Catwoman

Review
Plattform
Microsoft XBOX
Vertrieb
Electronic Arts
Entwickler
Electronic Arts
Erscheinungsdatum
-
Genre
Abenteuer
USK
-
Catwoman [XBOX , Justgamers]

Gesamtwertung

71%/10

Grafik

Gut

Sound

Gut

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Befriedigend

Bedienung

Befriedigend

Catwoman

Whiskas und Diamanten!

Catwoman ist eine der bekanntesten Figuren in der Welt des mysteriösen Batman. In den Comics treibt sie ihr Unwesen in Gotham City, stets wandelnd auf dem schmalen Grat zwischen Legalität und Verbrechen.

Neben Diamanten und anderen Kostbarkeiten hat es ihr auch der Fledermausmann angetan. Für den Film wurde der Ballast der Comics über Bord geworfen und eine komplett neue Hintergrundgeschichte zusammengezimmert, die auch für das Spiel übernommen wurde. So fallen Comic-Kenner sofort frappierende Änderungen gegenüber der Bildergeschichtenvorlage auf.

So heißt Catwoman im wahren Leben nicht Selina Kyle, sondern hört auf den Namen Patience Phillips. Als Angestellte eines Kosmetik-Konzerns kommt sie den dunklen Machenschaften ihres Bosses auf die Schliche. Dieser ist leider überhaupt nicht begeistert darüber und sorgt für den Tod der naiven Halle, die hier in Film und Spiel die Katzenfrau gibt.

Wie das in Comics nun einmal üblich ist der Tod nie von langer Dauer. Und so kommt es, daß die gute Patience von einer mysteriösen ägyptischen Katze wiederbelebt wird, um fortan mit übermenschlichen Kräften durch die dunkle Nacht zu streifen, immer auf der Suche nach den Missetätern, glitzernder Beute und leckerem Whiskas.

Dank ihrer neuen Fähigkeiten verfügt Catwoman nicht nur über Möglichkeiten, sich der verschiedenen Gegner zu erwehren, sondern auch die weitläufigen Levels bis in den letzten Winkel zu erkundschaften. So könnt ihr an Wänden hoch laufen, euch an Gittern und Netzen festhalten, Flaggenmasten für akrobatische Flugeinlagen mißbrauchen und mittels der Peitsche auch größere Abgründe überwinden.

Weil Catwoman ja eine nette Katze ist, achtet sie darauf, Gegner nicht zu töten. Vielmehr wird vom Spieler verlangt, Kontrahenten in offene Müllcontainer zu schleudern oder sie zum Rückzug zu zwingen.

Zwar könnt ihr die Gegner mit Tritten im Capoeira-Stil beharken und ihnen Flaschen oder Steine an den Kopf werfen, tot umfallen wird aber keiner von ihnen. Meist stellen die Gegner auch nicht die wirkliche Herausforderung innerhalb der Missionen dar.

Das Erreichen des Levelziels ist vielmehr der Knackpunkt bei „Catwoman“. EA hat sich dabei offensichtlich am Gameplay der letzten Instanz von „Prince of Persia“ orientiert. Hier wie dort ist das Auskundschaften der Levels Bestandteil des Spielprinzips. Und wie auch beim orientalischen Prinzen gibt es keinen Tod, denn wenn ihr eure treue Katze Midnight dabeihabt, sorgt diese für eure Wiederbelebung, denn schließlich stehen auch Katzenmenschen wie Patience die berühmten neun Leben zu.

Miez, Miez…

Technisch gibt sich die Katzenlady keine Blöße. Die Grafik sieht gut aus, Locations und Charaktere wissen zu gefallen. Gerade die Hauptfigur wurde mit einer Vielzahl an Polygonen bedacht und präsentiert sich optisch ansprechend, auch wenn Kritiker und Comic-Fans bezüglich des spärlichen Kostüms nur die Nase rümpfen.

Designtechnisch ist dieses sicherlich Geschmackssache und sorgte auch unter Filmfreunden für geteilte Meinungen.Klangtechnisch geht es dagegen eher routiniert und schnörkellos zu. EA hat keine Kosten gescheut und das Spiel komplett lokalisieren lassen, so daß ihr Catwomans Kommentaren und den Dialogen in verständlichem Deutsch lauschen könnt.

Englischkundige Spieler ziehen aber dennoch den authentischeren und atmosphärischeren englischen Soundtrack vor. Das Spiel wurde netterweise in Dolby Digital Pro Logic 2 abgemischt, so daß die Umgebungsgeräusche auch präzise und direktional an euer Ohr dringen können, entsprechendes technisches Equipment natürlich vorausgesetzt.

Leider wurde nicht ganz so viel Wert auf die Anpassung der Steuerung gelegt. Beinah alle Tasten des Pads werden zur Kontrolle der heißen Mieze benötigt. Komplizierte Manöver wie das Entlanglaufen an der Wand, gefolgt von einem Sprung und einem Peitschenhieb erfordern viel Koordination und Überlegung. Intuitiv steuern läßt dich die Figur nicht.

So kann aus Lust schnell Frust werden, wenn ihr knifflige Passagen aufgrund eines Steuerungsfehlers wiederholen müsst. Da auch die Kamera nicht gerade zur Übersicht beiträgt, sondern durchaus auch einmal zu Stürzen vom Fenstersims beiträgt, geht das Frust-Meter auch schon mal so hoch, dass der Controller durchaus als stressbedingter Peitschenersatz herhalten muss.

Fazit

„Catwoman“ hat einen schweren Stand. Im Schatten des beliebten Verbrechensbekämpfers Batman spielt sie im DC-Comic-Universum nur eine untergeordnete Rolle, und auch ihr Videospiel-Debüt kommt nicht ganz an die Klasse anderer Comic-Versoftungen wie etwa dem aktuellen „Spider-Man“ Spiel heran. Zwar gefallen Optik und Sound, allerdings gehen die Steuer-Kommandos nicht immer gut und flüssig von der Hand. Dies liegt nicht zuletzt an dem etwas überladen wirkenden Joypad. Gerade in hektischen Situationen ist somit ein Sturz aus zehn Metern Höhe nicht selten. Der schwierige Weg innerhalb der Levels nach ganz oben ist daher oftmals frustig, auch wenn das Ausführen der waghalsigen Stunts und akrobatischen Einlagen durchaus Spaß macht. Fans des Films oder der Figur werden über etwaige Defizite dennoch hinwegsehen können, zumal das Gameplay an sich durchaus zu gefallen weis und auch die Action nicht zu kurz kommt. 

Catwoman [XBOX , Justgamers]

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