Gesamtwertung73%/10 |
GrafikGut SoundBefriedigend |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungBefriedigend |
Manchmal gibt es Spiele, die erscheinen zeitgleich auf der ganzen Welt. Ein anderes Mal wird der Release für Europa um einige Tage oder Wochen nach die Veröffentlichung in den USA gelegt. Im Falle von Aeon Flux dauerte es sage und schreibe ganze neun Monate, bis der Titel nun endlich Anfang August auch hierzulande erscheinen wird. Da das Spiel allerdings lediglich über deutsche Untertitel verfügt, fragt man sich natürlich, warum diese zeitliche Spanne besteht. Ob das auf dem Kinofilm basierende Action Adventure auf Microsofts Xbox Laune macht, und ob sich das Warten gelohnt hat, erfahrt ihr in unserem Test.
Vom Comic zum Film zum Spiel
Eigentlich ist die Welt von Aeon Flux keine reale Welt. Die smarte Heldin entspringt nämlich einer Comic-Serie, die vor einigen Jahren auf MTVs Liquid Television lief. Hierzulande dürfte nur Insider die Reihe kennen. Natürlich war es dann nur eine Frage der Zeit, bis der Film zum Comic auf Zelluloid gebannt wurde. Diesmal allerdings nicht als Trickfilm, sondern mit Schauspielern aus Fleisch und Blut. Die Rolle der Aeon Flux wurde dabei von US-Schauspielerin Charlize Theron übernommen.
Mit der Umsetzung für die Xbox und Co wurden Majesco und Terminal Reality beauftragt. Dabei soll die Protagonistin nicht mit ihren Reizen geizen. Ähnlich wie die Branchen-Kolleginnen Lara Croft und das Blood Rayne Girl, wird bei Aeon Flux das gute alte Sprichwort Sex sells hoch gehalten. Leder- und Latexfreunde werden wohl auf ihre Kosten kommen. Doch kommen wir zurück zum eigentlichen Hintergrund des Spiels. Aeon Flux ist eine Serie, die von Peter Chung entwickelt wurde.
Die Protagonistin arbeitet für eine Organisation, welche zufälligerweise auf den selben Namen hört. Aeon ist die absolute Killermaschine, wenn es drauf ankommt. Frei nach dem Motto: Gegen sie ist sogar die Terminatrix ein Weichei.
Die Story des Spiels folgt teilweise dem Kinofilm. 400 Jahre in der Zukunft angesiedelt, kämpft ihr als Aeon Flux gegen Korruption, fiese Wissenschafter und das übliche Böse-Buben-Repertoire. Mit zahlreichen Waffen und einigen interessanten Gadgets ausgestattet nimmt Aeon Flux den Kampf auf.
Die Steuerung eurer Heldin zwingt unweigerlich zu Vergleichen mit Ubisofts Prince of Persia, da Ms. Flux mit ebensolcher Behändigkeit und Agilität vorgehen kann, wie der Prinz. Auch Mauerläufe sind für sich nichts unbekanntes. Dank zahlreicher Moves und Combos, ist sie in den meisten Fällen ihren Gegnern immer einen Sprung voraus, zumal die gegnerische KI nicht unbedingt als intelligent bezeichnet werden kann.
Viele Moves aus ihrem Repertoire erinnern an typische Martial Arts Filme. Vor allem stylische Combos sind es, die Aeon Flux auszeichnen. Je attraktiver die Kämpfe, desto mehr Schaden richten sie an. Hierfür gibt es das so genannte Style-Meter.
Je voller es ist, desto höher die Chance für euch, den Gegner möglichst rasch aus dem Weg zu räumen. Wenn die Gesundheitsanzeige des Gegenübers im roten Bereich angelangt ist, kann Aeon mit einem besonders schönen Finishing-Move nochmals eins drauf legen.
Leider hat diese ganze Effekthascherei aber auch einen Nachteil: Die Kameraführung ist murks. Oft müsst ihr sie nachjustieren denn Gegenstände verdecken gerne die Sicht auf Gegner. Außerdem wird in der Hektik schon mal ein Feind glatt übersehen. Ein unnötiges Manko, zumal der neuste Tomb Raider-Titel oder auch das mittlerweile schon einige Jahre alte Blood Rayne zeigen, wie es besser gelöst werden kann. Auch die Sprungeinlagen sind nicht besonders gelungen. Dies hängt unter anderem ebenfalls mit der ungünstigen Kameraposition zusammen. Beim Testen sind wir aufgrund unpräziser Sprungsicht einige Male abgestürzt.
Ab und zu dürft ihr dann auch noch hinter einem Buggy Platz nehmen und diesen durch die enorm großen Levels steuern und dabei die teilweise in Rudeln auftauchenden Gegner ins virtuelle Nirwana schicken.
Die Steuerung des Fahrzeugs ist recht präzise, bedarf allerdings trotzdem einer gewissen Einarbeitungszeit.
Optisch glänzt Aeon Flux nicht nur mit dem phänomenal gemachten Intro. Von der ersten bis zur letzten Minute zeigt der Titel, was noch alles mit Microsofts alter Xbox geht. Hoch aufgelöste Texturen, Bump Mapping, Shader, sehr gut ausgeleuchtete Level, eine gigantische Weitsicht, nahezu keine Pop-ups, geringe Ladezeiten und hübsch animierte Charaktere, heben den Titel deutlich von zahlreichen Mitbewerbern ab. Auch oder vor allem Aeon Flux in ihrem hautengen Anzug, weiß zu gefallen. Der Sound hinterlässt gemischte Gefühle. Da wäre zum einen der orchestrale Soundtrack, der dank seiner abwechslungsreichen Stücke die jeweilige Situation akustisch widerspiegelt. Und auch die Waffengeräusche wurden recht ordentlich in Szene gesetzt. Bei der Synchronisation haben die Entwickler nur halbherzige Arbeit geleistet.
Denn anstatt sich die Originalsprecher des Films mit an Bord zu holen, wurden einige zweitklassige Synchronsprecher vor das Studiomikrofon gestellt. Das hat zur Folge, dass man ihnen ihre Unlust und wenig professionelle Art stellenweise recht deutlich anmerkt. Das Spiel hätte quasi nach deutscher Sprachausgabe und nicht nur einigen zum Teil fehlerhaften Untertiteln verlangt.
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Aeon Flux im Test.
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