Fifa Street 2

Review
Plattform
XBOX
Vertrieb
Electronic Arts
Entwickler
EA Sports
Erscheinungsdatum
-
Genre
Sport
USK
0
Fifa Street 2 [XBOX , Justgamers]

Gesamtwertung

77%/10

Grafik

Sehr gut

Sound

Sehr gut

Lanzeitspaß

Ausreichend

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Befriedigend

Fifa Street 2

Von der Präsentation

Wer die Entwicklung der EA Sports Spiele aufmerksam verfolgt, der wird feststellen, dass die meisten Ableger vor allem durch ihre großartige Präsentation und den umfangreichen Content inklusive Originallizenzen überzeugen, im eigentlichen Spiel aber vergleichbaren Spielen gegenüber eine schlechtere Figur machen. Auch Fifa Street 2 legt besonderen Wert auf die Präsentation. Natürlich wurde die Creme de la Creme des Fußballsports, darunter Adriano, Ronaldo, Martins, Nedved und sogar der Kaiser, Franz Beckenbauer, ins Game integriert. Jeder der legendären Sportler verfügt über einen bestimmten Trick, der den Gegner schwindelig spielt. Die Menüs sind einladend gestaltet und versprühen richtige Street-Atmosphäre. Neben dem obligatorischen Schnellspiel gibt es natürlich einen Karrieremodus. Dieser bildet das Herzstück des Spiels. Zu Anfang erstellt sich der Spieler einen eigenen Charakter. Dabei sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Vom Augenwinkel, über die Größe der Nase bis hin zu einzelnen Tattoos kann man seinen eigenen Spieler ganz persönlich gestalten. Lediglich die Auswahl des Trikots und der Hosen ist zunächst begrenzt. Immerhin kann man weitere Kleidungsstücke freispielen. Nachdem man seinem neuen Liebling einen Namen gegeben hat, werden zum ersten Mal so genannte Skillpunkte verteilt. Gewinnt man Spiele, erhält man Erfahrungspunkte, die man sogleich in neue Fähigkeiten investieren kann und sollte. Unter anderem kann man seine Schusskraft, sein Trickvermögen, seine Schnelligkeit und seine Gesamtpower verbessern. Je nachdem wie trainiert der Spieler ist, wird er einem bestimmten Rang von 1-100 zugeordnet. Bestimmte Spielabschnitte können erst ab einem spezifischen Rang betreten werden. Zu Anfang ist man darauf angewiesen, zu bestimmten Spielen eingeladen zu werden. So trifft man eine ganze Weile lang einige der besten Fußballer der Welt und kickt zumeist gegen sie. Gewinnt man genügend Spiele, kann man Teamkapitän werden und darf seine eigene Arena designen. Zunächst spielt man lediglich mit den Freunden aus der Nachbarschaft zusammen. Doch je besser man wird, desto mehr Spieler wollen in die Mannschaft. Letztlich ist es nicht verwunderlich, wenn man zusammen mit dem übermächtig gemachten Dida, Beckenbauer und Zidane auf dem Platz steht.

Damit der Streetsoccer nicht zu langweilig wird, gibt es verschiedene Spielmodi. Dies hebt Fifa Street schon einmal von NBA Street ab. Leider merkt man dem Spiel beim Gameplay seine Wurzeln an. Vieles wurde übernommen und passt sich nicht so gut an, was verständlich ist, wenn man bedenkt, dass Basketball und Fußball völlig verschiedene Sportarten sind. Doch zunächst noch ein Wort zu den Spielmodi. Anfangs spielt man nur auf Tore. Wer also zu erst eine bestimmte Anzahl Tore geschossen oder eine bestimmte Zahl Tore Vorsprung hat, gewinnt. Doch im Laufe des Spiels werden die Tricks immer wichtiger. Wie bei NBA Street haben die einzelnen Spieler nämlich die verschiedensten Tricks drauf, um an ihrem Gegenspieler vorbei zu kommen. Leider funktioniert das Prinzip beim Fußball nicht so gut wie beim Basketball.

In einigen Wettbewerben muss man nur versuchen, Punkte durch Tricks zu sammeln. Die Mannschaft, die demnach eine bestimmte Punktzahl zuerst erreicht hat, gewinnt. Ab einer bestimmten Anzahl wird auch eines der wichtigsten Features des Spiels aktiviert: der Gameer. Ist dieser aktiv, kann man ihn durch das Laufen in den Mittelkreis auslösen. Ab diesem Moment läuft für wenige Sekunden alles in Zeitlupe. Man kann nun einen fast unhaltbaren Schuss aufs gegnerische Tor riskieren, der ganz regulär gezählt würde oder aber versuchen, einige Gegner stehen zu lassen und mit jedem Trick ein weiteres Tor bei erfolgreichem Abschluss zu erhalten bzw. dem Gegner zu entziehen. Sollte man es gar schaffen, drei gegnerische Spieler, (und schließlich sind mit Torwart nur vier Gegner auf dem Spielfeld), auszuspielen und das Tor zu machen, hat man automatisch gewonnen. Eine Aufgabe kann daher auch sein, eine bestimmte Anzahl Gameer-Tore zu erzielen, bevor es der Gegner tut.

