Die Sims brechen aus

Review
Plattform
XBOX
Vertrieb
Electronic Arts
Entwickler
Maxis
Erscheinungsdatum
-
Genre
Strategie
USK
0
Die Sims brechen aus [XBOX , Justgamers]

Gesamtwertung

80%/10

Grafik

Befriedigend

Sound

Gut

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Gut

Die Sims brechen aus

Der Lebkuchenmann

Das Spielprinzip der Sims ist simpel und süchtigmachend, der Spieler kreiert ein virtuelles Alter Ego und leitet dessen Geschicke durch den Alltag, vom Gang zum Klo über das Essen und Fernsehen bis hin zum Schlafengehen. Man lässt sein ‘besseres Tamagotchi’ Freunde kennenlernen, arbeiten und Häuser bauen – eigentlich fast wie im richtigen Leben. Neu am aktuellen Update ist das “Brich aus”-Feature, die Möglichkeit mit dem Sim Freunde zu besuchen oder in die Disco zu gehen. Wird es zuhause langweilig schwingt man sich auf Roller oder anderes Gefährt und fährt zu interessanteren Orten. Der “Brich aus”-Modus unterscheidet sich vom ebenso vorhandenen Free-Play-Modus auch insofern, dass der Spieler einen mehr oder weniger vorherbestimmten Lebensweg wählt. Ist man zu Beginn im trauten Heim der Mutter untergebracht, zieht man nach Jobwahl und Beförderungen von Wohnung zu Wohnung. Will man beruflich vorankommen, muss man beim Gang zur Arbeit gewisse Vorgaben erfüllen. Nur wer gut gelaunt und mit – so weit nötig – trainierten Attributen wie Logik oder Kreativität zur Arbeit kommt kann sich Hoffnungen auf eine steile Karriere machen. Erfüllt der Sim im “Brich aus”-Modus bestimmte Aufgabenstellungen wie das Erlernen neuer (sozialer) Fähigkeiten, werden neue Objekte freigeschaltet. Im Free-Play lässt sich klassisch eine Familie oder WG gründen und ein Haus beziehen. Neben diesen beiden Modi bietet das Spiel noch einen Multiplayer-Modus für zwei Spieler. Hier spielt man kooperativ in einer WG oder Familie. Leider leidet die Übersicht stark unter dem Splitscreen.

Look at me

Grafisch geben sich Die Sims zwar eher unspektakulär, aber dennoch zweckmäßig und ansehnlich. Dem PC-Original deutlich überlegen, dem direkten Konsolenvorgänger aber ziemlich ähnlich, agieren recht detailliert modellierte 3D-Charaktere in simpel konstruierter Umgebung. Von beeindruckender Levelarchitektur ist abzusehen, wird das traute Heim doch maßgeblich vom Spieler selbst simpel konstruiert und angepasst. Mit Symbolen werden Gesprächsinhalte verdeutlicht, positiver wie negativer Stimmung wird mit Gestik und Symbolen Ausdruck verliehen, und Fliegen erinnern den Spieler daran die Teller wegzuräumen. Das alles ist dank hervorragender, frei schwenkbarer Kamera intuitiv zu überblicken. Leider halten nicht alle Texturen ob ihrer niedrigen Auflösung nahen Zooms stand. Alles in Allem bieten die neuen Sims aber eine sehr ordentliche Optik, die ihren Zweck voll und ganz erfüllt. Vom fast legendären unverständlichen Gebrabbel der Akteure abgesehen, welches dennoch recht lustig und passend ist, hören sich die Ausbrecher nunmehr auch gut an. Gute Hintergrundmusik, wählbare Musikrichtungen an der Stereoanlage und durchgehend passende Soundeffekte lassen lebensnahe Atmosphäre aufkommen. Wer will, lässt seinen Sim sogar Gitarre lernen und spielen.

Saving Private Ryan

Die Sims sind nach wie vor Geschmackssache. Wer sich bislang nicht mit dem virtuellen “echten Leben” anfreunden konnte, wird auch an Die Sims brechen aus keinen Gefallen finden. Wer bereits den Konsolenvorgänger sein Eigen nennt sollte den Titel aufgrund der eher geringfügigen Neuerungen erst einmal anspielen, ernsthafte Gameplay-Neuerungen sucht man nämlich vergeblich. Noch immer lassen sich die Sims ihre Arbeit nicht abnehmen, der Spieler übernimmt nur in der Freizeit die Kontrolle über sein Alter-Ego, noch immer drängt die Zeit manchmal sehr. Kreativen Spielern mit Hang zu Simulationen bieten die Sims dennoch mal wieder gekonnt gute Kost, die fast unbegrenzte Möglichkeiten für ihre Simulanten bietet. Ob in Schlössern, im Whirlpool, als Gangster oder Filmstar, man kann seinen Sim sogar Private Ryan nennen und zum Militär schicken. Wo wir bei einem der Hauptkritikpunkte an den Ausbrechern wären – unseren Private Ryan nun zu speichern ist tückisch. Die Sims brechen aus benötigt 161 freie Blöcke auf der Gamecube-Speicherkarte. Spieler ohne diesen recht gewaltigen Speicherplatz werden gar nicht erst ins Spiel gelassen. Weder die kleinen alten Nintendo-Karten, noch 8 MB-Karten von Drittherstellern können mit dieser Block-Zahl aufwarten. Lediglich Nintendos Memory Card 251 oder Karten ab 16 MB eignen sich zum Speichern. Vor dem Kauf sollten sich erfahrene Sims-Spieler mit alter Memory Card also überlegen, ob die wenigen Neuerungen gegenüber den Vorgängern auch noch den Kauf einer teuren, neuen Memory Card wert sind.

Fazit

Electronic Arts bleiben ihrer Linie treu. Mit Die Sims brechen aus veröffentlicht der Traditionspublisher einen spaßigen und guten Titel, der dem Spieler Stunden über Stunden Spaß auf den Bildschirm bringen kann. Leider fehlen gravierende Neuerungen, der kooperative Multiplayer-Modus ist zwar interessant, aber eher unübersichtlich. Wem das Spielprinzip zusagt und wer die Vorgänger nicht kennt, dem sei der Titel uneingeschränkt zu empfehlen, alle anderen sollten erst einmal anspielen. Steht man mit Simulationen auf Kriegsfuß, wird man auch an den Sims keine Freude haben. 

Die Sims brechen aus [XBOX , Justgamers]

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