Gesamtwertung71%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Im Frühjahr 2002 kam auf der Playstation 2 Dynasty Warriors 3 heraus. Nun hat sich THQ die Mühe gemacht, das Spiel für die Xbox umzusetzen. Ob sich THQ wirklich Mühe gegeben hat und ob die Portierung gelungen ist, solltet Ihr am Besten in unserem Test nachlesen.
Die drei Königreiche
Koei bedient sich bei der Wahl der Szenarios ihrer Spiele gerne der chinesischen Geschichte. Um genau zu sein, der Epoche der drei Königreiche, in welcher die drei Kriegsherren Liu Bei, Cao Cao und Sun Ce um die Vorherrschaft in China gekämpft haben. Dieses geschichtliche Szenario ist eindeutig eher für den asiatischen Markt zugeschnitten, denn den wenigsten westlichen Spielern wird wohl dieses Kapitel chinesischer Geschichte ein Begriff sein. Trotzdem dürfte manchen gerade dieses asiatische Flair gefallen. Koei versucht dabei die chinesische Geschichte in mehreren Genres zu verwerten.
So hat man mit der Kessen-Reihe gelungene Strategiespiele produziert und bietet den Fans nun mit Dynasty Warriors 3 die Fortsetzung ihrer epischen Action-Serie. Während ihr in Kessen die riesigen Schlachten managt, ist es hier Eure Aufgabe aktiv in das Geschehen einzugreifen. Dies tut Ihr entweder im Musou-, Free-, Pro- oder dem Versus-Modus. Der Musou-Modus ist gleichzeitig eine Art Storymodus. Ihr habt hierbei die Wahl zwischen neun Kämpfern, wobei drei jeweils ein Königreich repräsentieren, mit denen Ihr Euch in die Schlacht stürzt. Je nach Charakterwahl, wird die Story dabei aus einer anderen Perspektive erzählt. Durch nette Rendersequenzen wird die Entstehung der Schlacht stets erläutert. Bei diesen sieht man schnell, dass Koei Meister auf dem Gebiet der Cutscenes sind. Lediglich die durchwachsene Synchronisierung fällt einem dabei negativ auf. Die deutschen Stimmen wollen einfach nicht zu den Charakteren passen. Bevor man schließlich in die Schlacht zieht, darf man noch seine persönlichen Leibwächter konfigurieren.
Man hat dabei anfangs die Wahl zwischen einem stärkeren Offizier oder zwei schwächeren Soldaten, wobei man jeweils noch deren Waffen bestimmen darf. Wegen dieser Möglichkeit, wird das Spiel von Koei auch als taktisches Actionspiel bezeichnet. Diese Bezeichnung ist allerdings sehr an den Haaren herbeigezogen, denn in der Praxis achtet man nur nebenbei auf seine Leibwächter. Nachdem man alle Einstellungen vorgenommen hat, ist es Zeit, das Schlachtfeld zu betreten. Auf diesem hat man meist die Aufgabe, den gegnerischen Kommandanten zu besiegen. Leider wohnt dieser nicht um die Ecke, sondern stets im entlegensten Teil des riesigen Schlachtfeldes, was bedeutet, dass man sich eben durch das gigantische Areal hindurchkämpfen muss. Dazu stehen dem Charakter zwei verschiedene Standardangriffe zur Verfügung.
Er kann zum einen, einen schnellen aber schwachen Angriff mit X und zum anderen, einen stärkeren aber langsameren Angriff mit Y ausführen. Erfolgreiche Angriffe werden dabei durch das Aufladen des sogenannten Musoumeters belohnt. Sobald dieses voll ist, kann der Held einen verheerenden Spezialangriff ausführen. Um schneller von A nach B zu kommen kann man zudem auch Pferde und im späteren Verlauf sogar Elefanten benutzen. Es ist dabei ein ziemlich erhebendes Gefühl, mit einem Elefanten, durch die gegnerischen Reihen zu stapfen. Nach Beendigung einer Mission, werdet Ihr, je nach Erfolg im Kampf, belohnt. In Rollenspielmanier wird euer Charakter aufgewertet und erhält so zusätzlich immer mehr persönliche Leibwächter. Mit der Zeit erhält man so eine beachtliche Privatarmee, die man natürlich auch nach seinen Wünschen konfigurieren kann.
Hilfe wird man im späteren Verlauf des Spieles auch dringend benötigen, denn einfach ist Dynasty Warriors 3 nicht gerade. Man benötigt zwar kein großes Geschick beim Töten der Gegner, diese machen allerdings ihre Dummheit im Kampf durch die schlichte numerische Überlegenheit wieder wett. Leider beschränkt sich das Spielprinzip meist nur auf das Bezwingen des gegnerischen Anführers. Viel Abwechslung wird daher nicht geboten. Auch die zusätzlichen Spielmodi beschränken sich stets auf das gleiche Grundprinzip. Der Free-Mode gibt einem lediglich die Möglichkeit auszuwählen, welche Schlacht man denn gerne Spielen möchte. Je weiter man im Musou-Mode ist, desto mehr Schlachten stehen zur Auswahl. Im Pro-Mode, gilt es in den Schlachten Rekorde aufzustellen und sich so in einer Rankingliste zu verewigen. Dynasty Warriors 3 bietet nun endlich auch einen Multiplayer-Mode. In diesem wird in einer Arena ein 3 gegen 3 Kampf ausgeführt, wobei die Konsole fehlende menschliche Spieler übernimmt
. Eine gewisse Langzeitmotivation zieht das Schlachtenepos aus der Tatsache, dass es 30(!) Charaktere zum Freispielen gibt. Diese erhaltet Ihr, wenn der Musou-Mode, aus der Sicht der verschiedenen Königreiche, von Euch beendet wird. Leider erfahren die wenigsten Umsetzungen, von einer auf die andere Konsole, eine merkliche Verbesserung der Grafik. So ergeht es auch Dynasty Warriors 3. Die PS2-Version erschien bereits vor einem dreiviertel Jahr uns hatte auch damals bereits deutliche, grafische Defizite. Wer sich von der Xbox-Version eine grafische Verbesserung erhofft hat, muss wohl enttäuscht werden.
Die Figuren, speziell die Helden, sind zwar sehr detailliert dargestellt, bewegen sich allerdings in einer ziemlich tristen Landschaft. Keine Gräser, hässliche Bäume und Büsche und uninspiriert wirkende Festungen, so muss man sich die Umgebung in Dynasty Warriors 3 vorstellen. Der Negativhöhepunkt ist allerdings die extrem geringe Sichtweite. Große Gebäude und gegnerische Armeen tun sich plötzlich, aus dem überall vorhandenen Nebel, vor einem auf. Die Soundeffekte hingegen sind durchweg gelungen.
Man hat stets das Gefühl, mitten in einer Schlacht zu sein, denn die Waffengeräusche und das Kampfgeschrei wirken absolut überzeugend. Lediglich die uninspiriert wirkende Sprachausgabe während der Schlacht und in den Zwischensequenzen trübt den guten Eindruck.
Musikalisch ist man erst einmal sehr irritiert, denn in Dynasty Warriors 3 wird einem nicht die erwartete asiatisch angehauchte Musik geboten, sondern belanglos dudelnder Hardrock. So etwas hätte man vielleicht in einem Spiel von SEGA erwartet, wirkt hier aber eher unpassend.
Dynasty Warriors 3 im Test.
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