Gesamtwertung91%/10 |
GrafikSehr gut SoundSehr gut |
LanzeitspaßSehr gut SpieleinstiegSehr gut |
BedienungGut |
Im August des letzten Jahres war Acclaim Pleite und viele dachten schon, dass der dort unter Vertrag genommene Arcade-Racer Juiced nicht mehr erscheinen würde. Im letzten Moment sprang THQ als Publisher ein. Nun steht das Spiel von Juice Games endlich in den Läden und will mit innovativen Features die Referenz Need for Speed: Underground 2 vom Genrethron stoßen.
Der Kinofilm 'The Fast and the Furious' schürte in der Öffentlichkeit das Interesse für getunte Edelkarossen, welches Electronic Arts als erster Hersteller zu der Veröffentlichung von Need for Speed: Underground und dessen Nachfolger nutzte. Jetzt, viele Monate nach dem Aufkommen dieses Phänomens und dem Scheitern vieler Herausforderer, lässt der Trend langsam nach. Doch die Jungs von Juice Games haben noch ein heißes Eisen im Feuer: Juiced. Der Titel bietet neben dem normalen Arcade-Racer-Spaß viele Features, die man in den anderen Spielen vergeblich sucht.
Anders als im großen Vorbild NFS: Underground 2 fährt man nicht frei durch die Stadt und nimmt an Rennen teil, sondern kann über einen Terminkalender verschiedene Events anwählen, mitfahren, Zuschauer sein oder gar selbst große Veranstaltungen ausrichten. Der Spieler übernimmt die Führung über eine Crew, die zu Anfang kaum respektiert wird von den 8 wichtigsten Teams und Personen im Spiel, welche jeweils einen Bezirk der Stadt kontrollieren und euch Zugang zu diesem gewähren können. Außerdem muss man mit wenig Geld sowie einer billigen kleinen Karre auskommen, in meinem Fall mit einem Peugot 206.
Nach den ersten Rennen hat man bereits ein wenig Geld zur Seite geschafft, um seinen Wagen aufzumöbeln. Die Entwickler geben insgesamt 7,5 Billionen Anpassungsmöglichkeiten auf der Verpackung an, was der Wirklichkeit scheinbar recht nahe kommt, denn den eigenen Fuhrpark kann man in jeder erdenklichen Weise modifizieren und verbessern. Wer keine Lust auf stundenlange Tuningarbeit hat, kauft sich einfach fertige Pakete.
Ein weiteres Feature des Titels ist, dass man vor fast jedem Rennen Wetten auf Fahrer abschließen kann, um an zusätzlichen Zaster zu kommen. Außerdem ist es möglich, mit einzelnen Personen zu wetten. Hauptsache, am Ende kommt man vor dem anderen ins Ziel. Schnell lässt sich das Konto füllen und man kauft für die anderen Fahrer des eigenen Teams Autos. Ja, richtig gelesen: In Juiced müsst ihr nicht jedes Rennen selbst fahren, sondern lasst bis zu drei Fahrer ins Rennen gehen oder seid einfach nur Zuschauer, was aber erst nach dem Erreichen eines bestimmten Respektwertes möglich ist. Während des Rennspektakels kann man Anweisungen zur Fahrweise geben. Ihr könnt zwischen drei Werten wählen, die höchste Stufe weist die stärkste Aggressivität auf. Die künstliche Intelligenz ist dabei schwankend, je mehr Erfahrung und Talent eure Fahrer jedoch haben, desto riskanter und besser fahren die Kameraden.
Die Fehleranfälligkeit ist nicht sehr hoch, auch wenn sich die KI-Kollegen ab und an mal verbremsen, gravierende Auffahrunfälle gibt es aber nicht. Diese würden negative Konsequenzen nach sich ziehen: Wer einem anderen Fahrer seinen geliebten Wagen schrottreif fährt, muss sich auf einen starken Respektverlust vorbereiten. Um den Spielverlauf dynamischer zu gestalten, gibt es Sonderveranstaltungen, die euch über euer Handy mitgeteilt werden. Das kann mal ein Kopf an Kopf-Rennen um eine Veranstaltungslizenz sein oder auch eine einfache Herausforderung.
Online können bis zu 6 Spieler in heißen Rennen mit verschiedenen Modifikationen gegeneinander antreten, sowohl auf PC also auch auf Xbox und PS2. Neben normalen Rennen von A nach B oder Rundkursrennen können auch Angeber-Events veranstaltet werden. Hierbei geht es darum, dass man so viele spektakuläre Fahrmanöver wie möglich auf den Asphalt zaubert. Sämtliche Spielmodi sind auch im Singleplayermodus verfügbar.
Wie bereits erwähnt ist es nicht gerne gesehen, wenn man Schaden an anderen Autos verursacht, trotzdem kommt dies von Zeit zu Zeit vor. Reparieren kann man sein eigenes Fahrzeug daher in der Werkstatt gegen einen ordentlichen Haufen Bares. Die Schäden an den Autos sind im Rennen teilweise erkennbar, jedoch muss man schon genauer hinschauen, um etwas sehen zu können. Ein weiterer Pluspunkt ist der umfangreiche Fuhrpark, es sind immerhin mehr als 50 lizenzierte Boliden fahrbar. Der Soundtrack von Juiced ist abwechslungsreich und insgesamt überzeugend, das gilt auch für die realistischen Motorengeräusche und die Umgebungssounds. Mit den weniger guten Synchronstimmen hat man dagegen kein Glück gehabt, auf die Gesamtwertung wirkt sich das aber nur geringfügig aus.
Die Xbox-Fassung überzeugt im Test und muss sich nicht vor den anderen Versionen verstecken. Zwar ist die Grafik bedingt durch die Hardware schwächer als auf dem PC, die PS2-Version schlägt sie jedoch locker. Die Lichteffekte auf den Gegenständen können sich auch hier sehen lassen. Die Effekte werden allesamt in Echtzeit berechnet, auch die Fahrzeuge sind schön modelliert. Die Performance ist zu jeder Zeit, auch in den eigentlichen Rennen, ordentlich sogar besser als auf den anderen beiden Plattformen - und neigt nie zu Einbrüchen, auch die Ladezeiten halten sich in Grenzen.
Was die Steuerung betrifft, so ist es mein persönlicher Eindruck, dass man den Titel am angenehmsten auf der Xbox daddeln kann. Der Vorteil gegenüber der PS2-Fassung ist klar die gewohnt gute analoge Steuerung, bei der ihr mit den analogen Schultertasten bremst bzw. beschleunigt. Die Wagen reagieren akkurat auf die Eingaben des Spielers.
Die Xbox-Fassung erlaubt Splitscreen-Rennen mit bis zu 2 Spielern auf freigeschalteten Arcade-Strecken, im lokalen Netzwerk via Linkkabel können außerdem 6 Spieler gegeneinander antreten.
Juiced im Test.
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