Army Men: Sarges War
Die grüne Stadt wird wieder bedroht und kein anderer als Lord Malice, General und Oberbösewicht der braunen Armee (Tans) steckt dahinter. Wir haben uns mit Army Men: Sarges War auseinandergesetzt und verraten Euch, ob sich die Reise in den Plastikkrieg lohnt.
Der stupide Plastikkrieg
Im Kinderzimmer ist der Kampf zwischen den grünen und brauen Plastiksoldaten wohl ausgestorben, doch auf der Konsole existieren sie noch immer. Unter dem Namen
Army Men: Sarges War gibt Global Star den Spielern erneut die Gelegenheit, den Plastikkrieg zugunsten der Grünen zu gewinnen.
Doch was unterscheidet eigentlich die Grünen von den Brauen? Wohlmöglich hätte ein Farbenblinder schon leichte Probleme, die Parteien auseinander zuhalten, doch abgesehen von ihrer Farbe weisen sie einen Unterschied auf. Die Grünen sind die Protagonisten, sprich das Gute im Army Men-Universum, während die Braunen das Böse im Spiel darstellen und nur darauf bedacht sind, die alleinige Herrschaft zu erringen.
In Army Men: Sarges War ist die Storyline ähnlich simpel gestrickt. Ihr schlüpft in die Rolle von Sarge, dem Elitesoldaten der grünen Plastikfraktion. Dieses Mal haben die skrupellosen braunen Soldaten einen Anschlag auf die grüne Stadt verübt, wobei u. a. Eure Freunde zu Tode kamen. Natürlich schwört Ihr Rache und wollt es den Braunen heimzahlen. Somit wäre eigentlich schon der ganze Plot erzählt, schließlich wartet man vergeblich auf irgendwelche Wendungen.
Schwere Geschütze, leichtes Spiel
Im Spiel schaut das Ganze leider kaum besser aus. Zu Spielbeginn werdet Ihr erstmal in einer kleinen Stadt abgelassen, die bereits Ihre besten Tage hinter sich zu haben scheint. Die Stadt ist natürlich restlos besetzt von braunen Plastiksoldaten, die eifrig versuchen, ihre Position gegen die Grünen zu behaupten.
Zwar ist unser Held Sarge ohnehin der mächtigste Plastiksoldat auf dem Feld, doch könnt Ihr noch mal zusätzlich von der dümmlichen Gegner-KI profitieren, die in allen drei Schwierigkeitsgraden keinen soliden Eindruck hinterlässt. Dabei steht Euch ein schweres Arsenal an Pistolen, Gewehren und Granaten zur Verfügung.
Immer das Gleiche
In vielen Ego-Shootern mag es normal sein, dass es an Innovationen mangelt, doch leider ist das Konzept dieses Plastikshooters mehr als dünn. Ihr befindet Euch stets in sehr kleinen Arealen, die durch kurze aber nervige Ladezeiten getrennt werden. In jedem dieser Areale müsst Ihr diverse Aufgaben erfüllen. Diese sind leider immer getreu dem Schema Sachen in die Luft zu sprengen oder Eure Widersacher zu eliminieren. Allzu verständlich, dass spätestens nach kurzer Zeit die Luft raus ist. Ärgerlich dazu, dass das Spielsystem dabei nicht wirklich ausgereift wirkt. So ist kein wirkliches Schadensmodell zu erkennen, was zur Folge hat, dass Beinschüsse ebenso schnell den Feind besiegen, wie Kopfschüsse. Angesichts der ungenauen Steuerung wäre ein genaues Zielen aber ohnehin kaum möglich. Ebenfalls keinen guten Eindruck hinterlässt die Kamera, die nicht immer optimale Sichtwinkel bietet.
Wer sich damit jedoch abgefunden hat, der wird nach jedem Level mit einer Zwischensequenz belohnt. Diese sind zwar relativ ordentlich animiert, werden jedoch durch die eigentliche Thematik und dem pseudo-coolen Sarge völlig ins Lächerliche gezogen.
Niemand ist allein
Wer lieber mit einem Partner spielt, der bekommt auch hier die Möglichkeit. Es wäre jedoch zu bezweifeln, dass hierbei viele Begegnungen zustande kommen. Es gibt lediglich den Modus Deathmatch, den Ihr auch nur gegen eine weitere Person austragen könnt. Das Ganze flacht dementsprechend nach sehr kurzer Zeit ab. Ganz oder gar nicht vielleicht hätte man diesen Modus besser nicht integriert.
Altgrafik mit derben Macken
Optisch sieht
Army Men: Sarges War noch recht passabel aus. Die Umgebungen sind oftmals interessant dargestellt. Besonders die Miniaturareale wie z.B. der Sandkasten haben durchaus ihren Reiz. Ebenso können sich die Spielfiguren eigentlich ganz gut sehen lassen. Dennoch ist der Titel auch im grafischen Bereich alles andere als eine Offenbahrung und kann zu keiner Zeit den heutigen Anforderungen gerecht werden. Die Texturen wirken oft arg verschwommen und leider gibt es auch eine Menge Detailfehler. Störend wäre z.B. die Tatsache, dass Schatten eines Gegners außerhalb des Hauses zu sehen sind oder dass Sarge mangels einer Haltepose Gewehre und Granaten gleich hält, was natürlich unfreiwillig komisch aussieht. Nicht wie aus Plastik wirken übrigens die Animationen die wirken leider hölzern. Bei der Akustik ist zumindest alles im grünen Bereich. Die Soundeffekte können sich durchaus hören lassen, vor allem was die Waffengeräusche angeht. Die Musik ist dabei weder beeindruckend noch nervig und die Synchronisation ist in Ordnung.
Fazit
Army Men: Sarges War kann in meinen Augen absolut nicht überzeugen. Das Scheitern lässt sich auch allzu leicht begründen. Als wäre das Szenario nicht schon langweilig genug, wird einem lediglich eine simple 08/15-Story geboten, bei der ständig die gleichen Ziele zu erfüllen sind. Darüber hinaus wurde an vielen Stellen schludrig gearbeitet, so dass es von Ungereimtheiten nur so strotzt. Leider können auch Technik und Steuerung nicht gerade überzeugen. Und dann wäre da noch der völlig verhunzte Mehrspielermodus. Wenn Ihr nicht gerade absolute Anhänger der Serie seit, dann tut Ihr Euch keinen Gefallen mit diesem Titel. Dafür gibts einfach zu viele bessere Ego-Shooter.
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