Deathrow

Review
Plattform
XBOX
Vertrieb
Ubi Soft
Entwickler
Ubi Soft
Erscheinungsdatum
-
Genre
Action
USK
-
Deathrow [XBOX , Justgamers]

Gesamtwertung

86%/10

Grafik

Sehr gut

Sound

Gut

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Sehr gut

Bedienung

Gut

Deathrow

Was ist Deathrow ?

Eine gute Frage. Man könnte es am besten als „Genre-Mix Sport-Spiel“ bezeichnen. So gibt es Einflüsse von Basketball, American Football, Wrestling und diversen anderen Kampfsportarten, die von Team zu Team unterschiedlich sind. Wenn man sich nicht gerade auf dem Feld der Ehre austobt, ist man als Manager gefordert. Vom Ambiente passt „Deathrow“ zwischen Kinohits, wie „Bladerunner“, „Rollerball“ und „Running Man“. Wenn man es aber ganz genau nimmt, ist „Deathrow“ eher eine Reinkarnation des genialen Spieleklassikers „Speedball“, der damals sein Debüt auf dem Amiga feierte.

Aller Anfang ist schwer

Nach dem Start des Games steht man zuerst vor einigen Menüs. Dort gibt es das Tutorial, Einzel-Match, Eroberung, Freigaben, Optionen und Ende. Bevor man sich nun ins Getümmel stürzt, sollte man als Erstes das Tutorial anwählen, da hier Spielzüge sowie Kampftaktiken genauer erklärt werden. Wenn man nun im Tutorial steht, hat man die Auswahl zwischen zwei Spielmodi. Da gibt es zum einen den Sport-Modus, der eine isometrische Ansicht der Dinge bietet und von daher einen taktischen Spielablauf unterstützt. Zum anderen steht auch der Hardcore-Modus zur Wahl, bei dem die Kamera knapp hinter dem Spieler angebracht ist. Man sieht also nicht, was sich hinter einem abspielt. Für den Anfang empfiehlt sich der Sportmodus, da dieser eindeutig einfacher zu spielen ist. Zu beachten ist auch, dass sich die Arenen in diesen beiden Modi unterscheiden. Im Sportmodus werden verschieden große Ovale als Spielflächen serviert, wobei die Hardcore-Arenen sehr abgedreht sind.

Auf dem Feld der Ehre

Gut durchtrainiert und voller Motivation und Tatendrang, kann man sich nun ins Getümmel stürzen. Ob man das in einem Einzel-Match macht oder die langwierige Eroberung angeht, ist jedem selbst überlassen, wobei die Eroberung allerdings das Zentrum des Spiels darstellt. Hierbei sucht man sich als erstes sein Team aus und legt die Regeln fest, genauso wie die Dauer der Runden. Nach einer kurzen Teambeschreibung findet man sich in dem Managermenü wieder, in dem man seine E-Mails abholen kann (Sponsorenmeldungen, Spielwetten, Dopingeinkäufe, Anzeigen, Angebote für „Off-Liga“-Matches usw.), Spieler trainiert und heilt, die eigenen Finanzen überblickt und sich auf die nächsten Matches vorbereiten kann. Wenn man dann bereit ist, kann es losgehen. Man wählt das nächste Gegnerteam an und bekommt eine Grafik gezeigt, die anzeigt, wie gut die anderen Spieler im Vergleich zu den eigenen Kollegen sind. Darauf hin wird festgelegt, wie viele Spieler vom Computer gesteuert werden und wie viele von Menschen übernommen werden. Dies kann man allerdings auch im Laufe des Matches, falls ein Freund kurzfristig mitspielen will, noch verändern. Eine kurze Zwischensequenz führt dann in die Arena und man kann noch kurz vor dem Fight in der Spielerkabine die Aufstellung der Mannschaft bestimmen, danach geht es in die erste von vier Runden.

