Gesamtwertung85%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegBefriedigend |
BedienungBefriedigend |
EAs Madden NFL Reihe erfreut sich seit vielen Jahren einer hohen Beliebtheit bei Spielern und Kritikern, wie die knapp 37 Millionen verkauften Einheiten beweisen. Kein anderes Spiel kann auf eine solch langlebige Karriere und stetige Weiterentwicklung zurückblicken. Seit den Anfängen auf dem Apple II und dem Sega Mega Drive im Jahre 1989 ist die Umsetzung des Football Sports immer komplexer, aber auch fordernder geworden. Mehr Features, verbesserte künstliche Intelligenz und erweitertes Gameplay prägen auch die neueste Instanz der Reihe, über deren Qualität unser Review aufklären soll...
Der Verband der erstklassigen amerikanischen Football Vereine heißt NFL, eine Liga in der jedes Jahr Millionen von Dollars umgesetzt werden und an deren Geschäfte mit den Fanartikeln auch die Vereine und Spieler mitverdienen. Und weil die ganze Geschichte ja schließlich im Endeffekt für das Publikum gemacht ist, gibt es in der jeder Spielunterbrechung erst mal Werbung. Der Ami sagt: Money makes the world go round, ohne Moos - nichts los! Und für Werbeeinblendungen ist immer Zeit, denn anders als beim Fußball wird Football wie ein rundenbasiertes Spiel gespielt, bei welchem ein Spielzug vom Trainer vorgegeben wird, der von den Spielern umgesetzt wird. Und während sich die Teams mit ihren Taktiken befassen, wird der Zuschauer halt mit Konsum-Information berieselt oder er erhält interessante Auswertungen des vorangegangen Spielzuges, Statistiken zu den Mannschaften oder Portraits zu Spielern. Wer ein wenig mehr über den Football als Sport und Geschäft erfahren will, sollte sich einmal den hervorragenden Oliver Stone Streifen An jedem verdammten Sonntag mit Al Pacino und Jamie Foxx ansehen, da erfährt man recht viel über den Sport an sich, aber auch über die Rezeption bei den Fans und die Abläufe hinter den Kulissen.
Football ist also mehr als nur Sport, es setzt einen Sinn für Business, Leidenschaft und analytisches Denkvermögen voraus. Alle diese Eigenschaften finden sich auch bei John Madden wieder, dem ehemaligen Meistertrainer der Oakland Raiders, der heutzutage als Kommentator arbeitet und der EAs Football Reihe seit 15 Jahren seinen guten Namen und sein Fachwissen leiht. Um auch Neulingen einen kurzen Überblick zu liefern, wollen wir uns hier kurz mit den Grundsätzen des Sports befassen. Auf dem Spielfeld treffen zwei Mannschaften von jeweils elf Spielern aufeinander, das ballführende Team ist in der Offensive und hat die Aufgabe, den Ball zehn Yards nach vorne zu tragen, dafür bekommt es insgesamt vier Versuche. Klappt dies nicht, ist das gegnerische Team an der Reihe. In der Offense hat man die Wahl zwischen verschiedenen Aufstellungen, die auch eine andere Taktik vorgeben. Prinzipiell entscheidet man sich für ein Pass- oder Laufspiel.
Die Defense kann die Aufstellung des Gegners lesen und sich zwischen Mann- oder Zonendeckung entscheiden, um Pässe abzufangen, und somit selbst in die Offensive zu wechseln, oder um ein Vorankommen des Gegners zu verhindern. Daneben gibt es natürlich noch eine Menge Finessen, die das Spiel erst interessant machen. Madden 2005 nimmt den Neuling glücklicherweise bei der Hand und erklärt die Grundzüge des Spiels. Darüber hinaus unterstützt euch John Madden höchstpersönlich, wenn ihr mal nicht weiterwisst und schlägt euch einen geeigneten Spielzug vor. Spielerisch lernen könnt ihr außerdem im Mini-Camp, einer Art Trainingslager in dem ihr Blocken, Ausweichen und Passen üben dürft und dafür Punkte erhaltet.
Dieser Modus macht ungeheuren Spaß und bietet Abwechslung zwischen den nervenaufreibenden Punktspielen. Selbstverständlich dürft ihr wieder ein Turnier spielen, ein schnelles Spiel bestreiten und offline gegen menschliche Gegner antreten. Die Xbox Live Option ist übrigens US Spielern vorbehalten. Entgegen aller Ankündigungen entschied man sich bei EA dazu, die Online Option nicht für den PAL Markt zu integrieren. Sehr schade, wie wir finden, hatten wir uns doch auf spannende und fordernde Matches gegen Gleichgesinnte gefreut, zumal man im Freundeskreis meist nur wenige Leute hat, die sich im Football auskennen und eine Herausforderung für den erfahrenen Ball-Künstler darstellen. Online dagegen wäre man sicher auf Spieler desselben Niveaus gestoßen.
Immerhin hat man sich für den Franchise Modus so einiges an Neuheiten einfallen lassen. So reagieren eure Spieler auch schon mal hitzig auf eure Entscheidungen oder Ereignisse während des Spiels, was auch Auswirkungen auf die Moral hat. Als Trainer/ Manager ist es dann auch eure Aufgabe, den Babysitter für gelangweilte und arrogante Football-Diven zu spielen oder die Entscheidung zu treffen euren bisherigen Superstar zu verkaufen, weil er seine Leistung nicht mehr bringt, weil er zu satt ist. Eure neue Kommandozentrale im PDA Stil lässt euch darüber hinaus einen Blick in die Sportseiten der Tageszeitung werfen oder eingehende Emails studieren. So bleibt ihr in Sachen Transfermarkt immer auf dem neuesten Stand. Um den harten, ernsten Spiel-Alltag aufzupeppen hat EA eine weitere witzige Option eingefügt. Angelehnt an die zahlreichen Create a Player Varianten in Sportspielen steht es euch nun frei auch das Aussehen eurer Fans zu bestimmen, die euch später auf dem Feld anheizen sollen.
Die Grafik zeigt sich von ihrer guten Seite, Animationen, Spieler und Umgebungen sehen gut aus, und bieten keinen Angriffspunkt für Kritik. Soundtechnisch steht EAs Vorzeigetitel sogar richtig gut da. Mit bekannten Stücken verschiedener Künstler wird richtig gute Atmosphäre erzeugt, die den Football Fan mitreißt. Auch die Soundkulisse auf dem Platz kann sich dank Surround Sound Unterstützung hören lassen. So macht Football Spaß. Dank der eingängigen Steuerung gelingen euch auch kompliziertere Manöver, auch wenn die Feinheiten des Spiels Übung und Überblick verlangen. Einsteiger kommen dennoch relativ schnell zu ersten Erfolgserlebnissen.
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