Call of Duty 2: Big Red One

Review
Plattform
Microsoft XBOX
Vertrieb
Electronic Arts
Entwickler
Electronic Arts
Erscheinungsdatum
-
Genre
Action
USK
18
Call of Duty 2: Big Red One [XBOX , Justgamers]

Gesamtwertung

80%/10

Grafik

Gut

Sound

Gut

Lanzeitspaß

Befriedigend

Spieleinstieg

Sehr gut

Bedienung

Ausreichend

Call of Duty 2: Big Red One

Umgeben von Freunden, umzingelt von Feinden. An der Front geht es im Jahre 1944 sofort zur Sache: Als Mitglied einer elitären Infanteriedivision der Amerikaner namens „Big Red One“ hat man sich mit den Kameraden gerade noch über den bevorstehenden Angriff beraten, da schlagen auch schon in unmittelbarer Nähe die Bomben der feindlichen deutschen Stukas ein. Keine Frage, solch ein Bombenteppich ist kein Platz zum Verweilen: Zügig folgt der Spieler den Kameraden ins Kampfgetümmel, in eine ungewisse Zukunft...

Völlig andere Spielhandlung

Die völlig andere Spielhandlung gegenüber der Xbox 360 oder PC-Version macht Call of Duty 2: Big Red One auch für Besitzer dieser Fassungen interessant. Im Gegensatz zu Call of Duty 2 bleibt man der eigenen Einheit, der „Big Red One“, nämlich dem ganzen Spiel über treu und wird mit ihr zu verschiedenen Operationen gegen die Deutschen in Afrika, Italien, Frankreich etc. geschickt.

Ungewöhnlich ist der Start im Jahre 1944 und der darauffolgende Zeitsprung zurück in die ersten Jahre des Krieges, nach dem Motto „Wie alles begann“. Zum Aufgabenbereich zählt das Erobern von Kreuzungen, Kathedralen oder fremden Flakgeschützen, sowie das Eskortieren von Sanitätern oder Anbringen von Sprengladungen. Außerdem gibt es zur Abwechslung auch Einsätze in Panzern, schweren Flugbombern oder auf dem Wasser. Der MG-Schütze ist dabei immer der erste, der den Löffel abgibt und von Euch ersetzt werden muss. Die Kampfgefährten sind insgesamt aber durchaus in der Lage, sich selbst zu verteidigen. Mit jedem Einsatz lernt man sie besser kennen, da es eh immer dieselben sind. Sterben tun sie deshalb so gut wie nie. Vor allem die wirklich Wichtigen überleben, da sie ja sonst nicht mehr die Möglichkeit hätten, einem Befehle zu erteilen. Ist man also zu Beginn des Spiels im Anfängermodus mit der Steuerung und dem Zielen mit dem Analogstick überfordert, kann man sich somit zunächst in eine Ecke verkriechen und die Kameraden den Rest erledigen lassen. Da man den Auftrag aber zusammen mit der Einheit erfüllen soll, ist es ratsam, immer in deren Nähe zu bleiben, da man sonst leicht im Kampfgetümmel verloren geht. Seltsam mag es dann schon erscheinen, dass die Mitkämpfer durchaus in der Lage sind, eine ganze feindliche Division selber zu erledigen, aber manchmal an einem einfachen einzelnen Schützen scheitern. Doch man will ja schließlich auch mal gebraucht werden, oder?

Fundierter und ausgedachter Hintergrund

Um auf die geschichtlichen Hintergründe der „Big Red One“ zu verweisen, begleiten kurze Filme des „Military Channel“ die Story, die vor jeder neuen Operation gezeigt werden. Für diejenigen unter Euch, die sich im Einzelnen für bestimmte Fahrzeuge, Waffen etc. des Zweiten Weltkriegs interessieren, lohnt sich ein Blick auf das umfangreiche Bonusmaterial. Das wird aber erst nach und nach freigeschaltet, je nachdem wie weit man schon mit der Pflichterfüllung in den einzelnen Missionen fortgeschritten ist. Um eine wirklich freundschaftliche Beziehung zu den Einheitsmitgliedern aufbauen zu können, wurde jedem einzelnen Charakter sogar eine eigene Lebensgeschichte angedichtet. Schließlich soll man ja wissen, an wessen Seite man kämpft!

Steuerung und Spielbarkeit

Insgesamt gilt es, sich in 13 Missionen zu beweisen. Hier sind die Begriffe „Leicht!“ und „Schwer!“ durchaus wörtlich zu verstehen. Denjenigen, die gegenüber Ego-Shootern, die sich ausschließlich mit dem Controller spielen lassen, Skepsis hegen, sei gesagt, dass sich die Entwickler von Call of Duty 2: Big Red One durch die große „Streuung“ der Schüsse gut aus der Affäre gezogen haben. Nach ein paar Minuten hat man den Dreh mit den beiden Analogsticks raus und der Rest der Steuerung ist dann auch kein Problem mehr. Man kann insgesamt zwischen drei Konfigurationen wählen, wobei die Standardeinstellung wohl die gefälligste zu sein scheint. Nur das Fahren des Panzers bereitet einem am Anfang etwas Bauchschmerzen, die auch über den gesamten Einsatz hinweg nicht vergehen. Letztendlich kann man sich aber doch mit der etwas gewöhnungsbedürftigen Handhabung der großen, sperrigen Kisten anfreunden.

