Gesamtwertung90%/10 |
GrafikSehr gut SoundSehr gut |
LanzeitspaßSehr gut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
In den meisten Rennmodi von Burnout Revenge ist man nicht allein unterwegs, sondern steht stets im Wettbewerb mit anderen Verrückten. Die Zielstellungen sind dabei immer recht unterschiedlich, eines darf und sollte aber in jedem Modus vollzogen werden: Die Gegnerschaft per so genanntem 'Takedown' ins Abseits bugsieren. Einen Takedown erhält man immer dann, wenn ein gegnerisches Fahrzeug einen Unfall erleidet und man selbst etwas nachgeholfen hat. Da die Strecken durchaus zahlreiche Gemeinheiten wie hervorstehende Mauern oder tiefe Abgründe bieten, geht das mitunter recht einfach. Erfolgreiche Takedowns werden stets mit einer Auffüllung des Nitro-Boosts belohnt und sollten daher so oft wie nur möglich durchgeführt werden, da sich ohne Boost niemals die Höchstgeschwindigkeit eines Fahrzeugs erreichen lässt.
Natürlich lässt sich die KI nicht nur herumschubsen. Gern greift der Computergegner zur Konter an und schubst mitunter so ungünstig, dass man selbst einen Takedown erleidet. Hierbei zeigt sich dann auch die namensgebende Besonderheit von Burnout Revenge. Sobald man nämlich selbst zu Schaden kommt, wird der Verantwortliche als 'Revenge-Gegner' markiert. Rächt man sich nun mit einem Takedown an dem markierten Wüstling, gibt es eine extra große Füllung für den Turbo-Boost.
Dem schleichenden Renault-Großvater hat im deutschen Straßenverkehr sicherlich schon so mancher den endgültigen Getriebeschaden gewünscht, weil er mit 40 km/h eine elend lange Kolonne anführte. Beim neusten Burnout muss man gottlob nicht auf die StVo achten, erst recht nicht Rücksicht auf ältere und deutlich langsamere Verkehrsteilnehmer nehmen. Ganz im Gegenteil, das Spiel macht nun erst richtig Spaß, wenn man mit sämtlichen Regeln bricht.
So ist es nun möglich, die Fahrzeuge vor Euch kräftig anzuschubsen und sie so als Waffe oder Blockade gegen die ungeliebten Gegner einzusetzen. Doch ist dabei Vorsicht geboten. Längst nicht alle Autos, die vor Euch fahren, eignen sich zum Abschießen der Konkurrenz. So führt eine Kollision mit einem großen Fahrzeug wie einem Bus oder LKW zu einem Unfall, der stets wertvolle Sekunden kostet.
Egal wie viele Burnouts man auf den Konsolen schon spielte und/oder vollführte, zu Beginn von Burnout Revenge ist man als junger und unbekannter Fahrer wieder nur ein kleines Licht. Über zehn Ränge darf man sich von einer harmlos-Beurteilung über rabiat und verrückt empor spielen. Für den Aufstieg sind dabei Punkte nötig, die nach jeder Rennveranstaltung verteilt werden. Abhängig von der Platzierung, der Schnelligkeit oder der Erfüllung der gestellten Aufgabe gibt es eine Gold-, Silber- oder Bronzewertung und davon abhängig mal mehr, mal weniger Punkte. Der eigene Rang dient dabei nicht nur zur Selbstbeurteilung, sondern ist zum Beispiel auch nötig, um höhere Rennserien freizuschalten.
Im Gegensatz zu vielen anderen Rennspielen ist Burnout Revenge noch nicht dem Tuning-Wahn verfallen und bietet 'nur' ca. 100 Fahrzeuge in den Kategorien Rennwagen, Muscle- und Crash-Cars, die weder bekannte Markennamen tragen, noch in irgendeiner Art veränder- oder aufrüstbar sind. Der Aufbau einer engeren Beziehung mit dem eigenen Fahrzeug ist auch nur bedingt möglich, da neue Fahrzeuge relativ fix zur Verfügung stehen. Wie viele Autos man am Ende des Spiels sein Eigen nennt, ist jedoch auch stark vom fahrerischen Können abhängig.
