Morrowind

Review
Plattform
Microsoft XBOX
Vertrieb
Ubi Soft
Entwickler
Ubi Soft
Erscheinungsdatum
-
Genre
RPG
USK
-
Morrowind [XBOX , Justgamers]

Gesamtwertung

87%/10

Grafik

Gut

Sound

Sehr gut

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Befriedigend

Bedienung

Gut

Morrowind

Wer bin ich?

Die Geschichte von Morrowind beginnt auf der kleinen Insel Vvanderfell, die unser Protagonist per Schiff erreicht. Hat man ursprünglich ein tristes Dasein als ein unbekannter Gefangener gefristet, wird der Spieler zu Beginn des Spiels auf Geheiß des Königs freigelassen, um in dessen Dienste zu treten. Wer ihr seid und was für eine Rolle der Spieler im weiteren Laufe der Handlung einnehmen wird, ist zu diesem Zeitpunkt noch vollkommen unschlüssig – eure Aufgabe ist es nun, etwas Licht hinter eure Person und die Geschehnisse auf Morrowind zu bringen.

Von einer klassischen Seite präsentiert sich Morrowind gleich nach Einstieg, da man kurz nach der Ankunft auf Vvanderfell in ein Art Tutorial geleitet wird, in dem der Spieler die Fähigkeiten seines Charakters festlegen muss. Beginnt man mit einer optischen Modifikation seines Aussehens, werden im weiteren Laufe der Einführung Attribute wie Beruf, Rasse, Spezialfähigkeiten oder Sternzeichen zugeordnet. Neben einigen neuartigen Auswahlschemen haben sich die Entwickler auch stark an früheren Rollenspielklassikern orientiert und unter anderem die aus Ultima bekannten Gewissensfragen integriert, welche sich maßgeblich auf die Gesinnung unserer namenlosen Figur auswirken. Insgesamt betrachtet gibt es eine beträchtliche Anzahl an Attributen, welche der Spieler frei festlegen kann. Kenner des Genres werden sich also gleich heimisch fühlen, während Neulinge oder Einsteiger in Gefahr laufen, den Überblick über das Szenario zu verlieren.

Die ersten Anfänge

Hat man schließlich seinen Charakter nach eigenen Wünschen konfiguriert, wird man mit etwas Geld und einem Brief ausgestattet auf den Weg geschickt, um in einer anderen Region einen Gefolgen des Königs zu kontaktieren und mehr über seine Mission zu erfahren. Ob man diese Aufgabe erledigt oder nicht, steht dem Spieler vollkommen frei, denn ist man einmal in die gigantische Welt von Morrowind entlassen worden, kann man frei nach eigenem Ermessen handeln und tun und lassen, was man will. In den Städten kann jeder Bewohner angesprochen werden, die unserem Helden je nach Stimmung und dessen Auftreten mehr oder weniger ausführlich auf seine begierigen Fragen antworten. Einschränken in der Handlungsfreiheit gibt es wahrlich keine, so können Häuser betreten und untersucht werden, verschiedene Einrichtungen der Insel erforscht oder schlichtweg neue Kontakte geknüpft werden. Generell kann man jeden Gegenstand, den man in Freiheit oder in den Häusern findet, auch mitnehmen. Allerdings sollte beachtet werden, dass unser Spieler nur eine begrenzte Anzahl an Gegenständen tragen kann, was sich auch auf dessen Konstitution auswirkt. Zudem sollte man sich in Häusern vor neugierigen Blicken in Acht nehmen, da man ansonsten des Diebstahls bezichtigt wird und sich mit den königlichen Wachen herumschlagen darf, was sich natürlich negativ auf das Ansehen unseres Helden auswirkt.

Eine Fülle an Aufgaben

Neben der Hauptstory von Morrowind gibt es zudem eine Fülle an Side-Quests, die kaum zu überschauen sind. Von vielen Dorfbewohnern oder anderen mysteriösen Wesen kann man Aufträge annehmen, die zwar nicht zwingend für die Erfüllung seiner zentralen Aufgabe sind, aber trotzdem für einen zusätzlichen Erwerb von Geld oder nützlichen Items von Nutzen sind. Leider sind diese zahlreichen Nebenaufgaben nicht sonderlich abwechslungsreich oder anspruchsvoll, sondern folgen einem oft wiederholenden Schema. Meistens genügt es, eine bestimmte Person in der Welt von Morrowind aufzuspüren und diese je nach Auftrag zu töten.

