Men of Valor

Review
Plattform
Microsoft XBOX
Vertrieb
Vivendi
Entwickler
Vivendi
Erscheinungsdatum
-
Genre
Shooter
USK
18
Men of Valor [XBOX , Justgamers]

Gesamtwertung

76%/10

Grafik

Gut

Sound

Befriedigend

Lanzeitspaß

Befriedigend

Spieleinstieg

Befriedigend

Bedienung

Befriedigend

Men of Valor

Mit „Men of Valor“ kommt dieser Tage ein Ego-Shooter auf den Markt, der den Krieg in Vietnam als Schauplatz hat. Wo bisher meist zertrümmerte Städte und verwüstete Landstriche das Geschehen in Weltkriegs-Shootern prägten, setzt „Men of Valor“ auf das eher exotische Setting des vietnamesischen Dschungel. Der Test zum Spiel verrät euch, ob sich das Ganze lohnt oder nicht.

Ein afroamerikanischer Soldat, mal was Neues

In „Men of Valor“ übernehmt ihr die Rolle eines afroamerikanischen US-Soldaten, der in den Wirren des Vietnamkonflikts um sein Leben kämpft. In den Briefen an seine Eltern, welche ihr während des Ladens einer neuen Mission lesen könnt, erläutert er seine Sichtweise in Bezug auf den Krieg und die Leiden in der Armee. Das ist sicherlich ein wenig ungewöhnlich, denn in anderen Kriegsspielen ist der Held immer der härteste unter der Sonne, der keine Gefühle zeigt. Der Spielcharakter spiegelt das genaue Gegenteil wieder.

Die Story des Spiels beginnt in einem Camp der US-Truppen mit einem kleinen Footballspiel unter Kameraden. Dieses idyllische Beisammensein endet aber relativ rasch durch einen Angriff der Feindtruppen auf das Camp. Kurz darauf findet ihr euch auf dem Dach eines Transportpanzers wieder, um die Übeltäter ausfindig zu machen. Auf dem Weg durchquert ihr ein Feld, auf dem ihr von Bauern aufgehalten werdet, was sich sehr schnell als Hinterhalt des Feindes herausstellt. Aus diesem Hinterhalt resultiert ein Schusswechsel zwischen euch und dem Vietcong.

Häufig passiert es, dass ihr durch einen tödlichen Kopfschuss niedergestreckt werdet, ohne die Position des Gegners erkannt zu haben, dieser ist nämlich äußerst geschickt, wenn es ums Tarnen und Täuschen geht. Das gebotene Gameplay ist leider alles andere als revolutionär und bietet uns die typischen Einbahnstraßenmaps, in denen es nur einen richtigen Weg gibt; alternative Routen werdet ihr nicht vorfinden, der Spielverlauf ist also gewissermaßen vorgegeben. So pirscht ihr durch den Wald, immer auf der Hut, denn auf dem Weg durchs unwegsame Gelände lauern euch die Feinde auf, springen aus den Büschen und versuchen euch zu töten.

Das suchen nach dem sicheren Weg durch das Feindesland endet nicht selten im stupiden Trial & Error, denn vorauszusehen wo die Feinde und Fallen sitzen, ist ebenso wenig möglich wie vorsichtiges Vorgehen zum Erfolg führt. Man muss schon herausfinden was das Spiel nun von einem will, um es unverletzt zu überstehen.

Sanitäter, Sanitäter!

Die größte Innovation des Spiels ist das Gesundheitssystem. Bei anderen Genrevertretern bietet der Bildschirm eine Statusanzeige, welche die Lebensenergie des Spielers, meist in Prozent, anzeigt. Wird man getroffen, verliert man die Energie sofort. Bei diesem Spiel aber, wird bei einem Treffer der erlittene Schaden von der aktuellen Energie abgezogen und rot eingefärbt, was soviel heißt, dass der Soldat stark blutet. Durch gedrückt halten der „Verbinden“-Taste versucht sich der Krieger selbst zu verarzten, um die Blutung zu stoppen.

