Gesamtwertung77%/10 |
GrafikGut SoundBefriedigend |
LanzeitspaßBefriedigend SpieleinstiegSehr gut |
BedienungSehr gut |
Während Halo-Zocker die Nase rümpfen dürften, kommen Retrosüchtigen die Freudentränen: Mit Metal Slug 3 erschien in diesen Tagen nach Metal Slug, Metal Slug 2 und Metal Slug X der vierte Teil der beliebten Actionserie, die schon seit ihrem ersten Auftritt damals auf dem guten alten Neo Geo von SNK auf eine feste Fanbasis bauen kann. Warum der neueste Ableger des Oldschool-Geballers auch diesmal wieder für glühende Daumen sorgt, erfahrt ihr in unserem Review...
Die Levels scrollen in guter alter Arcade-Manier munter von links nach rechts, nur selten geht´s auch mal von oben nach unten oder umgekehrt.
Kommt ihr mit eurer kleinen Standardpengpeng einmal nicht gegen die Horden des Generals an, dann versucht ihr einen der überall festgebundenen Gefangenen zu befreien. Oft beglücken sie euch für diese gute Tat mit Extrawaffen wie Lasern oder einer Shotgun.
Reicht auch das großzügige Arsenal an Spezialwaffen nicht aus, schnappt ihr euch einen der vielen verschiedenen Slugs, die in den Levels herumstehen. Dabei handelt es sich nur im weitesten Sinne um Fortbewegungsmittel: Neben tonnenschweren Mechs haben die Programmierer auch Flugzeuge, Hubschrauber, U-Boote, Kamele und Elefanten im Angebot.
Das beste Argument für ihre Benutzung ist aber nicht, dass ihr fortan nicht mehr zu Fuß gehen müsst, sondern vielmehr die fette Vulcan-Wumme, mit der die Slugs ausgestattet sind. Spätestens, wenn ihr auf einem Kamel durch den heißen Wüstensand hüpft und nebenbei massenweise fleischfressende Pflanzen, Mumien und Minipanzer mit blauen Bohnen eindeckt, werdet ihr den Kopf schütteln und euch fragen, was zum Henker die Programmierer diesmal bei der Arbeit geraucht haben.
Oder ihr plündert nebenbei die Grabkammern alter Pharaonen und lasst euch vom eisigen Rülpser eines Yetis in einen Schneemann verwandeln. Auch die wuselnden Aliens sind für den ein oder anderen Lacher gut. Wie in jedem anderen Arcadeshooter geht es dabei insgesamt nicht so sehr ums Durchspielen, sondern vielmehr um Ruhm, Ehre und den Highscore.
Den könnt ihr euch nur sichern, wenn ihr die vielen kleinen Extrapunkte einheimst, die am Wegesrand in Form von Krebsen, Schweinen, Äpfeln, Goldmünzen und bewaffneten, stark behaarten Orang-Utans warten.
Seid ihr per Xbox Live verkabelt, könnt ihr euren Score auch online in die weltweite Rangliste stellen. Am Ende eines jeden Abschnitts wartet dann natürlich auch ein standesgemäß Bildschirm füllender Obermotz auf euch, der fachgerecht in seine Einzelteile zerlegt werden will.
Der Humor kommt auch diesmal nicht zu kurz, denn riesige Alienhirne werfen mit kühlschrankgroßen Grabsteinen, eine gigantische Krabbe fährt neben ihren Scheren auch einen überdimensionalen Raketenwerfer aus und ein UFO, das an eine indische Gottheit erinnert, bombardiert euch unter anderem mit bläulich leuchtenden Wolfsköpfen; ziemlich irre. Wie der Rest des Spiels, sind diese Kämpfe höllisch schwer, ein einziger Fehltritt wird umgehend mit dem Verlust eines Lebens bestraft.
Im Gegensatz zur Automatenversion dürft ihr den Schwierigkeitsgrad aber im Optionsmenü einstellen. Anfänger werden aber doch den ein oder anderen Frustmoment erleben, eingefleischte Zocker dagegen lernen die Angriffsmuster auswendig und rocken so Metal Slug 3 relativ problemlos in einer knappen Stunde durch.
Als Bonus befinden sich noch zwei weitere Level auf der DVD, die erst nach erfolgreichem Abschluss der fünf Arcade-Missionen zur Verfügung stehen. In einem übernehmt ihr die Rolle eines gegnerischen Soldaten von General Morden und stürmt mit Kameraden das Mutterschiff der Aliens, im anderen seid ihr auf Fat Island gestrandet und müsst innerhalb einer bestimmten Zeit so viele Lebensmittel einsammeln wie möglich.
Beide Modi sind eher auf zwei Spieler ausgerichtet und machen nur dann wirklich Laune, alleine sind sie ein netter Gag, motivieren aber nicht sehr lange.
Da erscheint es sinnvoller, die normalen Missionen noch einmal auf der Suche nach versteckten Eingängen, Levelabschnitten, Slugs und neuen Lösungswegen abzusuchen. So entdeckt man auch nach wiederholtem Durchspielen noch neue Gegnertypen und kleinere Goodies.
Und so ist es völlig ok, dass man den witzigen Zeichenstil beibehalten hat. Ja, ich sagte Zeichenstil, denn der Titel ist komplett handgezeichnet und animiert, jeder Pixel, jedes Sprite versprüht dabei einen gewissen nostalgischen Charme, dem die Zeit nichts anhaben konnte.
Die Bewegungen der Feinde sind überaus witzig, die Hintergründe sehr detailreich und die farbfrohen Explosionen wirbeln viele Splitter über den Bildschirm. Wer nun der Meinung ist, dass ein guter Shooter von komplexen Polygonkonstrukten und aufwändigen Texturen lebt, der ist bei Metal Slug 3 definitiv an der falschen Adresse.
Dasselbe gilt auch für den Sound. Die Melodien sind meist rockig und feuern den Spieler an, die heute übliche CD-Qualität darf man aber nicht erwarten.
Dafür kracht es an allen Ecken und Enden, in kaum einem anderen 2D-Spiel wird man mehr unterschiedliche Schussgeräusche finden. Leider fand ich die Musik mit der Zeit stellenweise etwas eintönig, hier hätte ruhig ein wenig Abwechslung reingekonnt.
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