So gibt es so genannte Vorschau-Events, bei denen man mit einem flotten Supersportwagen flotte Runden drehen muss. Bleibt man im gegebenen und doch recht knappen Zeitrahmen und erhält eine Gold-Wertung, darf der Sportwagen dann auch künftig in der eigenen Garage übernachten. Alles andere - Silber und Bronze, bringen allenfalls ein paar Punkte für die Fahrerwertung, aber kein neues Fahrzeug.
Bei der Streckenentwicklung hielten sich die Designer der Criterion Studios an reale Vorlagen wie Detroit, Rom oder Tokio. Auf insgesamt drei Kontinenten finden sich viele, stets recht abwechslungsreiche Rennstrecken, die nur so vor alternativen Routen und Abkürzungen strotzen. Dabei finden sich auch oft auch kernige Abschnitte, an denen die Geschwindigkeit aus Sicherheitsgründen lieber gedrosselt werden sollte. Aber wer lässt sich schon gern etwas vorschreiben...
Staus gehören normalerweise zu den Dingen, die sich kein Autofahrer wünscht. Im Crasher-Modus von Burnout Revenge sind die Blechlawinen aber immer gern gesehen. So ist das Ziel dieses Modus, möglichst viel Schaden anzurichten beziehungsweise so viele Otto-Normal-Fahrzeuge wie möglich zu zerstören. Dies gelingt natürlich am besten, wenn viele Fahrzeuge schon dicht an dicht stehen.
Ist der erste Crash erledigt, ist auf dem Highway auch schon die Hölle los. Immer mehr Autos und LKWs rasen dann in die Unfallstelle und kommen hoffentlich schnell zur Explosion. Um der Massenkarambolage noch den nötigen Pfiff zu verleihen, ist es zudem möglich, das eigene Fahrzeug explodieren zu lassen. Sobald die eigene Karosse dann bei Petrus vor der Mautschranke des Autohimmels steht, ist das Spiel auch schon vorbei. Erfolglos, wer dann die geforderte Schadenspunktzahl nicht erfüllen kann.
Im übersichtlichen Xbox-Live-Modus kann man es mit bis zu fünf Gegnern aus Fleisch und Blut aufnehmen. Im Gegensatz zu manch anderem Spiel, bei dem neue Strecken und Fahrzeuge erst im Einzelspielermodus freigeschaltet werden müssen, bietet Burnout Revenge eine eigenständige Online-Karriere an. Abseits des Online-Mehrspielerspiels ist es außerdem möglich, im Zweispieler-Splitscreen zu rempeln und - falls nötig - zu überrunden.
Stolz wie Oskar ist Electronic Arts wieder auf den Soundtrack und darf es auch sein. Die Auswahl an lizenzierten Titeln ist wie schon von EA gewohnt sehr groß. Wechselt die Musik, zeigt ein Pop-Up im besten Musik-TV-Stil den Namen des neuen Tracks und den Interpreten an.
Auch grafisch bietet das Spiel eine durchaus feine Kost, die den Vorgänger, Burnout 3: Takedown noch einmal toppt. Im Vergleich zu diesem fällt außerdem auf, dass das Schadensmodell der Fahrzeuge überarbeitet wurde. Laut Electronic Arts hat sich die Zahl der Fahrzeugdeformationen verdreifacht. So genau wollten wir das allerdings nicht prüfen.
Wer also fürchtete, die Qualität der Spiele würde mit dem Ende dieser Konsolengeneration wie bei der PlayStation 1 wieder abnehmen, hat sich anscheinend umsonst gesorgt. Zumindest die Spiele der Criterion Studios betreffend, scheint diese Entwicklung vorerst nicht einzutreten. Im Frühjahr 2006 erwarten wir auf Xbox und PlayStation 2 noch Black, das zwar ein ganz anderes Genre bedient, aber hoffentlich genauso gut aussieht.