Die Musik dröhnt, das Publikum heizt durch rhythmisches Klatschen die Atmosphäre auf und die Kamera schwenkt zwischen den Teams, die sich nun aufs übelste Beschimpfen. Nun wird die Disc in die Mitte des Spielfelds geworfen und das Spiel beginnt. Ziel ist es, die besagte Disc durch das kreisrunde Kraftfeld des Gegners zu befördern. Dazwischen ist alles erlaubt. Schlagen, Treten und spektakuläre Würfe, welche in einer matrixähnlichen Zeitlupe wiedergegeben werden. Durch frontale Sprünge können Gegner umgeworfen werden und mit den Füssen voraus kann man den Kontrahenten auch abgrätschen. All dies zieht dem Gegner Energie ab und verletzt ihn. Falls man dies zur Genüge macht, kann das zu einer gewissen Auszeit und im Extremfall zu einem K.O. führen. Sind alle Gegner K.O., so ist das Spiel zu Ende. Ablenkung spielt aber auch eine wichtige Rolle, um den Gegner aus dem Tritt zu bringen. So gehört es schon wortwörtlich zum guten Ton, den anderen Spielern die übelsten Beleidigungen an den Kopf zu werfen, um sie aus taktischen Positionen zu locken. Heilung kann man sich über Terminals holen, die permanent Gegenstände in das Spiel befördern. Fitness, Speedboost, Geld und Stimmung gehören genauso zu den spielentscheidenden Elementen, die über diese Terminals in den Kampf mit einfließen. Zwischen den Runden kann man sich heilen oder Spieler einwechseln. Per Knopfdruck kann man im laufenden Spiel auch die Spieltaktik bestimmen. So kann man einstellen, ob das Team eher defensiv arbeitet, oder sich in die Offensive legt. Man darf aber nicht vergessen, dass die Gegner auch über dieselben Möglichkeiten verfügen.

Falls das Spiel nicht durch ein vorzeitiges K.O. beendet wird, entscheidet der Stand der Tore den Sieger. Das Preisgeld ermittelt sich aus verschiedenen Elementen. Der Tor-Bonus (Tore, Vorlagen) gibt Geld für normale Tore und für taktische Tore, die über Vorlagen liefen. Der Härte-Bonus (Verletzungen, K.O.s, Publikum) spiegelt die Gewaltdarstellung sowie wie die Beliebtheit beim Publikum wieder. Der Pickup-Bonus (Credits) zählt die Goldbarren, die auf den Terminals eingesammelt wurden. Dies alles vereint sich dann im Gesamt-Bonus. Hier zählt natürlich die Devise: Je mehr, desto besser. Schließlich braucht man das erspielte Geld, um Spieler zu trainieren, zu heilen und so manchen privaten Fehltritt wieder auszugleichen, da die Jungs und Mädels ein Faible dafür haben, gelegentlich mal ein Restaurant zu verwüsten oder mit der Tochter des Sponsors ins Bett zu steigen. Zusätzlich sollte man auch einkalkulieren, dass das Team experimentelle Drogen angeboten kriegt, um die Kampfkraft oder die Ausdauer zu steigern. Und diese sind nicht billig. Falls einem Geld fehlen sollte, kann man es sich durch so genannte „Off-Liga“-Spiele holen. Teams, die geächtet oder ausgeschlossen wurden, bieten euch für gutes Geld einen Fight in ihrer Arena an. Aber Vorsicht: Hier geht es ein gutes Stück rauer und härter zu als in der Liga und falls die nötige Vorsicht fehlt, findet man sich schnell im Sanitätsraum wieder, um die Zähne zu zählen, die einem noch geblieben sind. Für den Fall, dass man alles richtig gemacht hat, steigt man nach drei erfolgreichen Matches in die nächste Liga ein.

Freischalten ohne Ende

Hinter der Option „Freigeben“ verbirgt sich die Möglichkeit, Kampfpunkte, die separat erworben werden, zu investieren. Hier kann man Teams frei spielen, sich zusätzliche Teammitglieder erwerben, die Lieblingsarena kaufen und zu guter Letzt neue Spielmodi wie auch den Schwierigkeitsgrad „Extrem“ freigeben. Hierbei sollte man beachten, dass Matches in höheren Schwierigkeitsgraden auch höhere Punktzahlen bringen, welche man bei insgesamt 18 Teams, 150 Spielern, 32 Arenen und 3 Extras auch dringend zum Freischalten benötigt.

