Gesamtwertung79%/10 |
GrafikSehr gut SoundSehr gut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegBefriedigend |
BedienungBefriedigend |
Jack Wade ist zurück. Der harte Kopfgeldjäger, dem wir erstmals in Segas Überraschungshit Headhunter auf dem Dreamcast begegneten, ist seit seinem ersten Abenteuer ein wenig gealtert. Doch die Zukunftswelt, in der er lebt, ist noch immer verseucht von Verbrechern, denen nur die Headhunter das Handwerk legen können. Hilfe bekommt Jack dieses Mal von Leeza X, die ihm dann und wann aber auch das Leben wiederum schwer macht. Wie sich Jack Wade durchbeißt, erfahrt ihr in unserem Review...
Nachdem Raubein Wade also damals die Welt rettete und seiner Komplizin Angela Stern in den Chefsessel des Stern-Konzerns verhalf, ging das Leben für ihn weiter. Mittlerweile ist seine Heimatstadt unterteilt in einen armen und einen reichen Bereich. Während die Reichen in der Oberstadt Above wohnen, werden Verbrecher und ärmere Bürger einfach im unterirdischen Below mit ihren Problemen alleingelassen. Damit keiner von den armen Schluckern das luxuriöse Leben in Above gefährdet, sind Headhunter wie Jack Wade im Einsatz. 20 Jahre nach den Ereignissen des ersten Teils ist er immer noch in der Branche, einsam und bepackt mit einem Haufen Probleme, ein typischer Anti-Held also. Niemand, mit dem man tauschen möchte. Was kommt da unpassender als eine Frau? Leeza X ist eine junge Dame, die er bei einem Auftrag auf der Strasse aufliest und bei sich aufnimmt. Als Kind musste Leeza mit ansehen, wie Wade ihren verrückten Vater außer Gefecht setzte, als dieser die Kleine töten wollte. Da gibt es also noch eine Menge Unfinished Business, zumal Leezas Daddy sein Dasein jetzt in Below fristet.
So stapft ihr also in Third-Person-Sicht durch die Levels, die Waffe im Anschlag und immer nach Deckung suchend. Begegnet ihr Gegnern, solltet ihr euch mit dem Rücken an die Wand stellen und nur vorsichtig um die Ecke schauen. Erst dann erscheint ein Fadenkreuz, das sich langsam auf den anvisierten Gegner einpendelt. Drückt ihr jetzt die R-Taste, so schnellt eure Figur aus ihrem Versteck und kann den bösen Buben mit drei bis vier gezielten Treffern erledigen.
Weitaus schwieriger wird es da, wenn ihr den Halunken nicht erst inspiziert, sondern gleich beschießen wollt. Das Fadenkreuz pendelt sich dann nämlich viel langsamer ein, sodass eure Treffergenauigkeit sinkt. Seid ihr im Kreuzfeuer, könnt ihr akrobatisch zur Seite ausweichen. Dies gelingt der flinken Leeza besser als dem in die Jahre gekommenen Jack, der dafür aber besser schießt. Glücklicherweise findet ihr im Verlauf des Spiels neben der Standardwaffe auch fettere Totschläger.
Wollt ihr kein Risiko eingehen, gehört oder gesehen zu werden, so bleibt euch selbstverständlich auch die Möglichkeit eines Stealth Kills. Neu ist in Redemption das Scan-Feature. Mittels des Scanners könnt ihr Gegenstände analysieren und nach Schwachstellen untersuchen - wer Metroid Prime gespielt hat, weiß also wie das Teil angewandt wird. Manchmal kommt ihr erst weiter, wenn ihr die Umgebung abgescannt habt. Nachdem die Schleichpassagen des Originals einige Fans zur Weißglut getrieben haben, kann man nun auch mit Feuergewalt weiterkommen. Das Stealth Element ist hier also eher rudimentär und nur selten wirklich erforderlich.
Grafisch ist der Titel leider kein Hingucker geworden, die Xbox wird nicht annähernd ausgereizt und auch auf der PS2 hat man schon Besseres gesehen. Zudem werden sich einige Spieler über den dauerhaften Weichzeichner Effekt ärgern, der Lichtquellen umgibt. Auch die Animationen können nicht überzeugen und allgemein fehlt es an Details und dem nötigen Feinschliff. So überseht ihr des Öfteren auch herumliegende Gegenstände. Die Übersichtlichkeit geht auch dann flöten, wenn die Kamera mal wieder wild in der Gegend umherfliegt. Lehnt ihr hinter einer schützenden Deckung und tretet sodann aus dieser heraus um einen nahen Gegner per Stealth-Kill schlafen zu legen, so macht euch auf Verwirrung gefasst, wenn die Kamera um euch herumfährt und auf einmal aus einem ganz anderen Blickwinkel zeigt. Ärgerlich ist es auch, wenn ihr aus der Deckung heraus auf einen Gegner feuern wollt, die Kamera aber gerade diesen Feind nicht einzufangen vermag.
Auch die Steuerung kann nicht so wirklich überzeugen. Zu oft macht die Figur nicht das, was ihr wollt. Gerade in hektischen Momenten, wenn Gegner auf euch zustürmen und Kugeln an eurem Kopf vorbeirauschen, ist es leicht, die Kontrolle über den Charakter und eure Nerven zu verlieren. Immerhin bekommt man die Steuerungsprobleme mit der Zeit in den Griff.
In Sachen Sound wurde immerhin nicht gegeizt, die englischen Sprecher flößen ihren Charakteren Leben ein und machen auf jeden Fall ein sehr gute Arbeit, so dass man das Fehlen einer deutscher Synchro nicht vermissen wird. Dazu gesellt sich eine superbe orchestrale Musik und realistische Soundeffekte, die die Illusion einer tatsächlichen Spielumgebung perfekt machen und den cineastischen Anspruch unterstreichen. Für die Musik wurde wieder Richard Jacques verpflichtet, der bereits für das originale Headhunter-Spiel die Vertonung übernahm. Darüber hinaus kennen ihn Spielefreaks auch durch seine musikalische Arbeit an den Titeln der Jet Set Radio Reihe. Gefreut hätten wir uns nicht nur über den guten 5.1 Sound auf der Xbox, sondern auch einen optionalen 60 Hz Modus für die PS2 Version sowie eine 16:9 TV Option für jene, die den cineastischen Ansatz des Spiels auch voll auskosten wollen.
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