Gesamtwertung90%/10 |
GrafikSehr gut SoundSehr gut |
LanzeitspaßSehr gut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Natürlich lässt sich die KI nicht nur herumschubsen. Gern greift der Computergegner zur Konter an und schubst mitunter so ungünstig, dass man selbst einen Takedown erleidet. Hierbei zeigt sich dann auch die namensgebende Besonderheit von Burnout Revenge. Sobald man nämlich selbst zu Schaden kommt, wird der Verantwortliche als 'Revenge-Gegner' markiert. Rächt man sich nun mit einem Takedown an dem markierten Wüstling, gibt es eine extra große Füllung für den Turbo-Boost.
Dem schleichenden Renault-Großvater hat im deutschen Straßenverkehr sicherlich schon so mancher den endgültigen Getriebeschaden gewünscht, weil er mit 40 km/h eine elend lange Kolonne anführte. Beim neusten Burnout muss man gottlob nicht auf die StVo achten, erst recht nicht Rücksicht auf ältere und deutlich langsamere Verkehrsteilnehmer nehmen. Ganz im Gegenteil, das Spiel macht nun erst richtig Spaß, wenn man mit sämtlichen Regeln bricht.
So ist es nun möglich, die Fahrzeuge vor Euch kräftig anzuschubsen und sie so als Waffe oder Blockade gegen die ungeliebten Gegner einzusetzen. Doch ist dabei Vorsicht geboten. Längst nicht alle Autos, die vor Euch fahren, eignen sich zum Abschießen der Konkurrenz. So führt eine Kollision mit einem großen Fahrzeug wie einem Bus oder LKW zu einem Unfall, der stets wertvolle Sekunden kostet.
Im Gegensatz zu vielen anderen Rennspielen ist Burnout Revenge noch nicht dem Tuning-Wahn verfallen und bietet 'nur' ca. 100 Fahrzeuge in den Kategorien Rennwagen, Muscle- und Crash-Cars, die weder bekannte Markennamen tragen, noch in irgendeiner Art veränder- oder aufrüstbar sind. Der Aufbau einer engeren Beziehung mit dem eigenen Fahrzeug ist auch nur bedingt möglich, da neue Fahrzeuge relativ fix zur Verfügung stehen. Wie viele Autos man am Ende des Spiels sein Eigen nennt, ist jedoch auch stark vom fahrerischen Können abhängig.
Burnout Revenge (16 Bilder)
So gibt es so genannte Vorschau-Events, bei denen man mit einem flotten Supersportwagen flotte Runden drehen muss. Bleibt man im gegebenen und doch recht knappen Zeitrahmen und erhält eine Gold-Wertung, darf der Sportwagen dann auch künftig in der eigenen Garage übernachten. Alles andere - Silber und Bronze, bringen allenfalls ein paar Punkte für die Fahrerwertung, aber kein neues Fahrzeug.
Bei der Streckenentwicklung hielten sich die Designer der Criterion Studios an reale Vorlagen wie Detroit, Rom oder Tokio. Auf insgesamt drei Kontinenten finden sich viele, stets recht abwechslungsreiche Rennstrecken, die nur so vor alternativen Routen und Abkürzungen strotzen. Dabei finden sich auch oft auch kernige Abschnitte, an denen die Geschwindigkeit aus Sicherheitsgründen lieber gedrosselt werden sollte. Aber wer lässt sich schon gern etwas vorschreiben...
Ist der erste Crash erledigt, ist auf dem Highway auch schon die Hölle los. Immer mehr Autos und LKWs rasen dann in die Unfallstelle und kommen hoffentlich schnell zur Explosion. Um der Massenkarambolage noch den nötigen Pfiff zu verleihen, ist es zudem möglich, das eigene Fahrzeug explodieren zu lassen. Sobald die eigene Karosse dann bei Petrus vor der Mautschranke des Autohimmels steht, ist das Spiel auch schon vorbei. Erfolglos, wer dann die geforderte Schadenspunktzahl nicht erfüllen kann.
Im übersichtlichen Xbox-Live-Modus kann man es mit bis zu fünf Gegnern aus Fleisch und Blut aufnehmen. Im Gegensatz zu manch anderem Spiel, bei dem neue Strecken und Fahrzeuge erst im Einzelspielermodus freigeschaltet werden müssen, bietet Burnout Revenge eine eigenständige Online-Karriere an. Abseits des Online-Mehrspielerspiels ist es außerdem möglich, im Zweispieler-Splitscreen zu rempeln und - falls nötig - zu überrunden.
Auch grafisch bietet das Spiel eine durchaus feine Kost, die den Vorgänger, Burnout 3: Takedown noch einmal toppt. Im Vergleich zu diesem fällt außerdem auf, dass das Schadensmodell der Fahrzeuge überarbeitet wurde. Laut Electronic Arts hat sich die Zahl der Fahrzeugdeformationen verdreifacht. So genau wollten wir das allerdings nicht prüfen.
Wer also fürchtete, die Qualität der Spiele würde mit dem Ende dieser Konsolengeneration wie bei der PlayStation 1 wieder abnehmen, hat sich anscheinend umsonst gesorgt. Zumindest die Spiele der Criterion Studios betreffend, scheint diese Entwicklung vorerst nicht einzutreten. Im Frühjahr 2006 erwarten wir auf Xbox und PlayStation 2 noch Black, das zwar ein ganz anderes Genre bedient, aber hoffentlich genauso gut aussieht.