Gesamtwertung92%/10 |
GrafikSehr gut SoundSehr gut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Endlich! Der Kampf um Halo geht in die zweite Runde. Der Schleier des Schweigens hat sich gelüftet und Entwickler Bungie lässt in Form des Release des zurzeit wichtigsten Xbox-Titels knallharte Fakten sprechen. Ob den Microsoft Game Studios mit 'Halo 2' die versprochene konsequente Weiterentwicklung des genialen Erstlings gelungen ist, lest ihr in unserem Review zur Hype-geplagten Actionreferenz-Hoffnung.
...da hatte eine Elitesoldat der Menschheit durch die Zerstörung einer Ringwelt, genannt Halo, den finalen Schlag gegen die außerirdischen Invasoren angesetzt. Doch gerade als die geretteten Erdenbewohner ihren Helden frenetisch feiern wollen, fällt die als besiegt geglaubte Alien-Allianz mit Pauken und Trompeten auf dem Heimatplaneten ein. Erneut schlüpft der Masterchief in seinen Kampfanzug und nimmt sich den schlecht gelaunten Eindringlingen an.
Dabei knüpft der Prolog von 'Halo 2' nahtlos an die Storyline des Systemsellers und Vorgängers 'Halo: Kampf um die Zukunft' an. Wie gesagt, begebt ihr euch aufs Neue in den Kampf gegen die Allianz, die zu allem Übel auch noch einen Großangriff auf die Erde plant. In den darauffolgenden Kapiteln geht es in bester Halomanier actiongeladen zur Sache.
Damit der Einsatz gegen die Übermacht in keinem Fiasko endet, machen dabei einige neue Features im Spiel, das Selbstmordkommando zur Spielspassgranate. Die erste Neuerung die sofort auffällt, ist das beidhändige Ballern. Auf Knopfdruck nimmt der Masterchief eine zweite Waffe auf und verschießt die doppelte Ladung. Dabei lassen sich alle möglichen Waffentypen kombinieren, nur die Schwergewichter im Arsenal werden weiterhin einhändig geführt. Eine extrem wichtige Option, da die Gegner diesmal mit mehr Intelligenz ausgestattet wurden.
Deckung suchen und ausweichende Rollen sind hierfür nur zwei Beispiele. Somit ist während der Missionen auch ausgeklügelte Taktik gefordert im Kampf und die richtige Waffenwahl entscheidend. Denn wer nur auf duale Bewaffnung setzt, hat keine Hand mehr frei für hilfreiche Granaten.
Die Storyline ist zwar festgelegt und läuft Genretypisch linear über den Bildschirm, dennoch hat 'Halo 2' bis zum Finale einige Überraschungen im Gepäck. So erlebt ihr das durchdachte Kriegsszenario nicht mehr nur aus dem Blickwinkel des Masterchief oder der UNSC (Menschenbündnis). Die Handlung konfrontiert euch auch mit dem Schicksal des sogenannten Gebieters.
Dieser wird zu Beginn des Spiels von den Führern der Allianz, den Propheten, für die Zerstörung der Ringwelt Halo aus Teil 1 zur Verantwortung gezogen. Einige kinoreife Zwischensequenzen später, findet ihr euch dann in der Rolle des Verurteilten wieder.
Nun gilt es als Elitesoldat der Allianz den Kampf aufzunehmen. Dabei besitzt auch der Gebieter dieselben Möglichkeiten wie der Masterchief. Angefangen bei der Waffenauswahl über den Schutzanzug bis hin zu den Fahrzeugen steht der Elite seinem menschlichen Pendant in nichts nach.
Ein extra erwähnenswertes Novum: das Partikelschwert der Allianz. Diese Nahkampfwaffe ist korrekt getimt gegen jeden Feind tödlich. Ein Hieb im richtigen Moment und der Angreifer segnet das Zeitliche. Je nach Aufgabe ballert ihr euch also durch große Außenareale mit enormer Weitsicht oder dunkle Korridore, nehmt im Cockpit von kleineren Raumschiffen, Bodengleitern, Panzern oder Jeeps Platz.
Aus Teil 1 übernommen und erweitert wurde die Möglichkeit, Gefährten mitzunehmen. Soll heißen: wart ihr in 'Halo' noch häufig auf euch allein gestellt bzw. wurden Teamkameraden nur in Fahrzeugen mitgenommen, begleiten euch nun immer wieder Mitstreiter zu Fuß.
