Gesamtwertung80%/10 |
GrafikSehr gut SoundSehr gut |
LanzeitspaßAusreichend SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Full Spectrum Warrior heißt der Squad-Taktiktitel und setzt den Spieler auf den Kommando-Stuhl einer acht Mann starken Sondereinheit des US-Militärs. Bevor ihr jedoch eure Männer ins Gefecht schickt, steht zunächst ein MOUT-Training an, in welchem euch das Grundprinzip von Full Spectrum Warrior näher gebracht werden soll.
In dem Military Operations on Urban Terrain-Training erhaltet ihr einen umfassenden Lehrgang zum Thema moderner Straßenkrieg. Leider lässt sich dieses sehr ausschweifende Tutorial zumindest beim ersten Anlauf nicht überspringen, so dass ihr euch wirklich jeden Gameplay-Aspekt mit militärischer Genauigkeit zu Gemüte führen müsst.
Die stark vereinfachte Steuerung geht dabei überraschend gut von der Hand und man merkt dem Titel an, dass sehr viel Arbeit in die hervorragende Joypad-Steuerung investiert wurde.
Noch mehr überzeugt jedoch die Atmosphäre des Titels. Durch die schon erwähnte Wackeldackel-Kamera sowie exzessiven Gebrauch von Ingame-Dialogen zwischen den einzelnen Teamkameraden entsteht eine sehr lebendige und realistische Atmosphäre, wie sie für Titel dieses Genres eher ungewöhnlich ist. Ein biederes Schachszenario wie es Final Fantasy Tactics- oder Advance Wars-Spieler kennen, ist Full Spectrum Warrior-Zockern daher unbekannt.
Zumindest ist dies auf dem Schlachtfeld so die Präsentation der Kampagne selbst ist zwar ebenfalls recht ansehnlich ausgefallen, wer während des knapp zehn Stunden andauernden Nahost-Konflikts jedoch auf so etwas wie eine Storyline aus ist, dürfte enttäuscht werden. Die fiktive Handlung von Full Spectrum Warrior dümpelt die meiste Zeit nur vor sich hin und nimmt zudem ein recht abruptes und enttäuschendes Ende.
Dann und wann hilft eine Granate dabei, der Auseinandersetzung ein schnelles Ende zu verleihen.
Während den Feuergefechten kommt übrigens eine der wohl eigenwilligsten Design-Entscheidungen von Full Spectrum Warrior zum Tragen: das Prinzip der perfekten Deckung.
Stehen eure Männer hinter einer Deckung und erscheint über ihren Köpfen ein kleines Schild, sind sie für das feindliche Feuer unerreichbar, egal wie häufig eure Gegner auf euch schießen und egal wie knapp die Kugeln an den eigenen Soldaten vorbeiziehen.
Das gleiche Prinzip gilt natürlich auch für eure Feinde. Erscheint ein kleines Schildsymbol über deren Köpfe müsst ihr euren Trupp neu positionieren, sofern ihr eure Gegner treffen wollt.
Dies mag zwar nicht unbedingt realistisch erscheinen, hilft jedoch ungemein, den Strategie-Aspekt von Full Spectrum Warrior zu unterstreichen.
Hier geht es eben nicht darum, Glück im Feuergefecht zu haben, sondern seine Leute wohlüberlegt zu positionieren, respektiv konsequent mit den zu Verfügung stehenden Ressourcen umzugehen. Munition ist nämlich auf dem Schlachtfeld rar gesät, so dass ihr immer wieder an einzeln verteilten Punkten für Nachschub sorgen müsst.
Solche Situationen lassen euch am Verstand der KI-Gegner zweifeln. Die wenigen Glanzpunkte der gegnerischen Intelligenz basieren auf gescripteten Ereignissen, welche immer gleich ablaufen und somit nur wenig mit Taktik zu tun haben.
Dies ändert sich auch im Höheren der beiden anfangs wählbaren Schwierigkeitsgrade nicht. Spielt ihr das Spiel auf dem höheren Level, werdet ihr nur mit mehr Gegnern konfrontiert, welche jedoch nicht intelligenter agieren. Zudem vertragen hier eure Soldaten deutlich weniger Treffer, bevor sie Wüstenstaub schlucken.
Glücklicherweise ist sofortiges Ableben den Full Spectrum Warriors jedoch absolut fremd, so dass ihr einen niedergeschossenen Kollegen mit etwas Glück zu eines in den Levels verteilten Lazarette tragen könnt, wo dieser innerhalb weniger Sekunden wieder komplett geheilt wird. Kritischer wird es dagegen, wenn zwei Kameraden von den Feinden niedergestreckt werden. Dann heißt es Game Over und ihr müsst von einem der fair verteilten Speicherpunkte neu starten.
Am Gameplay ändert sich dabei kaum etwas, da jeder Spieler nun die Kontrolle über eins der beiden Teams übernimmt und man nur via Headset die Angriffe koordinieren muss. Zudem lassen sich via Xbox Live Wiederholungen schon geschlagener Schlachten austauchen.
Hier kann man dann auch bestens die teils bombastische Optik des Titels genießen. Egal ob nun hochauflösende Texturen, überzeugende Partikeleffekte oder extrem realistische Animationen optisch zeigt Full Spectrum Warrior, zu was die Xbox technisch in der Lage ist. Das Ganze läuft dabei äußerst flüssig über den Bildschirm und die Havok-Physik-Engine sorgt dafür, dass getroffene oder gesprengte Objekte realistisch durch die Luft segeln.
Einzig einige Raucheffekte fallen im direkten Vergleich mit der restlichen Optik leicht ab und Abwechslung darf man angesichts des Nahost-Szenarios ebenfalls nur bedingt erwarten.
So toll die Grafik, so toll ist abschließend auch der akustische Bereich. Neben einem ansprechenden Soundtrack, welcher an den Kinostreifen Black Hawk Dawn erinnert, sorgen vor allem die dynamischen Soundeffekte in Dolby Digital 5.1 dafür, dass ihr euch wie auf einem modernen Schlachtfeld fühlt.
Glaubwürdige Synchronsprecher verleihen eurer Squad zudem das nötige Eigenleben. Hier noch zwei Worte zur Lokalisierung: Leider hat sich THQ nicht die Mühe gemacht, den Titel komplett ins Deutsche zu übersetzen, so dass ihr mit englischen Sprechern vorlieb nehmen müsst. Optional anwählbare deutsche Untertitel helfen jedoch beim Verständnis.
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