Gesamtwertung56%/10 |
GrafikMangelhaft SoundGut |
LanzeitspaßBefriedigend SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Mit Evil Dead Fistful of Boomstick veröffentlichte THQ vor wenigen Tagen einen Titel, welcher schon im Voraus durch einen verlockenden Preis von 29,95 das Interesse des Spielers wecken sollte. Handelt es sich um eine neue Verkaufsstrategie des Publishers oder wollte man das Spiel qualitätsmäßig einfach nicht auf Vollpreisniveau ansiedeln? Wir klären die Situation auf
Nicht tot zu kriegen...
Bei dem von VIS entwickelten Spiel handelt es sich entgegen vieler Erwartungen nicht um eine direkte inhaltliche Portierung einer der Filmvorlagen, welche unter Horrorfans sicherlich bekannt sein dürften. Mit einem eigenen Plot ausgestattet macht sich der von Bruce Campbell synchronisierte Filmheld Ash einmal mehr auf den Weg, um stets locker gelaunt und mit coolen Sprüchen zombieverseuchte Städte von ihrem Übel zu erlösen. Zwar mag die Hintergrundstory nicht direkt einem Teil der Reihe entnommen sein, wirklich spektakuläre Ausmaße erreicht sie aber trotzdem keineswegs.
Dies war aber nicht von den Entwicklern intendiert worden, so soll die durch gelegentliche Cutscenes vorangetriebene Geschichte vielmehr als Übergang zwischen den einzelnen Gebieten und Themenabschnitten dienen. Hauptaugenmerk liegt bei Evil Dead Fistful of Boomstick ohnehin auf dem Actionanteil, da sich Ash im Laufe des Spiels gegen wahre Massen von Untoten zur Wehr setzen und nicht selten gleichzeitig ganze Horden von Zombies auf einen Schlag ins Jenseits befördern muss. Für dieses Unterfangen steht ihm eine breite Palette an Waffen zu Verfügung, welche aber erst in den diversen Levels eingesammelt werden müssen. Neben einigen üblichen Hieb- und Schusswaffen werden Fans der Serie sicherlich mit Freuden darauf reagieren, dass man sich wieder mit der berühmt-berüchtigten Kettensäge auf Monsterhatz begeben darf. Zur Abwechslung haben die Programmierer Ash ein Zauberbuch verpasst, mit dessen Hilfe er mittels dämonischer Zauber auf die Untoten losgehen darf. So kann er sich neben unspektakulärer Elementmagie auch auf etwas unkonventionellere Sprüche verlassen, welche ihn z.B. in seiner physischen Stärke verbessern oder Ash gar temporär in die Haut eines Zombies schlüpfen lässt.
Leider wurde bei Evil Dead eben das nur unbefriedigend gelöst, was der größte Bestandteil des Spiels darstellt das Kampfsystem. Zwar kann die Jagd auf Untote per Kettensäge kurzfristig durchaus Spaß machen, hat man aber einmal ein paar hundert Zombies ins Jenseits befördert und schon wieder den Torso eines Gegners durchsägt, sinkt der Spielspass merklich und somit auch der Reiz, weiter zu spielen. Grund dafür mag unter anderem das sehr simpel gehaltene Kampfschema sein, welches dem Spieler nur wenige Handlungsmöglichkeiten bietet.
Zur unterhaltsamen Unratsvernichtung fehlen interessante und innovative Angriffsvarianten, welche die virtuelle Zombieentsorgung langlebiger hätten gestalten können. Was für den Spieler bleibt, ist nicht viel mehr als ein mit der automatischen Lock-On Funktion kombiniertes reines Button-Smashing, daran können auch die brutalsten Waffen oder die neu hinzugekommenen Zaubersprüche nichts ändern. Hinzu kommen oftmals gleich aussehende Gegnertypen mit einer quasi nicht existenten künstlichen Intelligenz, die zudem aus allerlei unlogischen Richtungen auf Ash zugestürmt kommen.
Die zur Abwechslung gedachten unregelmäßigen Aufgaben wie Schlüssel- oder Personensuchen verkommen auch schnell zu einem lästigen Nebenjob, zu häufig fehlen dafür inhaltliche Anhaltspunkte oder Anreize, welche das Absuchen jeder Levelecke weniger eintönig gemacht hätten.
Aus technischer Sicht bietet sich ein im Wahrsten Sinne des Wortes ein erschreckendes Bild, denn in manchen Fällen scheint es fast, als hätten die Entwickler bei der Gestaltung des Spiels alte Development-Kits der PSX oder des N64 aus dem Krematorium entliehen.
Die Hardwarefähigkeiten der Xbox werden von Evil Dead Fistful of Boomstick nicht einmal annäherungsweise genutzt, was auch Laien auf den ersten Blick erkennen sollten.
Die Texturen der Levels sind sehr wiederholend und unscharf, die Gegnermodelle wirken extrem kantig und neben der tristen Optik geben kaum existierende Grafik- oder Lichteffekte und eine sehr eingeschränkte Bewegungsfreiheit dem grafikorientierten Zombiejäger den Rest. Wer über all diese Mängel hinwegsehen mag oder kann, der wird eventuell zumindest an der Soundgestaltung des Titels seinen Gefallen finden. Zwar wirken die düsteren und stimmungserzeugenden Melodien nicht sonderlich beeindruckend, aber wenigstens die flapsigen und stets cool wirkenden Kommentare von Bruce Campbell und die übrigens nur in Englisch verfügbare Synchronisation mit englischen Untertiteln tragen etwas zu Atmosphäre bei.
Evil Dead - Fistful of Boomstick im Test.
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