Crash'n'Burn

Review
Plattform
XBOX
Vertrieb
Eidos
Entwickler
Climax
Erscheinungsdatum
-
Genre
Andere
USK
12
Crash'n'Burn [XBOX , looki.de]

Gesamtwertung

63%/10

Grafik

Gut

Sound

Gut

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Sehr gut

Bedienung

Gut

Crash'n'Burn

Als Einzelspieler beginnt ihr zunächst mit den beiden Fahrzeugtypen „Kompakt“ und „Pickup“. Hierbei ist zu betonen, dass es wirklich nur vier Autotypen und keine umfangreiche Fahrzeugauswahl gibt. „Kompakt“ und „Pickup“ stehen euch dabei vom Spielbeginn an zur Verfügung, „Sport“ und „Muscle“ müssen erst freigeschaltet werden.

Damit ihr euer Fahrzeug auch einmal bewegen könnt, stehen neben Einzelevents, bei denen ihr Renntyp, Stärke der Gegner-KI und anderes auswählen könnt, auch Meisterschaften zur Auswahl.

Bei den Rennmodi gab man sich sehr kreativ. Neben „Last Man Standing“ gibt es auch den „Kamikaze“-Modus, bei dem die Hälfte der Fahrer in die entgegengesetzte Richtung startet. Schon wenige Meter nach der Startlinie zeigen diese sich sehr „entgegenkommend“ und bleiben, sofern sie nicht Dank eines Unfalls aus dem Rennen fliegen, dies auch bis zum Ende.

Nach jedem abgeschlossenen Rennen erhaltet ihr je nach Platzierung Geld und Erfahrungspunkte. Über die Anzahl eurer Dollar und Erfahrung informiert eine Anzeige im Spielmenü. Gebraucht wird beides vor allem im spielinternen Shop. Für Bares gibt es dort diverse Tuningartikel.

Leider beschränken sich diese vor allem auf die Optik eures Fahrzeugs. Zwar gibt es neben den Verschönerungsartikeln noch ein „Upgrade-Paket“ und einen „Nitro“, doch benötigt ihr immer eine gewisse Erfahrungsstufe um solch einen Artikel kaufen zu können. Einmal gekauft, können Spoiler & Co in der Garage an euer Fahrzeug montiert werden.

Kurze Runde, anhaltender Frust

Da den Rennen in Crash’n’Burn kein Qualifying vorangeht, startet ihr immer von einer der letzten Positionen. Da das Starterfeld dabei aus 16 Fahrzeugen, also 15 Kontrahenten besteht, möchte man meinen, dass es nicht ganz einfach sein dürfte, als Erster die Ziellinie zu passieren.

Tatsächlich ist es aber relativ simpel, an der rempelnden Masse der KI-gesteuerten Fahrzeuge vorbeizukommen. Weitaus schwieriger ist es aber, die erste Position zu halten. Das liegt zum einen an der dümmlichen, aber auch sehr aggressiven Gegner-KI, zum anderen an dem recht kurzen, sehr gemeinen und stellenweise fiesen Streckendesign. Letzteres verführt geradezu zur „Unfallerei“. Neben gemeinen Schikanen, Rampen und (sicherlich) absichtlich sehr ungünstig platzierte Mauern findet sich auch die eine oder andere Kreuzung auf den Rennstrecken wieder. Schön, wenn man das Rennen anführt und als erster über solch eine Kreuzung fahren kann, schlecht, wenn die Schlusslichter eines Fahrerfeldes gerade quer über die gleiche Straßenkreuzung fahren wollen und euch mit Höchstgeschwindigkeit in die Beifahrertür donnern. Der dadurch entstandene Zeitverlust ist leider enorm.

Befindet ihr euch nach solch einem Crash noch auf der Kreuzung, ist es sehr wahrscheinlich, dass sich noch weitere Fahrzeuge am Unfall beteiligen und ohne Verstand in euer ohnehin schon angeschlagenes Fahrzeug hineinrasen. Einen Versuch, große Karambolagen zu verhindern und anderen auszuweichen, unternimmt die KI leider nicht einmal ansatzweise.

Da man als Spieler gerade in den über mehrere Rennen gehenden Meisterschaften auf eine gute Platzierung angewiesen ist und man nicht selten in solche unangenehmen und zeitraubenden Crashs verwickelt wird, vergeht schnell die Lust, sich wieder und wieder am gleichen Meisterschaftsevent zu versuchen.

Bemerkenswert ist, dass die dadurch entstehenden Autowracks bis zum Rennende auf der Strecke verbleiben und sich je nach Lage zu gefährlichen Hindernissen entwickeln können. Rangeleien und Crashs führen auch oft dazu, dass Ölpfützen das Rennen zu einer Rutschpartie werden lassen.

