Wow! Was uns Ubi Soft mit Splinter Cell: Pandorra Tomorrow präsentierte, hatte definitiv Hit-Charakter. Die Grafik wurde im Vergleich zum Vorgänger nochmals deutlich verbessert und bietet nun herrliche Abschnitte im Freien. Es scheint, als wären die Zeiten der dunklen Warenhäuser größtenteils vorbei. Die Synchronisation machte auf uns einen sehr professionellen Eindruck und es bleibt nun nur noch zu hoffen, dass die Missionen die Spannung bieten, die man sich von einem Referenz-Titel erhofft. Aber da wir schon sehr viel Spaß beim Zusehen und Anspielen hatten, muss man sich darum wohl keine Sorgen machen. Am 25. März wird endlich Licht ins Dunkel kommen zumindest, so lange Sam Fisher nicht vorher die Lichter ausschießt.
VIDEO
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