Gesamtwertung74%/10 |
GrafikBefriedigend SoundGut |
LanzeitspaßBefriedigend SpieleinstiegGut |
BedienungBefriedigend |
Von vielen Profi-Wrestlern, Offiziellen und vernünftigen Fans aufgrund der Risiken verpönt, aber immer noch gefährlicher Trend, ist das so genannte Hinterhof Wrestling. Blutige Körper, Reißnägel, Leitern und Leuchtstoffröhren gehören zum Standartrepertoire, doch schwere Verletzungen sind oftmals die Folge, wenn die meist jungen Anhänger des Showsports ihre Idole aus dem TV nachahmen wollen. Die scheinbare Leichtigkeit trügt, denn ein Profi trainiert mehrere Stunde täglich um seine Schaukämpfe überstehen zu können. Eine viel bessere Alternative als sich womöglich das Genick zu brechen ist da natürlich das Zocken mit PS2 und Xbox. Lediglich übermäßiger Gebrauch kann zu gesundheitlichen Schäden führen, doch ob Backyard Wrestling ein Kandidat für endlose Stunden des Daddelns ist, verraten wir euch in unserem Test.
Auf die Zwölf!
Die Vorgeschichte ist denkbar einfach: Seit sich die Wrestling-Welt dank Vince McMahon und seiner WWE (World Wrestling Entertainment) in ein Monopol verwandelt hat, ist das Kaufen von THQ Spielen, wie des eben erst erschienenen WWE SmackDown Here Comes The Pain, die einzige Möglichkeit mit Stars aus dem TV zu zocken. Doch Not macht bekanntlich erfinderisch und wenn man schon keine große Lizenz hat, dann erwirbt man sich eben die Rechte einiger Indy-Stars und produziert eine völlig neue Art von Spiel. So geschehen im Hause Eidos, welches sich mit Backyard Wrestling Inc. einen in der Szene bekannten Partner geangelt und dessen Lizenzen gesichert hat. Zusätzlich die Rechte der Thrash-Wrestling-Promotion JCW (Juggalo Championsh*t Wrestling) im Gepäck, beauftragte man die Jungs von Paradox, welche bereits mit bekannten Spielen wie Thrill Kill (PlayStation One) und X-Men: Next Dimension (PS2, Xbox) für Aufsehen gesorgt haben, mit der Produktion eines Arcade-Prüglers.
Am Ende finden sich neben bekannten Wrestlern wie Sabu, Madman Pondo oder der Insane Clown Posse zusätzlich einige unbekannte Namen auf dem runden Silberling, welche allesamt an der erfolgreichen Videoreihe von BYW Inc. mitgewirkt haben.
Wie es sich für ein Funspiel gehört, gibt es nahezu keine Regeln auf den Hinterhöfen und man sucht vergebens den Zusammenhang zum realen Pro Wrestling. Bis auf den Namen und einige wenn auch sehr übertrieben dargestellte - Moves hat es mit dem Showsport aus Amerika kaum etwas gemein. Viel eher kann man die schnell endenden Fights mit BeatemUp Spielen à la Tekken vergleichen. Gewonnen hat derjenige, welcher seine Widersacher ausgeknockt hat. Dies geschieht dank zahlreicher Waffen, welche eingesetzt werden können, innerhalb weniger Minuten. In einer komplett interaktiven Umgebung kann der Spieler zusätzlich seine Figur von Dächern durch brennende Tische springen, Baseballschläger mit Stacheldraht einsetzen oder Widersacher durch Holzkisten brettern lassen. Zahlreiche versteckte Gags, wie Explosionen und entfachende Flammen machen die verschiedenen Locations noch thrashiger und passen voll und ganz in die actiongeladene Atmosphäre des Spiels. Im Karriere Modus namens 'Talk Show Mode' wird der Spieler in die Rolle eines aufstrebenden Backyard Wrestling Talentes versetzt.
Der Erfolg des Spielers hängt vor allem davon ab, ob er die im Garten befindlichen Gegenstände und Utensilien richtig zu gebrauchen - oder vielmehr zu missbrauchen weiß. Jeder gewonnene Kampf bringt das neue Talent seinem großen Ziel näher - eines Tages 'The King of Hardcore zu werden. Zwischen den einzelnen Fights gibt es immer wieder lustige Sequenzen im Talk Show Stil, die das Backyard Wrestling auf ironische Art und Weise thematisieren und dem Modus seinen Namen verleihen.
Das perfekte Chaos scheint also angerichtet, drum ist es Zeit mal die technischen Aspekte genauer unter die Lupe zu nehmen. Visuell sieht man vor allem eines: Blut... viel Blut. Nicht ohne Grund ist der Titel nur haarscharf an einer USK 18 Freigabe vorbeigeschrammt. Apropos Schrammen, genau diese sind bereits nach kurzer Zeit auf dem ganzen Körper der Wrestler verteilt. Möglich macht das ein sehr unrealistisches Schadensmodell, welches noch mehr verdeutlich, dass es sich bei diesem Titel ganz klar um ein Arcade-Spiel handelt. Die Charaktere an sich sehen recht gut aus und auch die Locations sind mit Liebe gestaltet worden. Wenngleich die Grafik sicherlich keinen Meilenstein darstellt, so ist sie gerade auf der Xbox annehmbar. PS2ler hingegen müssen ein paar Abstriche machen. Alles in allen hätte man zwar mehr aus den beiden Konsolen rausholen können, jedoch ist das jetzige Ergebnis immer noch zufriedenstellend.
Ganz anders sieht das schon in Sachen Sound aus, denn da gehts so richtig rund. Ein fetter Soundtrack mit Größen wie ICP und Anthrax passt wie die Faust aufs sprichwörtliche Auge. Via Pad kann man auch während der Matches zwischen den Punk, Trash und Hip-Hop Songs wechseln. Des Weiteren hat jeder Wrestler einige Catchphrases auf Lager und gibt diese, genauso wie die rum stehenden Statisten, des Öfteren ab. Das Spiel an sich ist sehr schnell, jedoch fördert die durchdachte aber einfache Steuerung dabei das rasche Erlernen. So klettert man zum Beispiel auf Leitern, indem man einfach in die Richtung des Gegenstands läuft. Mit einer eigens dafür vorgesehenen Taste kann man jegliche Art von herumliegenden Objekten ins Geschehen einbeziehen und neben der einfachen Navigation gibt es natürlich noch die gewohnten Aktionstasten für Schlagen, Treten, Rennen, Blocken und natürlich Greifen des Gegners. Alles in allem ist allerdings wenig spielerischer Tiefgang zu erwarten.
Backyard Wrestling - Don't try this at home! im Test.
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