Nicht selten entzünden sich die Öllachen und bilden im Verbund mit benachbarten Pfützen eine schwer durchschaubare Feuerwand. Solch eine brennende Lache zu überfahren ist zwar weniger gefährlich für die Gesundheit eures Fahrzeugs, die möglicherweise dahinter liegenden und schlecht einsehbaren Hindernissen sind es dafür aber umso mehr.

Ausfallquote wie im Jura-Studium

Während die Großzahl der KI-Gegner aufgrund ihres sehr aggressiven Fahrverhaltens bei Zeiten in die Leitplanke beißt, verrät euch eine Energieanzeige, wie viele Rempler euer Fahrzeug noch verkraftet. Geht euer Energiebalken auf „0“, so zeigt auch euer Tacho schnell selbigen Wert an und das Rennen ist für euch gelaufen.

Da von den 16 gestarteten Fahrzeugen meist nur drei oder vier das Ziel erreichen, ist die Chance recht groß, auch bei einem Totalschaden noch Geld und Erfahrungspunkte einzusacken. Sind beispielsweise nur noch fünf Wagen im Rennen gewesen und eurem Fahrzeug geht die Puste aus, scheidet ihr als Fünfter aus und bekommt - ganz gleich ob ihr durch’s Ziel fahrt oder nicht - entsprechend dem fünften Platz noch die adäquate Belohnung.

Sollte einen der Rappel packen und die gegnerischen Fahrzeuge euch all zu penetrant vom Sieg abhalten wollen, könnt ihr auch versuchen, selbige in den Autohimmel zu befördern. Für jeden Gegner, den ihr durch Anrempeln oder Drängeln in ein Wrack verwandelt, gibt es einen Bonus in Form eines wieder aufgefüllten Nitros.

Leider geht beim Ausschalten der ungeliebten Konkurrenz oft viel Zeit und die Position flöten. Außerdem besteht die Gefahr, in jeder der folgenden Runden noch einmal unbeabsichtigt in die nun herumstehende Autoleiche zu knallen.

...über den Streckenrand geschaut...

Optisch zeigt sich Crash’n’Burn wenig beeindruckend. Da die Fahrzeuge nicht lizensiert sind, scheint Entwickler Climax auch keinen großen Wert auf die Form und Proportionen der Autos gelegt zu haben.

Zu Lasten des mit 16 Fahrern recht großen Fahrerfeldes und den zahlreichen Unfällen mit den vielen, in der Luft umherwirbelnden Autoteilen lässt die Optik der Streckenteile und vor allem des Streckenhintergrunds stark zu wünschen übrig und erinnert eher an eine DDR-Plattenbausiedlung als an Miami oder San Francisco.

Lediglich die im späteren Spielverlauf freischaltbaren und z.B. im Grand Canyon liegenden Naturstrecken sehen mit heutigen Standards verglichen einigermaßen akzeptabel aus.

Trotz der wenig detailierten Streckenumgebung scheint die PlayStation 2 gerade bei größeren Unfällen mit der Darstellung leicht überfordert und liefert nicht immer ein flüssiges Bild.

Obwohl die Soundkulisse noch akzeptabel ist, fällt einem der Deutsch sprechende Rennkommentator schnell auf die Nerven. Leider ist es nicht möglich, diesen in ein Wrack oder eine brennende Blutlache zu verwandeln. Dafür lässt sich aber wunderbar der Ton des Fernsehers ausschalten. Schade nur, dass dann auch die sehr rockigen Songs nicht mehr zu hören sind.

So ist hierbei nämlich besonders bemerkenswert, dass genau wie im Einzelspielermodus 16 Spieler an einem Rennen teilnehmen können. Kommen keine 16 menschlichen Fahrer zusammen, kann der Host die freien Startplätze auch mit computergesteuerten Fahrzeugen auffüllen - oder eben auch nicht. Je nach dem, wie viel Spaß einem das dümmliche Verhalten der arg „künstlichen Intelligenz“ bereitet.

Fazit

Obwohl Crash’n’Burn mehr Wert auf „Crash“ und „Burn“ als auf „Start“ und „Finish“ legt, muss es sich den Vergleich mit EA’s Burnout, welches ähnlich actionorientiert ist, gefallen lassen. Und im Vergleich mit Burnout 3 steht das Spiel im Grunde überall weit hinten an.

Für Spieler, die mit ihrer Xbox oder PS2 online gehen können und Spaß an Unfällen, also einem actiongeladenen, aber teils auch sehr frustrierenden Rennspiel haben, lässt sich das Spiel vielleicht noch empfehlen. Wer für Crash’n’Burn aber mehr als 30 € zahlt, ist selbst schuld. Letztlich ist Burnout 3 wesentlich besser und schon für unwesentlich mehr zu haben.

Crash'n'Burn [XBOX , looki.de]

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