Nach und nach verschwindet der rote Bereich wieder und der Soldat ist wieder voll einsatzfähig. Dieses System sollte man sich sehr gut einprägen, denn schon im niedrigsten Schwierigkeitsgrad müssen selbst erfahrene Shooter-Fans oft davon gebrauch machen, um die Aufgaben erfolgreich zu meistern. Die gegnerischen Truppen sind in der dichten Vegetation extrem schwer zu sehen und verursachen somit oft Frust beim Spielen.

Kugelsichere Kameraden

Der vorher schon erwähnte hohe Schwierigkeitsgrad und die Möglichkeit nur an wenigen Stellen zu speichern, können manch knifflige Mission zum Spaßkiller werden lassen. Dafür sind die Kameraden aber unverwundbar und können beliebig viele Treffer einstecken.

Um sich zu heilen brauchen sie nur gelegentlich eine kurze Auszeit um gleich danach wieder voll im Geschehen mitzuwirken. Das Verhalten der computergesteuerten Kameraden ist zu bemängeln, denn es kommt sehr häufig vor, dass sie euch im Weg stehen oder dass sie nicht auf vor ihnen stehende Gegner feuern. Spieler dürfen sich heutzutage schon mehr von einer KI erwarten als das, was uns „Men of Valor“ bietet.

Auch wenn der Titel Schwächen hat, in Sachen Grafik kann nichts bemängelt werden. Der Dschungel sieht toll aus, die Texturen wirken echt und detailliert. Effekte wie Mündungsfeuer oder Explosionen sind toll anzuschauen. Eindrucksvoll ist auch das Flimmern der Luft über Feuer. Die Charaktere sind ebenfalls sehr detailliert. So sind beispielsweise selbst Adern auf dem Handrücken erkennbar. Des Weiteren sind ihre Bewegungsabläufe sehr realistisch und wirken einfach „rund“.

Passend dazu ist der Sound. Die Waffengeräusche sind gut gelungen, die Sprache fehlerfrei synchronisiert. Die eigenen Leute führen Gespräche und erteilen Befehle, auch verwundete Soldaten werden mit Durchhalteparolen bearbeitet.

Damit wird die gute Atmosphäre von Men of Valor unterstrichen. Die Spielfigur kann rennen, gebückt laufen, kriechen - was er allerdings nicht kann, ist springen. Dafür kann er aus der Hocke oder aus dem Liegen heraus hinter der Deckung hervorschauen; drückt dazu die Taste für Links- bzw. Rechtslaufen. Etwas Übung verlangt der Umgang mit dem Granatwerfer. Hier muss man den richtigen Winkel treffen, damit das Geschoss entsprechend weit fliegt. Dafür darf man das schon im Trainingsparcours trainieren.

Multiplayermodus

Wenn euch die schlechte KI stört, könnt ihr im Multiplayermodus zur Abwechslung mal gegen mitdenkende Spieler antreten. Dies geschieht wahlweise als US-Soldat oder als Vietkong-Kämpfer und man darf per LAN oder Internet in die Schlacht ziehen.

Zur Auswahl stehen euch unterschiedliche Spielertypen, vom gemeinen Soldaten, über den MG-Schützen bis hin zur so genannten und mit jeder Menge Sprengstoff ausgerüsteten „Tunnelratte“ darf frei gewählt werden. An Spielmodi kommt Men of Valor mit dem Standardpaket daher.

Mit dabei sind unter anderem Deathmatch, Team-Deathmatch, Search & Destroy und komplette Multiplayer Missionen. Die zur Auswahl stehenden Maps sind sehr abwechslungsreich und beschränken sich nicht nur auf den Dschungel.

Fazit

Es sind nur Kleinigkeiten, die verhindern, dass Men of Valor zum Überflieger wird. Eine bessere KI und die Möglichkeit zum freien Speichern hätten dem Spiel den benötigten Schub gegeben. Wer wegen der schlechten KI keine Erfüllung im Singleplayerspiel findet, kann im Multiplayermodus gegen menschliche Gegner antreten. Grafisch bietet das Spiel sehr abwechslungsreiche Single- und Multiplayerlevels und überzeugt mit einer dicht bewachsenen Pflanzenwelt. Weiters positiv zu erwähnen sind die Gesundheitsanzeige, die kleinen Überraschungen in Form von Fallen, die gut verteilt sind und eine spannende Atmosphäre.

Men of Valor [XBOX , Justgamers]

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