Beim FIWC treten Spieler aus der ganzen Welt an, um sich die Krone des Weltmeisters zu sichern. Nach erfolgreichen Turnieren in Johannesburg, New York, Rio de Janeiro, Sydney, Seoul und Paris trafen sich nun die Deutschlands Beste auf dem Gelände des Flughafens Tempelhof in Berlin um den dritten europäischen Starter für das Weltfinale in Zürich zu ermitteln.
In der riesigen Halle befanden sich neben den 16 PODs, das sind große Bälle, welche mit Luft aufgeblasen sind und die jeweils 4 Displays zum Spielen beinhalten, viele Terminals, ein kleiner Fußballkäfig, eine Torwand, eine Speed-Messanlage und eine Dribbelstrecke auf welcher sich jeder mit einem Ball versuchen durfte; tolle Preise winkten schließlich. An den zirka 40 Terminals konnten sich die Teilnehmer schon einmal warm spielen und die Nervosität ablegen.
Um 10:15 begannen die Ausscheidungsspiele an den PODs und nach kurzer Zeit konnten viele der Teilnehmer auch schon wieder die Heimreise antreten. Das Feld von 1024 Spielern lichtete sich relativ rasch und man begegnete sehr vielen traurigen Gesichtern, doch das Verlieren gehört zu so einem Event natürlich auch dazu.
Zwischen der Vorrunde und dem Finale kamen dann zwei sehr prominente Gäste in die Halle. Die Rede ist von Big Boss Rainer Calmund und dem Weltmeister von 1990, Lothar Matthäus. Beide standen den Fans Rede und Antwort und legten sogar an einem POD selbst Hand an. Lothar Matthäus ließ Herrn Calmund hier aber wenig Chancen, doch der Ungarische Nationaltrainer sieht lieber seinen Kindern beim Spielen zu, als selbst das Pad zu ergreifen. Beide gaben noch Interviews für zahlreiche Fernsehstationen, wünschten den noch verbliebenen Spielern Glück, und verließen die Halle wieder.
Diejenigen, welche die ersten Runden überstanden hatten, durften sich freuen ins Finale eingezogen zu sein. Bevor es dazu kam, konnte sich jeder Teilnehmer und Besucher auch als echter Fußballer an der Torwand, am Speed-Messer, im Fußballkäfig oder auf der Dribbelstrecke beweisen. Für die Besten gab es jeweils eine Xbox mit dem Spiel Fifa Football 2005 zu gewinnen.
Die Runde der letzen 32 begann um 14:30 Uhr. Die Gesichter der Spieler wurden immer ernster und konzentrierter; ein jeder wusste, dass der kleinste Fehler das Ende bedeuten sollte. Vor den PODs bildeten sich auch schon kleine Fangruppen, die ihre Favoriten unterstützten.
Das Halbfinale war eine multi-kulturelle Angelegenheit. In der einen Partie trafen ein Deutscher und ein Pole aufeinander, in der anderen ein Engländer und ein Deutscher, was ein rein deutsches Finale theoretisch möglich machte aber nur theoretisch, denn Rob, der extra für dieses Turnier auf eigene Kosten aus England angereist war, hatte etwas dagegen und gewann sein Halbfinale klar mit 6:0, was ihm den Platz im Finale sicherte. Im zweiten Halbfinale ging es dann schon ein wenig enger zu, doch am Ende konnte sich Kai, der aus dem Ruhrpott angereist war, knapp durchsetzen. Diese Spiele wurden schon auf einer großen Leinwand vor sehr vielen Fans übertragen und brachten echte Stadionatmosphäre in die Halle.
Beide Finalisten wurden in den Backstagebereich geschickt, um sich dort ein wenig von den Strapazen zu erholen, denn man sah auch von weitem, wie stark sie vor Aufregung zitterten.
Nach der kurzen Erholungsphase kamen dann beide wieder nach vorn, um den Titel des FIWC-Champions unter sich auszuspielen. Nach dem klaren Halbfinalerfolg war natürlich Rob der große Favorit, doch niemand gab die Hoffnung auf, dass nicht doch ein Deutscher nach Zürich fährt.
Spiele zwischen Deutschland und England sind seit eh und je große Prestigeduelle und auch dieses mal war es nicht anders. Rob ging nach wenigen Minuten schon mit 2:0 in Führung und viele dachten schon an einen neuerlichen Kantersieg, doch Kai gab nicht auf, kämpfte sich zurück und konnte das Spiel doch noch gewinnen.
Somit stand der Gewinner fest der Student Kai Kretschmann fährt für Europa zum Weltfinale in die schöne Schweiz; er konnte sein Glück kaum fassen. Viel Zeit zum Überlegen ließ man ihm auch nicht, denn schnell war er von Journalisten diverser TV-Sender (RTL 2, Premiere, RBB etc.) umringt und durfte Frage um Frage beantworten.
Alles in allem war es eine gelungene Veranstaltung mit tollen Nebenevents und ein Schritt in die richtige Richtung um den e-sport auch in Europa zu etablieren. Einziger Wehrmutstropfen: zu wenig Sitzplätze in der Halle. Ich hatte ganz schöne Schmerzen am Abend, aber für ein solches Event nahm ich das gerne in Kauf.
Wir wünschen Kai für Zürich alles Gute und viel Erfolg. Deutschland ist davon überzeugt, dass du den Titel nach Hause bringen kannst.
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