Mace Griffin Bounty Hunter

Review
Plattform
XBOX
Vertrieb
Electronic Arts
Entwickler
Warthog PLC
Erscheinungsdatum
-
Genre
Shooter
USK
16
Mace Griffin Bounty Hunter [XBOX , Justgamers]

Gesamtwertung

80%/10

Grafik

Gut

Sound

Gut

Lanzeitspaß

Befriedigend

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Befriedigend

Mace Griffin Bounty Hunter

Ego-Shooter gibt es inzwischen wie Sand am Meer, großartige Neuerungen enthalten aber nur die wenigsten. Umso erfreulicher, dass die Warthog Studios nun ein Spiel entwickelt haben, welches neben den gängigen Zu-Fuß-Aktivitäten auch auf die Einbindung von Weltraumschlachten im Stile von Starlancer setzt. Starlancer war seinerzeit ein durchaus erfolgreiches Weltraumabenteuer für den PC und Segas inzwischen verblichener Dreamcast. Der Titel wurde damals ebenfalls von den Warthog Studios entwickelt. Diese Herkunft sieht man den Weltraumeinsätzen von „Mace Griffin Bounty Hunter“ auch an, gewissen Affinitäten sind unübersehbar. Die Landeinsätze kann man wohl am ehesten mit denen der Red Faction-Reihe vergleichen, da das Szenario recht ähnlich ist. Beide Spieltypen harmonieren sehr gut miteinander und der Übergang von einer Weltraumschlacht zum Einsatz auf dem Boden funktioniert nahezu perfekt. Das Verhältnis der beiden Spielelemente ist relativ ausgewogen, so dass keine der beiden Spieltypen zu kurz kommen. Ein typischer Einsatz bei „Mace Griffin Bounty Hunter“ läuft meisten nach dem gleichen Schema ab. Nachdem ihr Euch bei Eurem Chef den nächsten Auftrag geholt habt, schwingt Ihr Euch ins Cockpit des Raumschiffes und fliegt zum Ort des Geschehens. Natürlich laufen diese Flüge nicht reibungslos ab, und jede Menge Probleme und Ärger begleiten euch auf eurer Tour zum nächsten Einsatzort. Am Ziel angekommen geht die Action nun zu Fuß weiter, immer mit dem Ziel vor Augen, den Auftrag erfolgreich zu absolvieren.

Die Story von „Mace Griffin Bounty Hunter“ spielt in ferner Zukunft. In vielen Jahren wird eine Kette von Ereignissen in Gang gesetzt, die fortan jedes einzelne Lebewesen im Vagner System bedroht und schlimmstenfalls auslöschen kann. Um diese Bedrohung zu bekämpfen, wurde von den Vollzugsbehörden eine Eliteeinheit namens Ranger gegründet. Diese Spezialtruppe war von nun an der einzige Gegenpol zu der dunklen, bösen Verschwörung. Neben erbitterten Kämpfen um die Macht heckten die Gegner des Systems weitere hinterhältige Aktionen aus, um die Ermittlungen der Elitetruppe zu behindern. Nach und nach gelang es ihnen auch, die Ranger mit hinterhältigen Methoden wie Infiltration, Sabotage und Verleumdung immer mehr zu unterwandern. Mace Griffin, der Held des Spiels, wurde dabei Opfer einer solchen Aktion und schließlich zu zehn Jahren Haft in der Strafkolonie Delta verurteilt. Innerhalb des Hochsicherheitstraktes zieht sich Mace Griffin immer mehr zurück und schwört Rache an allen, die ihm Unrecht getan haben. Zugegeben, die Geschichte hört such zuerst recht abgedroschen an und ist in vielen Filmen sicherlich schon in der einen oder anderen Art da gewesen. Mace Griffin Bounty Hunter schafft es allerdings, die Story von Minute zu Minute gekonnt weiterzuspinnen und stets spannend und interessant zu halten.

Die Steuerung des Helden innerhalb der Bodeneinsätze ist etwas hakelig ausgefallen und gerade bei mehreren Gegner auf einmal kann es durchaus zur einen oder anderen Frustsituation kommen. Zwar sind die Buttons im Optionsmenü frei belegbar, ist aber dennoch zu oft viel zu ungenau und reagiert zu träge. Die Steuerung der Raumschiffe während den Weltraumschlachten hingegen kann absolut überzeugen. Mit den beiden Analogsticks steuert ihr den Gleiter durchs All und beschleunigt oder bremst. Schon nach kurzer Spieldauer manövriert ihr das Raumschiff problemlos durch den Weltraum und habt die Steuerung, im Gegensatz zu den Bodeneinsätzen, recht schnell verinnerlicht.

