Die Baldur´s Gate -Saga

Review
Plattform
XBOX
Vertrieb
Interplay Entertaiment
Entwickler
Bioware
Erscheinungsdatum
-
Genre
Action
USK
-
Die Baldur´s Gate -Saga [XBOX , looki.de]

Die Baldur´s Gate -Saga

headline|Teil 1: Baldur´s Gate

Die ersten Schritte

Der Beginn. Hoch über den Zinnen der Stadt Baldur´s Tor erleben sie in einer kleinen einführenden Rendersequenz den Tod eines Mannes durch die Hand eines Angst einflößenden Kriegers. Der Leichnam fällt viele Meter weit zu Boden, ehe er schließlich in einer Lache aus Blut den allerletzten Atemzug seines Lebens tun kann. Wo sein Leben beendet wurde, fängt ihres gerade erst an.

Die Geburt ihres Helden vollzieht sich über einige Charakterbögen, in denen sie gemäß den AD&D Regeln der 2. Edition ihrem Recken ein Geschlecht, Rasse, Klasse, Attribute und schließlich einen Namen und eine passende Stimme verpassen. Wahlweise lassen sich auch bereits vorgefertigte Charaktere implementieren. Dieser Prozeß dauert je nach Entschlussfreudigkeit und Vertrautheit mit dem Regelwerk bis zu einer halben Stunde, immerhin wollen alle Entscheidungen überlegt sein. Denn mit diesen gerade erschaffenen Charakter werden sie mindestens die Spielzeit des ersten Teiles, und das sind laut Herstelleraussagen bis zu 100 Stunden, verbringen. Auch kann ihr gewachsener Held aus Teil 1 in den nächsten Teil übernommen werden, doch dazu später mehr.

Haben sie sich also festgelegt, beginnen sie in Kerzenburg, einer riesigen Bibliothek, geschützt von riesigen Mauern, ihr erstes Abenteuer. Zwar wollen sie bald aufbrechen in die große weite Welt, doch Zeit für einige Botengänge und kleinere Aufträge bleibt immer noch, so dass sich die Reisekasse ein wenig füllt und auch schon einige Erfahrungspunkte gewonnen werden können. Seltsam nur, dass ihnen schon in diesen Mauern einige übellaunige Menschen ans Leder wollen.

Doch auch das Verlassen des Klosters bringt keine Besserung. Nicht nur, dass ihr Ziehvater von einigen zwielichtigen Gestalten getötet wird und sie nun fast allein durch die Lande ziehen müssen, auch wollen Kopfgeldjäger dem Spieler im Verlaufe der Geschichte noch mehr als einziges Mal an den Kragen. Doch allen Ereignissen zum Trotz setzen sie ihre Reise an den Küsten der nördlichen Herzlanden fort, und kommen dabei einer mysteriösen Eisenknappheit, hervorgerufen einerseits durch Räuberüberfälle und zum anderen durch eine Art „vergiftetes Eisen“, auf die Spur. Diese Spur führt sie zuerst nach Naskell und in deren Minen und schließlich in zum Ende der Story auch hinter die Mauern der prächtigen Handelsstadt Baldur´s Tor.

Natürlich bleiben sie auf ihren Reisen nicht allein. Auch wenn sie sich theoretisch dafür entscheiden könnten, dass Spiel nur mit ihrem Hauptcharakter zu bestreiten, so wäre dies doch ungleich schwerer und langweiliger, als mit einer bunt gemischten Gruppe durch die Lande zu ziehen.

Vom hamsterliebenden Waldläufer bis zum Zauberer mit nicht unbedingt guten Absichten sind viele Charaktere vertreten, die der Hauptfigur hilfreich zur Seite stehen.

Und diese Hilfe ist auch wirklich nötig. Stehen ihnen doch über 60 Monsterarten gegenüber, wobei Skelette und Kobolde zwar häufig anzutreffen, aber leicht zu besiegenden sind. Gruppen von Kopfgeldjägern, Basiliken, ein ganzes Räuberlager, böse Kleriker und nicht zuletzt der geheimnisvolle Krieger aus der Eingangssequenz, der sich als der Bruder des Hauptcharakters herausstellen wird, stellen schon ganz andere Bedrohungen dar. Und auch wenn sie ihren Bruder in einem fulminanten Finale töten werden, in einer Welt der Phantasie hat selbst der Tod keinen dauerhaften Bestand ...

Vom Erfolg ihres Werkes selbst überrascht schoben die Entwickler von Bioware und Black-Isle wenige Monate nach dem Erscheinen von Baldur´s Gate ein offizielles Addon mit dem Titel „Die Legenden der Schwertküste“ nach. Diese Erweiterung bereicherte den vielen Fans neue Monster und Gegenstände, einige neue Quests und Kartenabschnitte, führte allerdings die Story des „großen Bruders“ nicht direkt weiter.

