Gesamtwertung55%/10 |
GrafikGut SoundMangelhaft |
LanzeitspaßBefriedigend SpieleinstiegGut |
BedienungBefriedigend |
Mit Antz Extreme Racing erschien vor wenigen Wochen einer der ersten Funracer für die XBox. Wir haben den Titel für euch unter die Lupe genommen und verraten, ob die Ameisenbande Konkurrenten wie Mario Kart auf der Überholspur hinter sich lässt, oder ob das Spiel schleunigst wieder im Ameisenhaufen verschwinden sollte. Wer mehr erfahren will, sollte also weiter lesen..
4 Jahre danach...
Knapp 4 Jahre nach Erscheinen des Kinofilms ANTZ bringen Entwickler LSP und Publisher Empire Interactive mit Antz Extreme Racing einen Funracer auf den Markt, der sich sowohl spielerisch als auch inhaltlich stark an Klassikern wie Mario Kart oder Diddy Kong Racing orientiert. Wer sich noch an den Kinofilm erinnert und sich damals an den liebenswerten Ameisengeschöpfen erfreut hat, wird auch mit Antz Extreme Racing seine Freude haben, zumindest wenn man sich die Liste der auswählbaren Charaktere einmal genauer anschaut.
Ob nun die einfache Ameise mit dem simplen Namen Z, Prinzessin Bala oder Colonel Cutter, alle vom Film her bekannten Protagonisten sind in dem Spiel enthalten. Diese veranstalten nun zu Ehren ihrer Majestät ein großes Rennen, bei dem die schnellsten und besten Ameisen der Sippe gekürt werden sollen. Wer nun damit rechnet, die Rennen in ein und demselben Gefährt bestreiten zu müssen, wird sich wundern, denn so wird man je nach Wettkampf sein Rennen in einem Kart, auf anderen gezähmten Insekten oder gar zu Fuß zurücklegen müssen. Das hört sich zwar ganz abwechslungsreich und interessant an, verleiht dem Spiel letzten Endes aber auch nicht den Status eines zumindest innovativen Werkes. Denn dazu wurde viel zu sehr von bekannten Klassikern übernommen, als es auf den ersten Blick scheint. Gut geklaut ist halb gewonnen, schien hier wohl die Devise der Entwickler zu sein.
Dass inhaltlich nicht allzu viel geboten wird, sieht man zuerst an der Auswahl der unterschiedlichen Spielmodi. Zu Beginn stehen dem Spieler nämlich nur zwei Auswahlmöglichkeiten zur Verfügung, und zwar Einzel- und Multiplayermodus. Weitere, auf längerfristigen Spielspass ausgelegte Optionen sucht man vergeblich. Hat man sich schließlich für den Singleplayermodus entschieden, stehen dem Spieler erst einmal zwei Charaktere zur Auswahl, Ameise Z und Prinzessin Bala. Weitere Spielfiguren sind wie auch einige Punkte im Optionsmenü erst im Laufe der Zeit freispielbar. Je nach Wahl seiner ersten Spielfigur unterscheiden sich die ersten Rennen für den Spieler stark, denn je nach Auswahl wird er auf unterschiedlichen Kursen beginnen. Beginnt unser Held Z den Wettkampf auf einem motorisierten Vehikel, ist Prinzessin Bala zuerst einmal zu Fuß unterwegs. Nachdem es nun endlich losgehen kann, wird der geübte Spieler schon nach wenigen Runden ein gewisses Maß an Sättigung empfinden, denn innovative Neuerungen bezüglich des Gameplay hat Antz Extreme Racing leider keine zu bieten.