Technisch kann Mace Griffin Bounty Hunter nicht mit den Toptiteln des Genres mithalten. Die Grafik ist zwar ordentlich und die Charaktermodelle und die Umgebung wirken sehr detailliert. Im Gegenzug erzeugen Innen- wie Außenlevels recht schnell Langeweile. Zu trist und eintönig ging man hier zu Werke, überraschende Neuheiten entdeckt ihr schon nach einer kurzen Spieldauer nicht mehr. Auch tragen die immer wieder auftauchenden Ruckeleinlagen im Spiel nicht unbedingt dazu bei, die angestrebte Weltraum-Atmosphäre zu übermitteln. Um an die technische Brillanz der Größen des Genres heranzukommen, hätten die Entwickler dem Titel etwas mehr Feinschliff gönnen müssen. Ein weiterer negativer Kritikpunkt ist die sehr spartanische Auswahl der Gegner. Die verschiedenen Feinde könnt Ihr an einer Hand abzählen, wodurch sich natürlich auch hier schnell Langeweile einstellt. Selbstverständlich hat man auch an einen 60 Hz-Modus gedacht, dies ist aber inzwischen fast Standard und sollte bei keinem guten Spiel mehr fehlen. Lobenswert ist dagegen die akustische Untermalung des Weltraumabenteuers, denn die Hintergrundmusik wurde sehr abwechslungsreich und stimmig gestaltet. Auch bei der Lokalisierung hat man sich durchaus Mühe gegeben. Der Titel wurde komplett eingedeutscht, neben deutschen Bildschirmtexten erwarten euch also auch eine deutsche Sprachausgabe. Die Palette der Sprecher reicht hier von gut bis gewöhnungsbedürftig, alles in allem kann sich die Lokalisierung aber sehen lassen. Wer dennoch lieber in Originalsprache mit der Stimme von Henry Rollins als Mace Griffin zocken möchte, kann dies natürlich im Menü einstellen.

Leider wurde die deutsche Version von „Mace Griffin Bounty Hunter“ etwas beschnitten. Im Gegensatz zum englischen Original werdet Ihr in der deutschen Fassung keinen roten Lebenssaft oder abgetrennte Gliedmaße zu Gesicht bekommen. Erledigte Gegner bleiben aber trotzdem liegen und verschwinden nicht nach kurzer Zeit. Da die Einschnitte im Spiel nicht von spielerischem Wert sind und auch an der Story nichts verändert wurde, sollten wirklich nur Spieler, die ohne spritzendes Blut nicht auskommen, zur englischen Version greifen. Als Ausgleich bekommt ihr wie schon erwähnt eine ordentliche Lokalisierung geboten.

Unverständlicherweise haben die Entwickler dem Spiel keinen Multiplayer-Part spendiert. Gerade bei Titeln in diesem Genre gehört doch ein ordentlicher Mehrspieler-Modus schon fast zur Grundausstattung. Warum man bei Mace Griffin Bounty Hunter auf einen solchen Modus verzichtet hat, ist nicht nachvollziehbar. Wenn man bedenkt, welche Möglichkeiten sich durch die Verschmelzung von Ego-Shooter und Weltraumballerei für einen Multiplayer-Modus geboten hätten, so kann man nur zu dem Fazit kommen, dass Warthog hier einiges an Ideen verschenkt hat.

Fazit

Mace Griffin Bounty Hunter ist ein gutes, aber leider kein geniales Spiel geworden. Leider deshalb, da in dem Titel enorm viel Potenzial steckt, das aber nie vollends ausgeschöpft wird. Die Idee der Entwickler, klassische Ego-Shooter-Einsätze mit Weltraumkämpfen zu verschmelzen ist wirklich gut und konnte auch sehr gut umgesetzt werden. Diese beiden Elemente von „Mace Griffin Bounty Hunter“ fügen sich fast immer nahtlos ineinander. Schade nur, dass weder der Ego-Shooter-Part, noch die Weltraumschlachten wirklich neues bieten. Gerade aufgrund der sehr interessanten Story des Spiels hätte hier weitaus mehr herausgeholt werden können. Ein weiterer Minuspunkt ist natürlich das Fehlen eines Multiplayer-Modus. Nichtsdestotrotz sticht Mace Griffin Bounty Hunter aus der Flut von mittelmäßigen Titeln des Genres heraus. Ego-Shooter-Fans, die keine Abneigung gegen Einsätze mit einem Raumschiff haben, können zugreifen, alle anderen sollten vor dem Kauf ein Probespiel in Betracht ziehen. 

Mace Griffin Bounty Hunter [XBOX , Justgamers]

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