Ford Racing 3

Review
Plattform
XBOX
Vertrieb
Empire Interactive
Entwickler
Razorwax
Erscheinungsdatum
-
Genre
Simulation
USK
0
Ford Racing 3 [XBOX , looki.de]

Gesamtwertung

67%/10

Grafik

Gut

Sound

Gut

Lanzeitspaß

Befriedigend

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Gut

Ford Racing 3

Wer kurz vor Heiligabend noch auf der Suche nach einem Weihnachtsgeschenk für einen Ford-Enthusiasten ist und das Konto nicht unnötig belasten will, sollte vielleicht einen Blick auf Ford Racing 3 werfen. Denn: Mindestens einen Ford gibt es überall, aber so viele Fords hat nur Ford Racing 3 zu bieten.

Ebenso wie bei Mercedes Benz World Racing beschränkt sich die Fahrzeugauswahl bei Ford Racing 3 nur auf Wagen eines Herstellers. Insgesamt hat Entwicklerstudio Razorworks 55 Modelle des großen amerikanischen Automobilherstellers digitalisiert. Dabei sind vom ford’schen Urgestein, dem Modell T aus den 20iger Jahren, bis zum aktuellen Ford Focus Autos aus allen Jahrzehnten im Spiel vertreten. Aber auch zahlreiche Fahrzeugstudien, die es nie zur Serienreife geschafft haben, können gefahren werden.

Leider wirken die Fahrzeuge allesamt ein klein wenig unproportional. Dass die Maße alle denen der richtigen Fords entsprechen und die Fahrzeuge 1:1 ins Spiel umgesetzt wurden, möchte ich an dieser Stelle bezweifeln. Ganz davon abgesehen, dass sämtliche Wagen bei einem Unfall keine Schäden davontragen und sowieso immer wie auf Hochglanz poliert aussehen, ist das gerade bei einem Spiel, das vor allem von der Ford-Lizenz lebt, doch ein Manko.

Auch lässt die Motorisierung und Intelligenz der KI-Gegner wie bei vielen anderen Titeln auch zu wünschen übrig. Trotz dass ihr in gewohnter Weise vom letzten Startplatz euer Rennen beginnt, hat man die lästigen Konkurrenten schnell einge- und überholt. Besonders im Renntyp „Boost“ ist es durch geschicktes Einsetzen des Boosts kein Problem, eure fünf Gegner hinter euch zu lassen.

Drei, ja eigentlich vier Spielmodi sind in Ford Racing 3 zu finden: Schnelles Rennen, Ford Competition, Ford Challenge und Ford Collection. „Schnelles Rennen“ ist dabei der vierte Modus, der eigentlich vernachlässigbar ist. Bietet dieser doch ein Rennen auf immer der gleichen Strecke, mit dem gleichen Fahrzeug und den gleichen Gegnern.

Ein Schelm, der darüber noch lachen kann.

„Ford Competition“ stellt sich als eine Art Karriere-Modus dar. Ihr beginnt mit Wettkämpfen der Schwierigkeitsstufe „Leicht“ und erarbeitet euch durch Siege die Freischaltung neuer Strecken, (Ford-)Fahrzeuge und Renntypen. Jeder Rennwettkampf untersteht einem bestimmten Thema und besteht dabei aus mehreren Strecken, auf denen es gilt, als einer der Erstplatzierten Punkte zu sammeln und am Ende als Sieger hervorzugehen.

„Ford Challenge“ besteht aus einer Reihe vorgegebener Rennen und Herausforderungen, bei denen Ihr eure Fahrkünste unter Beweise stellen müsst. Wer hier als Sieger hervorgeht, schaltet ebenfalls wieder Autos, Strecken und Rennmodi frei und kann diese dann in der „Ford Collection“ auswählen. Dieser Modus ermöglicht es euch, die vorher freigespielten Goodies auszuwählen und so eigene Rennen zu gestalten.

Neben den Modi gibt es insgesamt zehn Renntypen, an denen sich der geneigte Ford-Fan erfreuen kann. Neben dem „Standardrennen“ bietet das Spiel unter anderem auch noch den Modus „K.O.“ bei dem in jeder Runde die beiden Schlusslichter aus dem Rennen geschmissen werden.

Außerdem dabei: motorisierter „Staffellauf“ und „Boost“. Letzterer baut auf dem auf, was neben Lenkrad und unzerstörbarem Chassis mittlerweile in fast jedem Rennspielauto zu finden ist: Ein „Turbo-Boost“.

