Mission: Impossible - Operation Surma

Review
Plattform
Microsoft XBOX
Vertrieb
Atari
Entwickler
Atari
Erscheinungsdatum
-
Genre
Abenteuer
USK
12
Mission: Impossible - Operation Surma [XBOX , Justgamers]

Gesamtwertung

79%/10

Grafik

Gut

Sound

Sehr gut

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Befriedigend

Mission: Impossible - Operation Surma

Lizenzspiele stehen meist unter keinem guten Stern. Wo Millionen in den Namen eines bekannten Franchise fließen, bleibt meist nicht genug Geld für die eigentliche Entwicklung übrig, selbst wenn der Stoff, auf welchem das fertige Spiel basieren soll, sich für eine Versoftung eignen würde. Das Resultat sind meist desaströse „Software-Perlen“, die selbst Fans der Vorlage meiden wie Buckenheimer eine gehaltvolle Geschichte.

Da verwundert es nicht weiter, dass auch Ethan Hunts bisherige Konsolenabenteuer alles andere als überzeugen konnten. Die viel versprechende N64-Version erwies sich nach unzähligen Verschiebung als nicht durchdacht und extrem schwankend, was den Spielspaß anbelangte, und die PSone-Konvertierung war trotz innovativem Quicksave-Feature technisch zu enttäuschend, um noch gegen „Metal Gear Solid“ oder „Syphon Filter“ standhalten zu können. Nun versucht sich Paradigm, welche schon mit „Pilotwings“ und „Spy Hunter“ beachtliche Erfolge feiern konnte, an der Lizenz.

Als Grundlage dienten erneut die aktuellen Kinofilme mit Tom Cruise. Wer nun ein virtuelles Wiedersehen mit dem Hollywood-Schönling erwartet, dürfte jedoch zunächst enttäuscht sein: Bis auf Ving Rhames, welcher in den Filmen den charismatischen Hacker Luther Stichell spielt, findet sich keiner der Originalschauspieler in „Operation Surma“ wieder.

Ebenfalls alles andere als eine Filmadaption ist die Hintergrundgeschichte. Anstatt den John Woo-Streifen nachzuspielen, hat man bei Paradigm eine komplett neue Hintergrundgeschichte erdacht, welche euch in extrem ansprechend Renderzwischensequenzen näher gebracht wird. Wie gehabt, schlüpft ihr in die Haut des Allroundagenten Ethan Hunt, welcher für die IMF – Impossible Mission Force – besonders delikate Aufträge ausführt. Zwar seid ihr im Operationsgebiet komplett auf euch allein gestellt, dennoch stehen euch insgesamt drei Experten mit Rat und Tat zur Seite und lotsen euch durch die abwechslungsreichen Missionen der Hintergrundgeschichte. So schön die Präsentation, so altbacken die eigentliche Handlung der Geschichte. Genreüblich stolpert ihr über eine finstere Verschwörung ehemaliger Militärs, die es aufzuhalten gilt.

Dazu schleicht ihr wie schon im großen Vorbild „Splinter Cell“ von Schatten zu Schatten, knackt Schlösser oder liefert euch seltene Schusswechsel mit Wachen und üblen Spießgesellen. Entwickler Paradigm ging beim Gameplay auf Nummer sicher und hat den Ubisoft-Hit des vergangenen Jahres fast bis ins letzte Detail kopiert.

Steht ihr so beispielsweise im Schatten, erkennen euch die Gegner selbst aus nächster Nähe nicht, sofern ihr kein Lärm macht. Allerlei Gadgets helfen dabei, euren Weg vorbei an Laserschranken, Zahlenschlössern und Sicherheitskameras zu finden. Je nach Situation bringt ihr mittels Nachsichtgerät Licht ins Dunkel, betäubt Wachen mit einer entsprechenden Pistole oder bedient euch einer Spezialbrille, um Leute hinter Wänden zu erspähen.

Die Auswahl des passenden Equipments geschieht dabei mittels einfachem Dropdownmenü. Im Gegensatz zur Genrekonkurrenz habt ihr hier übrigens alle Zeit der Welt, da das Spielgeschehen während der Auswahl der Ausrüstung automatisch einfriert. Dies ist jedoch der einzige Steuerungsaspekt, der wirklich überzeugen kann. Ob ihr nun durch die Landschaft schleicht oder euch an Brüstungen entlang hakelt, die Steuerung von Ethan Hunt ist fast immer einen Hauch zu träge, um echten Spielfluss aufkommen zu lassen. Ähnlich störrisch ist dann auch die Third-Person-Kamera. Diese lässt sich zwar mittels rechtem Analogstick beliebig justieren, jedoch geschieht dies so langsam, dass ihr gerade in den Actionsequenzen schnell einmal den Überblick verliert.