Grafik, Sound und Optionen

Bei der Technik glänzt die Leistung der Xbox und die programmiertechnische Arbeit der Hersteller. Die Texturen sind sauber und abwechslungsreich, Licht- und Bluteffekte reichen sich im Laufe der Matches die Hände und sorgen für viel Abwechslung. Die Framerate ist stabil und geht selbst bei dem furiosesten Kampfgetümmel nicht in die Knie. Das eigentliche „Schmankerl“ sind allerdings die Animationen, die selten so brillant in Szene gesetzt wurden. Laufen, Treten, Schlagen, das brechen von Knochen, auskugeln von Armen und vieles mehr wurde fulminant umgesetzt und lässt nichts an Realismus missen.

Der Sound an sich ist gut gelungen. Die mitgelieferte Musik ist actionlastig, wobei man nicht die Option vergessen sollte, seine eigenen Tracks ins Game einzubringen. Ein Highlight allerdings ist die Sprachausgabe, oder besser gesagt, die Beleidigungen. Hier wird geflucht, was das Zeug hält und da sind Ausdrücke, wie „Mother....er, As...le, B..ch“ noch richtig nett. Oft passiert es, dass man sich vor Lachen nicht mehr aufs Spiel konzentrieren kann, wenn sich die Gegner in übelstem Gossenslang beleidigen.

Fazit

Eines ist deutlich: Deathrow ist ein Hit und bringt durch seine rabiate, aber auch sehr taktische Seite, einigen frischen Wind ins Genre der Multiplayerspiele. Genauso klar ist aber auch, dass dieses Game nicht für Einzelspieler gedacht ist, denn viel zu schnell ist die „künstliche Intelligenz“ der Gegner einer einzelnen Person überlegen und man verliert den Überblick durch eine Unzahl an Einzelkämpfen. Das richtige Feeling kommt erst auf, wenn alle vier Ports genutzt werden. Taktisches Zusammenspiel, fixe Pässe gepaart mit gezielten Gewaltaktionen führen ausschließlich in den höheren Levels zum Sieg. Das Handling per Pad ist für Neueinsteiger sehr aufwendig, aber mit etwas Übung erkennt man sehr schnell die elementaren Tricks für erfolgreiche Aktionen. Für die nötige Motivation sorgen die abwechslungsreichen Gegner mit ihren verschiedenen Taktiken, die recht anstößigen Möglichkeiten seine eigenen Spieler zu „tunen“ und sich nach erfolgreichen Matches neue Teams zu kaufen. Grafisch wird geklotzt und nicht gekleckert. Saubere Texturen, sehr detaillierte Animationen und beeindruckende Lichteffekte gehören zu jedem Match dazu und bringen das Adrenalin zum Kochen. Die Musik ist gut, aber besser ist es natürlich, wenn man die Option nutzt, seine eigenen Tracks von der Festplatte ins Spiel zu bringen. Die Schmuselieder sollten da lieber in der Schublade bleiben. Richtig gut machen sich Linkin Park, P-Diddy, The Prodigy oder Daft Punk, wenn es darum geht, den Gegnern die Knochen zu brechen. Unser Team, das sich bei uns mit dem Titel rumgeschlagen hat, hat nach ausgiebigem Testen eine eindeutige Meinung. Ubi-Soft präsentiert jedem, der nicht alleine spielen möchte, ein Game der Extraklasse, welches an Action, Fun und Teamgeist keine Wünsche offen lässt. Und wenn auch die Kritiker gegen die deutliche Darstellung von Gewalt in Deathrow ankämpfen, haben wir nur eine Bitte an die Entwickler: Gebt uns mehr von dem Spielprinzip, und zwar so schnell wie möglich über Xbox Live!

Deathrow [XBOX , Justgamers]

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