Teil 2 : Schatten von Amn

- Eine lange Reise -

Sie erwachen in einem Kerker. Ihr Schädel brummt, aber nicht vom Saufgelage der letzten Nacht, sondern von ausgedehnten „Befragungen“ der härteren Art. Und sie sind allein. In diese Ausgangssituation wirft sie BioWares zweiter Teil der Baldur´s Gate – Trilogie, der den Erfolg seines Vorgängers sogar noch übertraf.

Um es auch Spielern, die den ersten Teil nicht gespielt haben, möglich zu machen, die komplexe Story zu verstehen, werden der Hauptfigur in den ersten Stunden der Geschichte die wichtigsten Ereignisse des ersten Teils zusammengefasst. Die Hauptfigur, ihren Charakter, generieren sie wie schon im ersten Teil getreu den D&D – Regeln, die allerdings nun eine Mischung aus der zweiten und der dritten Edition darstellen. Hinzugekommen sind deshalb als Auswahlmöglichkeit die Rasse Halbork und die Klassen Barbar, Mönch und Hexenmeister. Wahlweise ist es auch möglich, den Hauptcharakter des ersten Teiles zu reanimieren und mit diesem den Fortgang der Geschichte zu bestimmen.

Einmal aus dem Gefängnis ausgebrochen und auf diesem Weg einige Mitgefangene befreit, beginnen sie ihre Reise in den Regionen von Amn, südlich von Baldur´s Tor gelegen. Warum man sie unfreiwillig festhielt, ist ihnen derzeit noch unklar, doch werden sie in einer mehr als 150 – stündigen Reise in die verschiedensten Regionen von Amn mehr über die Hintergründe und auch über den Weg ihrer recht unnatürliche Herkunft erfahren.

Doch betreten sie zum ersten Mal diese Welt, rücken erst einmal diese Gedanken in den Hintergrund, und die Grafik tritt in den Vordergrund. Glänzte schon der erste Teil mit wunderschön gerenderten Landschaften in einer Auflösung von 640 x 480, so kann die Welt des zweiten Teiles mit einer Auflösung von 800 x 600 aufwarten. Im Wald wuseln Tiere umher, Springbrunnen ziehen mit ihren Fontänen die Blicke auf sich, und die geschmeidigen Animationen der einzelnen Figuren tragen ebenfalls zu einer dichten, lebendigen Welt bei.

Was allerdings noch viel mehr den Eindruck einer „realistischen“ Fantasywelt erweckt, ist die Interaktion der NPC´s untereinander, sowohl derer, die sich innerhalb der Gruppe befinden, als auch derer, die nur „schmückendes Beiwerk“ sind. Wer schon einmal in Atkatla auf dem Markt war, der wird durch das dichte Stimmengewirr und die wunderschöne Grafik ganz in die Atmosphäre dieser Fantasywelt hineingezogen. Doch auch ihre Gruppe, die sich wie im ersten Teil aus 6 Mitgliedern zusammensetzt, unterhält sich munter, wobei es auch schon mal richtig krachen kann zwischen einzelnen Personen. Doch ebenso, wie Streit möglich ist, kann auch eine Romanze entstehen zwischen dem Hauptcharakter und anderen Gruppenmitgliedern, was wiederum eine ganze Reihe an Konsequenzen mit sich führt. Auch wird man einige Bekanntschaften aus dem ersten Teil wieder treffen, so dass Wiedersehensfreuden garantiert sind.

Wie schon erwähnt, werden sie mit ihrer Gruppe die unterschiedlichsten Regionen des Landes Amn bereisen. Und auch planetare Ebenen als auch Unterwasserwelten stehen auf dem abwechslungsreichen Reiseplan. Allein die Verfolgung der Hauptstoryline verschlingt viele Stunden, zu einem epischen Werk wird das Spiel allerdings durch seine vielen Nebenquests.

Neben den vielen kleineren Quests, die zur Aufbesserung der Kasse oder dem Erfahrungspunktekonto dienen, existiert für fast jede Charakterklasse eine eigene sehr große Quest, bei deren Erfüllung der Erhalt einer eigenen Festung winkt. Wobei Festung in diesem Falle ein sehr weiter Begriff ist, denn während Krieger, Barbar und Mönch nach Befreiung einer Burg selbige erhalten, dürfen Barden nach erfolgreichem Abschluss ihrer Aufgabe ein eigenes Theater für sich beanspruchen. Doch nicht nur das. Waren sie im ersten Teil noch gezwungen, mehr oder minder den Weg des Guten einzuschlagen, bleibt es nun ihnen und ihren Handlungen überlassen, sich der Seite des Guten oder Bösen anzuschließen. Eine hohe Wiederspielbarkeit ist damit gewährleistet.