Von Gameplayproblemen

Das hört sich alles ganz gut an, leider greifen aber die einzelnen Gameplayelemente nicht effektiv ineinander. Es wurde definitiv erneut zu viel Wert auf Tricks gelegt. Fußball ist ein taktisches und schnelles Spiel, ob nun auf dem Rasen oder auf der Straße. Zunächst einmal bewegen sich die Spieler selbst im Sprintmodus viel zu träge. Obwohl sie hervorragende Tricks beherrschen, scheinen sie den Ball auf zwei Meter nicht genau passen zu können, Fehlpässe sind nämlich häufiger zu bestaunen, als Korrekte. Den Gegner fair vom Ball zu trennen erscheint unmöglich. Oft müssen böse Blutgrätschen den Fußballzauber des Gegenübers beenden. Tanzt man selbst einen Gegner aus, so erhält man dafür Punkte. Der vorgeführte gegnerische Spieler kann sich nicht mehr wehren, man kann ihn immer wieder ausnehmen, ohne dass er etwas dagegen tun kann. Dafür gibt es aber auch keine Punkte mehr. Rennt man nun also zum nächsten Gegner und nimmt auch diesen aus, so wird die Punktzahl mal zwei genommen. Mit jedem weiteren Gegner wird die Zahl des Multiplikators um eins erhöht. Doch sobald nur eine Fußspitze eines Gegners zwischen den Kombinationen den Ball berührt, schwinden die Punkte dahin. Ein Schuss aufs Tor ist nötig, um alle Punkte einzustreichen.

Da es oft nicht darum geht, Tore zu schießen, kommt nur selten ein echter Spielfluss zustande. An Straßenfußball erinnert das lahme hin und her gespielte insgesamt auch eher selten.

Dennoch macht es Spaß, die Tricks der Stars auszuprobieren und Kunstschüsse von Zidane und Co. zu bestaunen. Doch irgendwann wiederholt sich alles und die Motivation ist so schnell raus, wie der Ball beim Gameer im Tor. Da hilft auch der Multiplayermodus nichts. Dieser bietet gerade einmal die Möglichkeit eines Matches für zwei Spieler, von Onlinematches ganz zu schweigen. Zwar darf man zwischen vielen Stars und allen Spielmodi wählen, dennoch ist der Spielspaß nach einigen Stunden schon nicht mehr vorhanden. Einzig die großartige Präsentation lässt den Spieler immer wieder mal zum Titel greifen.

Technisch ein Hit!

Wie man es von EA Sports Games gewohnt ist, präsentiert sich auch Fifa Street 2 in zeitgemäßem Grafiklook. Die Spieler wirken alle sehr realistisch und sehen ihren Vorbildern ähnlicher denn je. Die Ballphysik wurde recht ordentlich nachvollzogen. „Flummiartiges“ Springen des rollenden Objektes kann man nicht mehr beobachten. Die Bewegungsabläufe sind für diese Sportart zwar zu langsam, wirken aber dennoch flüssig und abgestimmt, vermutlich kommt die PlayStation2 einfach nicht mit einer höheren Geschwindigkeit über die Runden. Musikalisch bietet Fifa Street 2 einen von EA Sports gewohnt guten Mix aus Rock, HipHop und Funk. Zwar fehlen diesmal die großen Stars, insgesamt gehört die Trackliste aber mit zum Besten, was EA bisher in dieser Hinsicht fabriziert hat, und das soll was heißen. Der Kommentator, der die Matches argwöhnisch begleitet, ist angenehm unauffällig. Seine Stimme ist eine Zugabe, so wie es sein sollte, er schreit also nicht über den ganzen Platz.

Fazit

Fifa Street 2 bietet dem Fußballfan eine unglaublich dichte Atmosphäre, grafische und musikalische Genüsse, sowie die besten Spieler aller Zeiten mit den unglaublichsten Tricks aller Zeiten. Dennoch ist es kein gutes Fußballspiel. Es wurde leider viel zu viel Wert auf die Tricks gelegt, ein Spielfluss kommt nur selten zustande und die fußballerischen Grundfertigkeiten, wie Passen und Sprinten, beherrschen die angeblichen Superstars nur sehr bedingt. Da ein Spiel aber vor allem durch seine Grundelemente und weniger durch seine beigefügten Features lebt, wird Fifa Street 2 schnell langweilig, trotz des großen Umfangs und der tollen Präsentation. Schade! 

Fifa Street 2 [XBOX , Justgamers]

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