So erhaltet ihr in diesem Spieltyp zwei Boosts pro Runde. Natürlich ist (so sind wir es ja auch schon von zahlreichen Konkurrenzprodukten gewöhnt) solch ein „Boost“ nur eine kurze Geschwindigkeitssteigerung und natürlich stellt sich das Ganze grafisch wieder so dar, dass der Spieler einen Tunnelblick aufgesetzt bekommt und die Umgebung verschwimmt – und das, obwohl der Geschwindigkeitszuwachs gerade mal 30 bis 40 km/h beträgt.

26 in der ganzen Welt verteilte Strecken hat Ford Racing 3 zu bieten. Kaum ein Pistenabschnitt ist dabei so angelegt, dass abseits des Streckenrandes unnötig viele Details dargestellt werden.

Dies hat zur Konsequenz, dass die Framerate des Spieles im höheren Bereich bleibt und Ford Racing 3 an keiner Stelle ruckelt, die Strecken aber auch trotz z.B. schneebedeckter Fahrbahn etwas langweilig und wirken lieblos.

Wie vorher schon erwähnt, beschränkt sich das Schadensmodell der 55 Fahrzeuge auf’s Nichtvorhandensein. Auch sonst würde die Spielphysik jedem drittklassigen Physikus die Haare zu Berge stehen lassen. Weiterhin eine Bemerkung wert sei die Tatsache, dass die Strecken so angelegt sind, dass kaum ein richtiger Unfall passieren und euch komplett aus der Bahn werfen kann. Zwar gibt es an der einen oder anderen Stelle der Kursverläufe gemeine Ecken und verschneite Straßen wirken sich deutlich negativ auf die Fahreigenschaften eurer Autos aus, doch ist der Spieler praktisch nie gezwungen, den Rückwärtsgang einzulegen und wieder aus dem Stand heraus zu beschleunigen.

Dies macht es sehr einfach, sich durch die Wettrennen zu rempeln und zu schieben. Diese einfache und ungezwungene Art macht aus Ford Racing 3 keine gute Rennsimulation, aber einen recht guten Arcade-Racer, so wie es die beiden Vorgänger der Serie ebenfalls sind.

Zwar findet sich in Ford Racing 3 ganz im Gegensatz zu den Konkurrenzprodukten kein Musikstück bekannter Künstler wieder, doch stört das nicht im Geringsten. Der Geräuschmix aus Motorensounds und akzeptablen, rockigen Klängen hält sich sowieso sehr dezent zurück und lässt volle Konzentration auf’s Fahren zu.

Während Besitzer der PlayStation 2 Fassung nur über Splitscreen gegeneinander antreten können, hat sich in die Xbox-Version ein tolles Novum eingeschlichen: So dürfen Fans der Microsoft-Konsole über Xbox Live ihre Rundenzeiten in einen Highscore hochladen und auch zum gemeinsamen Motorenmessen antreten. Ebenso wie in den Singleplayer-Rennen ist hierbei aber auch die Zahl der Fahrer auf ein Maximum von sechs beschränkt. Außerdem dürft ihr auch nur in den Disziplinen „Standardrennen“, „K.O.“, „Boost“ und „Staffelrennen“ gegeneinander antreten.

Fazit

Obwohl Ford Racing 3 nun schon der – so sagt es uns ja auch der Name – dritte Teil der Ford Racing Serie ist, ist das Spiel dennoch recht unbekannt. Dies liegt zum einen sicher daran, dass Rennspiele, deren Fuhrpark sich auf eine Automarke beschränkt, allgemein etwas unpopulärer sind als die mit einer breit gefächerten Fahrzeugauswahl, zum anderen aber auch an der zwar nett und ungezwungenen, aber auch recht simplen und arcadelastigen Spielweise, die in unzähligen Mittelklasse-Rennspielen zu finden ist. Nur den Umfang betrachtend, lässt das Spiel mit 55 Fahrzeugen, 26 Strecken und dem umfangreichen Competition- und Challengemodus vergleichbare Produkte weit hinter sich.

Erfreulich ist auch, dass sich das Spiel mit einem Preis von ca. 30 € weit von den Vollpreiskonkurrenten gleicher Qualität absetzt. Und wer bei diesem Preis zur Xbox Version greift, hat erstmals in der Ford Racing Reihe die Möglichkeit, per Xbox Live seine Pferdestärken zu messen. Ein sehr hübsches Feature, das sonst nur bei wesentlich teureren Produkten enthalten ist.

Kurz gesagt: Zwar hat das Spiel einige Schwächen, doch ist es bei einem Preis von 30 € mehr als günstig und ein ideales Weihnachtsgeschenk für die, die auch sonst nicht immer gleich die Genrereferenz haben müssen und auch Wert auf Preis/Leistung legen.

Ford Racing 3 [XBOX , looki.de]

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