Im Grunde genommen ist der Aufbau von Antz Extreme Racing sehr einfach gehalten, und scheint daher mehr auf eine jüngere Zielgruppe ausgerichtet zu sein als auf ein reiferes, erfahrenes Publikum. Dies zeigt sich bereits an der Gestaltung der Rennen, denn diese sind so übersichtlich wie möglich gehalten. In gewohnter Manier bestreitet ihr ein Rennen gegen diverse, von der CPU gesteuerte Gegner, und versucht, einen bestmöglichen Platz zu erringen. So werden nach und nach weitere Kurse und Spielfiguren frei geschaltet, bis irgendwann das komplette Spiel offen gelegt ist. Auf den verschiedenen Kursen sind zudem einige Bonusgegenstände verteilt, die man durch das Fahren über diverse Blumen erlangen kann. Durch geschickten Einsatz dieser Items kann der Spieler sich einen entscheidenden Vorteil gegenüber seinen Kontrahenten verschaffen und wertvolle Sekunden im Kampf um den ersten Platz erlangen. Das Repertoire dieser Power-Ups reicht von Lenkraketen über einen Turbobooster bis hin zu einem Schild, der für einen gewissen Zeitraum unverwundbar macht. Leider sind diese Items alle bereits länglich aus vielen anderen Genrevertretern bekannt, etwas Innovation hätte man sich auch in diesem Punkt wünschen können.
Ähnliches gilt für die unterschiedlichen Kurse von Antz Extreme Racing, denn auch diese vermissen das gewisse Etwas, das den Spieler für einen längeren Zeitraum fesseln könnte. Dazu sind die Rennen viel zu linear, geheime Abkürzungen und Interaktion mit der Umgebung sucht man vergebens. Hinzu kommt, dass man in Laufe des Spieles das ein oder andere Mal den Überblick verliert, wohin man denn nun eigentlich fahren muss, um seine Gegner nicht aus den Augen zu verlieren. Da kann es aufgrund des nur mittelmäßig designten Levelaufbaus schon das ein oder andere Mal vorkommen, dass man nach einem Fehler in die falsche Richtung fährt. Das sehr einfach gehaltene Grundprinzip von Antz Extreme Racing zeigt sich nicht zuletzt auch an der Steuerung des Funracers, denn diese ist auf die Grundsteuerungsarten Beschleunigen, Bremsen und Items aktivieren begrenzt.
Hier merkt man deutlich, dass der Titel eher auf Kinder zugeschnitten ist, da man zugunsten der Einsteigerfreundlichkeit bewusst auf komplexere Steuerungsarten oder weitere Spielmodi verzichtet hat. Leider reagiert die CPU zu unpräzise auf die Eingaben des Spielers, um wirklich überzeugen zu können. Daher kommt der Spielspass des von Antz Extreme Racing auch hier etwas zu kurz. Der bisher allerhöchstens mittelmäßige Eindruck von Antz Extreme Racing bestätigt sich auch, wenn man die technische Seite des Titels genauer unter die Lupe nimmt. Neben besagter leicht misslungener Steuerung fällt die missratene Sounduntermalung auf, denn diese kann in nahezu keinem Punkt überzeugen. Die monotonen Hintergrundmelodien werden sehr schnell langweilig und nicht zuletzt durch die geringe Lautstärke sehr bald vom Spieler ignoriert. Leider hat die Entwicklerfirma den Schwerpunkt auf die Soundeffekte während eines Rennens gelegt, so dass man sich mit dem Summen und Brummen der über die Kurse rasenden Viecher wohl oder übel anfreunden muss. Ansonsten bleibt nur noch eine Möglichkeit übrig, und zwar so schnell wie möglich die ablenkenden und nervtötenden Soundeffekte ausstellen, und sich voll und ganz auf das Geschehen auf dem Bildschirm konzentrieren.
Leider wird auch dieses nur mangelhaft präsentiert, denn das grafische Niveau von Antz Extreme Racing wird der Power der XBox so gut wie gar nicht gerecht. Die zugegebenmaßen sehr farbenfrohen Levels und Charaktere sind viel zu schwach modelliert, um wirklich überzeugen zu können. Hin zu kommen minderwertige Texturen und eine auffallend niedrige Polygonvielfalt, daher kann auch die wenigstens stets flüssige Grafik des Funracers nicht wirklich überzeugen. Dies liegt vermutlich daran, dass bereits Versionen für den PC und die Playstation 2 erschienen sind, die von Grund auf equivalent zu ihrem Pendant auf der Xbox sind. Dies lässt also die Vermutung offen, dass die Entwickler von LSP eine uniforme, sich auf allen Systemen stabil verhaltende Version geschaffen haben, ohne dabei genauer auf die Fähigkeiten der einzelnen Konsolen genauer einzugehen.
Antz Extreme Racing im Test.
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