Immerhin verträgt Ethan Hunt dafür deutlich mehr als die Konkurrenz. Zwar solltet ihr auch in „Operation Surma“ darauf bedacht sein, ungesehen euer Ziel zu erreichen und die direkte Konfrontation zu meiden, werdet ihr dennoch entdeckt, kann Ethan ordentlich austeilen. Neben einer effizienten Dreier-Kombination könnt ihr so mittels stylischen Sprungangriffs jeden Gegner sofort zu Boden schicken. Hierdurch wird das Spiel deutlich einsteigerfreundlicher als beispielsweise „Splinter Cell“, da nicht jede Entdeckung mit einem Neustart an den großzügig verteilten Speicherpunkten endet.

Auf der anderen Seite werdet ihr bei „Mission: Impossible“ jedoch auch deutlich häufiger entdeckt. Dies liegt weniger an dem überzeugenden Verhalten der KI-Gegner, als vielmehr an dem unbrauchbaren Radar. Zwar wird jederzeit die Grundstruktur euerer Umgebung auf einer kleinen Karte eingeblendet, wo auch das nächste Missionsziel eingezeichnet ist, Gegner sind hier jedoch nicht sichtbar. Wer über den Aufenthaltsort seiner Gegenüber informiert werden will, muss diese erst mühsam mit einem Sender anschießen. Da ihr hierfür meist nah an die Gegner heranschleichen müsst, könnt ihr diese dann auch gleich komplett ausschalten.

Immerhin könnt ihr somit die durchaus ansprechenden Charaktermodelle der Figuren aus der Nähe bestaunen. Zwar erkennt man dem Titel seine Multiplattformwurzel an, dennoch zählt „Mission: Impossible“ klar zu den schöneren Xbox-Titeln. Neben vielen Shadow Maps gibt es so beispielsweise immer mal wieder einen ansprechenden Echtzeitschatten zu bestaunen und hier und da glänzt das Spiel sogar mit echtem Eye-Candy wie einem nassen Kopfsteinpflaster, auf welchem sich die Lichtquellen spiegeln.

Leider ist die Bilderholungsrate dafür nicht immer konstant und geht schon einmal in die Knie und die Animationen sind bestenfalls unterer Durchschnitt. Ethan Hunt schleicht und klettert wie ein neunzigjähriger Opa mit Arthrose durch das Szenario.

Komplett mustergültig präsentiert sich dagegen der akustische Bereich. Neben einem Remix des legendären Mission: Impossible-Themes verwöhnen schöne Soundeffekte im wuchtigen Dolby Digital 5.1 die Ohren des Spielers. Die gelungene, deutsche Sprachausgabe ist zudem das soundtechnische i-Tüpfelchen

Fazit

In den Kinofilmen und der Fernseherserie überrascht Agent Ethan Hunt seine Gegner stets mit neuen Ideen und innovativen Taktiken, auf der Xbox liefert Entwickler Paradigm leider nur Standartkost ab. Unter dem Strich erwartet Genrefans zwar immer noch ein gutes Spiel, welches die Wartezeit bis zum Release von Splinter Cell 2 gut verkürzt, dennoch wird man stetig das Gefühl nicht los, eine – zwar nur minimal – schlechtere Kopie des letztjährigen Ubisoft-Hits präsentiert zu bekommen. Gleiche Missionsziele, gleiche Spielmechanik, stellenweise gleiche Gadgets – einzig die zugegebenermaßen sehr ansprechenden Präsentation samt neuer M:I-Hintergrundgeschichte hebt den Titel von der momentanen Flut ähnlicher Spiele ab. Wer von Stealthtiteln nicht genug bekommen kann, liegt trotz Innovationsarmut bei „Mission: Impossible – Operation Surma“ genau richtig. Wer schon zu Sam Fisher „Schleich dich!“ gesagt hat, dürfte auch hier nicht glücklich werden.

Mission: Impossible - Operation Surma [XBOX , Justgamers]

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