Da die Kollegen im Kampf eigenständig handeln, müsst nicht immer nur ihr die Drecksarbeit machen. Trotzdem unterscheiden sich die Missionen beider Protagonisten und bieten zielorientierte Unterschiede: während ihr in der Rolle des Masterchiefs beispielsweise während eines Häuserkampfs einen ganzen Stadtteil erobert, kämpft sich der Gebieter u.a. in einer Bibliothek gegen die aggressiven Flood den Weg frei. Dabei variieren die Missionen je nach Charakter: das Aufgabenspektrum reicht von einfachen Ballereinlagen bis hin zu taktischen Bossgegnerkämpfen. Selbst der Gruselschockerfaktor kommt nicht zu kurz.
Kurz gesagt: der Mehrspielersupport rockt das Haus und ist definitiv der Kaufgrund für 'Halo 2'. Warum? Ein paar ganz einfache Gründe. 'Halo 2' ist eines der ersten Spiele, das volle Unterstützung der neuen Xbox Live 3.0 Features bietet. So ermöglicht euch der Titel Clankriege. Ihr dürft also mit befreundeten Onlinespielern einen Clan ins Leben rufen und unter dessen Flagge Multiplayer-Gefechte austragen.
Doch damit nicht genug: jedes registrierte Team erhält bei Bungie.net eine eigene Seite mit einem privaten Forum plus Nachrichten-System. Zudem lassen sich immer aktuelle Statistiken aller Clans einsehen.
Ein ebenfalls Teamorientierter und Spielspass-fördernder Menüpunkt ist der Angriff. Dieser Spieltyp erinnert stark an das Mehrspielerphänomen Counter-Strike. Darüber hinaus unterstützt das Spiel auch die volle Bandbreite für egoistische Onlinekrieger: hier wählt der geneigte Zocker aus neuartigen Deathmatch-Varianten seine bevorzugte Spielwiese aus. So darf man im Showdown Gegner reihenweise eliminieren oder sich als sogenannter Moloch vom Rest der Map jagen lassen. Weiterhin dürfen bestimmte Gebiete besetzt und kontrolliert werden oder man vergnügt sich bei einem Oddball-Match.
Maximal dürfen sich sechzehn Teilnehmer auf momentan elf Karten austoben, wobei es euch überlassen ist, ob ihr als Einheit der Allianz oder als Spartan (Masterchief) das Schlachtfeld betretet. Weitere downloadbare Inhalte sollen folgen.
...sollte man trotz des Hypes um Spiel und Technik nicht erwarten. Die Engine hat sich nicht wirklich weiterentwickelt, dafür wurde aber an allen Ecken und Enden etwas gefeilt. Die gesamte Levelarchitektur ist schon aus dem technisch brillanten Vorgänger bekannt, wurde aber noch imposanter umgesetzt. So bestaunt ihr z.B. im Minutentakt die fantastische Weitsicht, an deren Horizont riesige Anlagen gen Himmel ragen.
Da wechseln sich idyllische Waldareale mit düsteren Innenbereichen ab und sorgen für die richtige Atmosphäre. Zudem ist der orchestrale Soundtrack über jeden Zweifel erhaben und überrascht stellenweise sogar mit schnelleren Klängen. An der Steuerung der Fahrzeuge hat sich ebenfalls nichts verschlechtert: wie gehabt kontrolliert ihr die fahrbaren Untersätze nahezu problemlos und traumhaft präzise. Allerdings zeigt die Technik auch ihre Schattenseiten: die quasi nicht vorhandenen Ladezeiten (rein theoretisch könnt ihr Halo 2 in einem Zug durchspielen, ohne Ladepausen ertragen zu müssen) wurden mit stellenweise leicht aufpoppenden Texturen erkauft.
Auch sich gelegentlich wiederholende Innenlevels blieben uns diesmal trotz Versprechen leider nicht erspart. Die deutsche Synchronisation hätte zudem passendere Sprecher verdient, hier wurde gegenüber dem englischsprachigen Original bei der Lokalisierung etwas geschlampt.
Außerdem wird man während des kompletten Spiels den Déjavu-Eindruck nicht los. Zum einen erinnert zuviel an den Erstling als an ein echtes Sequel, zum anderen fragt man sich nicht selten bei unzähligen und immer wieder auf euch zustürmenden Gegnerwellen: War das nicht eben schon mal so.
Halo 2 im Test.
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