Durchaus linientreu

Viele Möglichkeiten, das Spiel außerhalb der Missionen zu erkunden, gibt es nicht. Präziser gesagt: keine. Es besteht auch nicht die Chance, sich großartig zu verlaufen. Das ist gar nicht möglich, solange man den Kameraden stets treu hinterher trottet. Die Missionen sind so klar wie der Weg, der sich einem offenbart. Als anständiger Soldat öffnet man auch keine Türen, sondern lässt lieber den Kampfgefährten den Vortritt, der manchmal lange auf sich warten lässt. Es ist also gar nicht möglich, sich von seiner Truppe zu entfernen und vorzulaufen. Das macht das Gameplay etwas starr. Einen Stuhl kann man auch nicht zerkleinern, genauso wenig, wie eine kleine Kiste zu verrücken. Stattdessen bleibt man eher an ihr hängen. Interaktionsmöglichkeit mit der Umgebung bleiben also auf der Strecke. Eine Ausnahme sind nette kleine Gimmicks, wie das Ertönen einer Kirchenglocke, nachdem auf sie gefeuert wurde.Auch wenn man sie wegen der allgegenwärtigen Gewehrsalven und Granateneinschlägen kaum wahrnimmt, verträgt sich die musikalische Begleitung sehr gut mit dem Patriotismus der Amerikaner. Stirbt einmal einer der lieb gewonnenen Gefährten, so wird dementsprechend dramatische Musik eingespielt – auch wenn der Tote nach einem kurz eingeblendeten Video sofort verschwunden ist und keine Leiche von seinem tragischen Schicksal zeugt.

Optischer Gaumenschmaus?

Im Allgemeinen lässt sich sagen, dass die Playstation 2 natürlich nicht mehr auf dem neusten Stand der Technik ist. Das heißt, dass die Grafik hinter der GCN- oder Xbox-Version von Call of Duty 2 Big Red One natürlich kräftig hinterherhinkt. Die Explosionen und Raucheffekte können sich sehen lassen. Sowohl die Videos als auch die Spielszenen an sich laufen ohne großartiges Ruckeln, so dass das Spiel insgesamt sehr geschmeidig verläuft. Das ist allerdings auch ein eindeutiger Tribut an die doch etwas eckigen Gesichter und die teilweise verwaschenen Texturen der Dächer.

Die Ladezeiten pro Einsatz liegen bei ca. 20 Sekunden und sind damit nicht gerade die kürzesten. Anhand des Ladebildschirms kann man aber sein Vordringen in die Tiefen des Krieges bewundern. So vergeht die Zeit dann auch wie im Fluge.

Für ein Kriegsspiel ist zwar nicht sonderlich viel Gewalt zu sehen, doch ist das Spiel für die Jüngeren unter Euch nicht freigegeben, so dass erst ab 18 Jahren in den Krieg gezogen werden darf. Die Leichen verschwinden meist direkt nach dem erfolgreichen Abschuss. Es gibt kein großartiges Blutverspritzen und ob man nun jemanden ins Bein oder in den Bauch schießt, macht ebenfalls keinen großartigen Unterschied. Die Feinde agieren durchaus intelligent und können auch nach zwei Schüssen in die Magengrube wieder aufstehen und feuern, als wäre nichts gewesen.

Multikill

Call of Duty 2: Big Red One kann im Multiplayermodus sowohl online als auch im Netzwerk von bis zu 16 Xbox-Soldaten gespielt werden. PS2-Bistzer können immerhin noch online antreten während der Titel auf dem GameCube ein Singledasein fristet. Dabei gibt es eine Auswahl der typischen Spielmodi „Deathmatch“, „Team-Deathmatch“, „Capture the Flag“ und „Domination“, die auf insgesamt elf Maps spielbar sind. Eine Besonderheit ist die Möglichkeit, über ein USB-Headset mit den Kameraden reden zu können.

Fazit

Obwohl das Thema Krieg und Amerikas Heldenrolle als Befreier der Unterdrückten schon oft genug in Egoshootern behandelt wurde, ist das Spiel trotzdem kurzweilig und interessant. Gerade die völlig andere Story im Gegensatz zur PC- und Xbox 360-Version kann überzeugen, da so ein direkter Vergleich zwischen Playstation 2 und PC nicht möglich ist, bei dem die PS2 sowieso den Kürzeren gezogen hätte. Für die Steuerung gibt es einen klaren Punktabzug, was sich durch die gute Grafik, die Vielfalt der Einsätze und die starke Zusammenarbeit mit den Teamkollegen wieder ausgleicht. Zusammengefasst verdient sich Call of Duty 2: Big Red One kein „Sehr gut“, aber ein durchaus gutes „Gut“. 

Call of Duty 2: Big Red One [XBOX , Justgamers]

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