Konnten die einzelnen Klassen im Vorgänger nur bis Stufe 7 bis 9 aufsteigen, ist nun ein Erreichen des Levels 20 möglich. Krieger hauen damit so einige Gegner aus ihren virtuellen Latschen und Magier können wahre Feuerwerke abbrennen. Insgesamt ist die Magie im zweiten Teil um einiges wichtiger geworden, lassen sich doch viele Monster ohne Zuhilfenahme von Magie kaum schädigen.

Anders ist es auch nicht zu erklären, dass die kämpfenden Klassen mit magischen Waffen und Zubehör geradezu überhäuft werden.

Doch ein solch großes Spektrum an Waffen und Zaubersprüchen ist auch nötig, tummeln sich doch in den Gebieten sehr viele, sehr gefährliche Monster. Zum ersten Male in einem D&D – Spiel werden sie auch auf Drachen treffen, deren Entledigung selbst dem geübten Recken einiges abverlangt.

Doch nachdem sie die sterblichen Überreste von Drachen, Beholdern, Vampiren und vielen weiteren übellaunigen Kreaturen hinter sich gelassen haben, stehen sie ihrem Erzfeind, dem bösen Magier Jon Irencus gegenüber. Zwar wehrt er sich heftig gegen sein Ende, doch niemand kann seinem Schicksal entkommen, schon gar nicht, wenn es gescriptet ist, und so sinkt er nach einem heftigen und vor allem effektreichen Kampf darnieder. Sie gehen gestärkt aus diesem Kampf hervor und haben nun ein großes Stück ihrer Odyssee gemeistert.

Teil 3 : Thron des Bhaal

Das letzte Gefecht

Der letzte Teil verspricht ein würdiges Ende der Trilogie zu werden. Geplant war zuerst, einen dritten Teil herauszubringen, dieser wurde jedoch kurzerhand in ein Addon umgewandelt, das zwar im Vergleich zu den beiden Vorgängern eine kürzere Spielzeit aufweist, mit 50 Stunden und zum Preis eines Addons dennoch sehr viel Spielspass bringt.

Der letzte Abschnitt ihrer Reise beginnt im Lande Tethyr, welches noch weiter südlich von Amn liegt. Doch ehe sie beginnen, können sie erst in einer Art Paralleldimension ihre Wunschgruppe zusammenstellen. Und siehe da, ein alter Bekannter, ihr Bruder aus dem ersten Teil, kann sich ihrer Gruppe anschließen. Und da seine Werte eine eindeutige Sprache sprechen und er auch zur guten Seite bekehrt werden kann, bietet sich eine Mitnahme an. Derart gerüstet und schon auf einer sehr hohen Stufe stürzen sie sich also in ihr letztes Abenteuer. Doch sie sind nicht allein.

Die Bewohner der Schwertküste werden beunruhigt von Meldungen über das Auftauchen von Bhaalskindern, von denen auch sie einer sind. Diese, so wird gemunkelt, würden nun zu einem letzten großen Kampf gegeneinander antreten, um zu ermitteln, wer von ihnen würdig ist, den Thron ihres Vaters zu besteigen. Das es sich dabei nicht um harmlose Kindergeburtstagsspiele wie Sackhüpfen handelt, ist klar. Dieser Kampf wird tödlich ausgefochten. Und nur einer wird überleben.

Sie beginnen in der belagerten Stadt Saradush, aus der sie auch gleich zu fliehen versuchen. Insgesamt ist der letzte Teil der Trilogie weniger verzweigt und mehr auf Kampf ausgelegt. Doch das stört den Spielspass recht wenig. Immerhin können ihre Charaktere bis Stufe 40 aufsteigen, was sie in ihrer Macht an Halbgötter herankommen lässt. Magier können nun in der tat wahre Feuerstürme heraufbeschwören, und Kämpfernaturen haben eine Vielzahl an speziellen Angriffsmanövern.

Auch Monster werden wieder viele getötet, und dem hohen Level ihrer Kämpfer folgend sind auch die Gegner nicht von Pappe. So ist beispielsweise anzunehmen, dass die Schwertküste eine höhere Dichte der Drachenpopulation in ihrer Geschichte noch nie erlebt hat.

So linear wie die Geschichte im Gegensatz zu Teil 1 und 2 ist, sie hält trotzdem viele Überraschungen bereit. Nur ein Ziel können sie sowohl aus Amn als auch aus Tethyr bereisen: Die Wachende Festung. In ihrem Inneren warten einige hübsche Überraschungen positiver und auch negativer Natur auf den Helden und seine Freunde.

Den Rest ihrer Abenteuer bestreiten sie in den Landschaften in Tethyr, und trotz der Linearität wird ihnen einiges an Abwechslung geboten. Und so eilen die Stunden dahin wie im Flug, bis sie schließlich ihrem großen Ziele Auge in Auge gegenüberstehen. Mehr wird an dieser Stelle allerdings nicht über das Finale verraten ...

Die Baldur´s Gate -Saga [XBOX , looki.de]

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