Gesamtwertung89%/10 |
GrafikSehr gut SoundBefriedigend |
LanzeitspaßSehr gut SpieleinstiegSehr gut |
BedienungGut |
Der Anfang vom Ende der aktuellen Xbox-Generation wurde mit der Vorstellung der Xbox 360 eingeläutet, da erscheint mit Forza nun endlich doch noch ein würdiger Gegner für Gran Turismo 4. Ob es Forza Motorsport wirklich mit der absoluten Rennspielreferenz aufnehmen kann und vielleicht sogar noch viel besser gefällt, erfahrt ihr in unserem Review.
Stück für Stück arbeitet ihr euch so den Rennfahrerolymp hinauf, denn ihr erntet mit jedem eingefahrenen Credit auch wichtige Erfahrungspunkte. Letztere benötigt ihr zum Levelanstieg. Sobald ihr ein wenig Spielgeld verdient habt, wird dieses eurem Erfahrungskontostand gutgeschrieben und eine Grafik zeigt, wie viele Punkte noch bis zum Levelup fehlen. Höhere Level sind nicht nur erstrebenswert und notwendig, um bestimmte Rennen fahren zu dürfen, vielmehr winkt nach jedem Rangaufstieg auch eine Belohnung. Meist verbessert ihr zwar nur eure Beziehungen zu irgendeiner Tuningfirma und bekommt daher das eine oder andere Teil etwas billiger, manchmal hat sich eure Reputation aber auch bei einem der zahlreichen Autohersteller erhöht und ihr bekommt ein Fahrzeug geschenkt. Dieses solltet ihr erst einmal in eurer Garage einquartieren, zwar lockt die Knete, die man durch den Verkauf des gerade eben erhaltenen Gefährts bekommen könnte, doch stellt sich im Nachhinein fast immer heraus, dass man das Fahrzeug für die Zulassung zu einer ganz bestimmten Rennserie benötigt (hätte). Ihr merkt es schon: Im Karrieremodus kann man unter Umständen Stunden lang versumpfen.
Damit man sich vor Freunden nicht als Warmdusch-Rennfahrer bloß stellt, sollte die Anzeige der Ideallinie auch irgendwann deaktiviert werden. Dies geschieht im Menüpunkt Schwierigkeitsgrad. Mit dem Abschalten der Ideallinie geht außerdem einher, dass sämtliche Siegprämien nun um 15% höher ausfallen. In einem Zug kann außerdem die Gegner-KI von Leicht über Mittel nach Schwer verstellt werden oder Fahrhilfen wie ABS oder Traktionskontrolle (de-)aktiviert werden. Je schwerer das Spiel durch veränderte Einstellungen wird, desto mehr Credits könnt ihr verdienen. Wer den Standardeinstellungen nicht gleich gewachsen ist und so zunächst lieber keinen Schaden am Fahrzeug haben will, muss in umgekehrter Richtung aber auch Prämieneinbußen hinnehmen.
Knackig wird das Spiel nicht nur durch abschaltbare Fahrthilfen und aggressivere Gegner, auch die Physikengine ist einigermaßen anspruchsvoll, wenn auch nicht ganz so realistisch wie etwa in Gran Turismo 4. Wer in einer aufgemotzten Kiste zu leichtsinnig mit dem Gaspedal umgeht, kommt schnell mal von der Strecke ab. Andererseits endet der Ausflug ins Abseits der Straßenführung fast immer mit einer frontalen Panoramaansicht der Streckenbegrenzung (vorzugsweise einer Mauer) oder einer 180° Drehung - so dass man sich den Blick in den Rückspiegel ersparen kann, da einem die Konkurrenz dann nämlich entgegen kommt. Zwar beschränken sich meine bisherigen (und unfallfreien) Erfahrungen im Rennsport nur auf das einigermaßen gesittete Herumdüsen in der Leipziger Innenstadt und auf bundesdeutschen Autobahnen, doch habe ich meine Zweifel, ob in unserer Welt jedes Auto immer gleich frontal die Mauer küsst.
Früher wurden die Stickerhefte aus dem Schrank geholt und die Matchbox beklebt, heute schaltet man nur noch die Xbox ein, wählt ein Fahrzeug aus und kann auf sechs verschiedene Fahrzeugbereiche je 100 Schichten Symbole und Markennamen pappen. Auch das Lackieren eines ganzen Fahrzeugs versaut nicht mehr den Fußbodenbelag, sondern wird auf Knopfdruck erledigt. Da ich als unbedarfter Serienmodellfahrer von der überwiegenden Mehrheit der Tuningfirmen noch nie etwas gehört habe und demnach auch nichts mit den zahlreichen TOYO TIRES- und sparco-Stickern anfangen kann, ist die optische Verschönerung der Fahrzeuge für mich kaum ein Thema gewesen. Die Rennserien haben sowieso verschiedene Zulassungsbeschränkungen, man ist daher ständig mit einem anderen Fahrzeug unterwegs, so dass es sich meiner Meinung nach nicht lohnt, viel Zeit mit der optischen Gestaltung seiner Fahrzeuge zu verbringen.
Forza Motorsport (16 Bilder)
Musikalisch zeigt sich das Spiel wenig abwechslungsreich. Auf Dauer wirkt das von Junkie XL produzierte Gedudel etwas ermüdend. Bloß gut, dass die Xbox eine große Festplatte hat und dementsprechend auch Alben auf der Harddisk gespeichert und in Forza abgespielt werden können.Grafisch gefällt der Titel dafür umso mehr. Wer alles doppelt und dreifach sieht, muss nicht zwingend betrunken sein, sondern erfreut sich vielleicht auch nur an den hübschen Reflexionen und Spiegelungen, die das Spiel zu bieten hat. Im Vergleich mit anderen Xbox-Racern ist der Titel optisch überaus gelungen, auch wenn das hübsche Erscheinungsbild hin und wieder etwas an der Framerate zerrt. Fairerweise muss natürlich auch erwähnt werden, dass die Jungs und Mädchen von Microsoft nun auch genügend Zeit hatten, die letzten Reserven ihrer Konsole zu nutzen.Ganz schön 'gespiegelt' wird aber auch bei den Strecken: Zwar sind sämtliche Kurse schön und detailreich gestaltet, doch lässt die Vielfalt der Pisten leider ein wenig zu wünschen übrig. Am interessantesten sind noch die Strecken der bergigen Etappenrennen, die nicht ganz so oft befahren werden müssen. Alle anderen Rundkurse treten zwar leicht variiert und bidirektional auf, wiederholen sich jedoch ständig und lassen mit der Zeit den Wunsch nach etwas mehr Abwechslung größer werden.