Vielseitiges Kampfsystem

Wer seinen Erkundungsdrang nicht unterdrücken kann und sich dazu entscheidet, die unglaublich große und vor Leben nur so strotzende Welt von Morrowind per Fuß kennen zu lernen, sollte sich vor Aufbruch seiner Reise gut vorbereiten und mit den nötigsten Items ausrüsten. Einmal in der offenen Wildnis oder geheimnisvollen Dungeons angekommen, ist der Spieler vollkommen auf sich selbst gestellt und muss allerlei Gefahren wie räuberischem Gesindel, feindlichen Schergen oder hinterlistigen Kreaturen ins Auge sehen. Leider ist das Kampfsystem von Morrowind nur sehr unausgereift und lässt einen nötigen Feinschliff vermissen. Im Prinzip basiert ein Kampf auf einem in Echtzeit ablaufenden Hack&Slay Prinzip, das durch seine Einfachheit eines solch komplexen Werkes wie Morrowind eigentlich nicht würdig ist. Da es die Entwickler übrigens verpasst haben, eine Anfälligkeit des zu bekämpfenden Wesens gegen seine ausgewählte Waffe anzuzeigen, mutiert ein Kampf mehr als häufig zu einem reinen Glückspiel. Besser haben es da die Zauberer unter uns, denn das ausgefeilte Magiesystem mit seinen vielfältigen Sprüchen lässt ein wesentlich taktischeres und ansprechenderes Kampfgeschehen zu. An keinerlei Regeln gebunden, können die der Magie zugewandten Spieler neue Zutaten und Sprüche erforschen und sogar eigene Zauber kreieren, so dass jede Spielfigur ein eigenes Repertoire an magischen Fähigkeiten besitzt.

Steuerung

Wer jetzt befürchtet, dass ein solch komplexes Rollenspielepos auf einer Heimkonsole kaum zufrieden stellend zu steuern ist, den können wir beruhigen. Bethesda Software hat sich ein intuitives Controllersetup einfallen lassen, das wohl auch die Wünsche passionierter Rollenspielfans berücksichtigen wird. Generell erinnert die Steuerung von Morrowind stark an Halo, da der Charakter mit beiden Analogsticks zugleich gesteuert wird. Die anderen Buttons des Controllers lassen sich frei belegen, so dass jeder Spieler sein eigenes Wunschsetup verwirklichen kann. Einziges Manko an der gut gelösten Steuerung ist die geringe Laufgeschwindigkeit unseres Helden, was bei den ewig langen Märschen durch die sagenumwobene Welt von Morrowind oft auf die Nerven des Spielers gehen wird, da dieser sich sehnlich nach einer Sprintfunktion sehnt, die aber leider nicht vorhanden ist.

Der technische Aspekt

Grafisch und soundtechnisch konnten die Entwickler beachtliche Arbeit leisten, auch wenn das Spiel im Vergleich zu der PC-Version natürlich einige Abstriche in Sachen Auflösung und Detailfeinheit machen muss. Trotz allem kann die Welt von Morrowind durch eine unheimlich realistische Darstellung überzeugen, was den Spieler in ein glaubhaftes Szenario versetzt. Die Details von Morrowind sind oftmals atemberaubend, da unter anderem die verschiedenen Bauten und Landschaften sehr beeindruckend und lebendig modelliert wurden. Dass man auch auf der Xbox bei einer solch gigantischen Welt Abstriche machen muss, war jedoch auch von Anfang an klar. So kann man in offenen Landschaften in einem gewissen Abstand immer eine Nebelwand, die leider nicht immer atmosphärischen Zwecken dient, beobachten. Neben gelegentlichen Pop-Ups und etwas schwachen Animationen der Bewohner ist außerdem die alles andere als stabile Framerate zu nennen, da diese bei größeren Architekturen oder Personenaufkommen immer stark in die Knie geht und die Spielgeschwindigkeit deutlich beeinträchtigt.

Die Soundkulisse des Titels kann hingegen fast auf ganzer Linie überzeugen, was nicht zuletzt an den in 5.1 Dolby Digital ertönenden melodischen Hintergrundmelodien und einer beeindruckenden Vielfalt an realistischen Soundeffekten liegt. Lebenswert ist außerdem die komplett deutsche Lokalisierung, was in Anbetracht des Spielumfangs alles andere als selbstverständlich war. So sind sowohl die Texte professionell ins Deutsche übersetzt worden, als auch die qualitativ hochwertige Sprachausgabe, auch wenn sich diese in den Gesprächen mit Dorfbewohnen aufgrund ihrer geringen Vielfalt an Sätzen schnell wiederholt.

Fazit

Bethesda Software liefert mit Morrowind ein sehr komplexes Rollenspiel, welches in punkto Umfang und Handlungsfreiheit kaum ernstzunehmende Konkurrenz besitzt. Auch einige Monate nach Erscheinen der PC-Version kann Morrowind überzeugen und Freunde klassischer Rollenspiele in seinen Bann ziehen. Technisch konnten die Entwickler die Qualität in fast allen Punkten aufrechterhalten, auch wenn erwartungsgemäß einige Abstriche in punkto Framerate und Weitsicht gemacht werden mussten. Dafür kann sowohl der Soundtrack als auch die deutsche Lokalisation überzeugen, da hier sichtbar viel Arbeit investiert wurde. Einsteiger und Freunde östlicher Rollenspiele wie Final Fantasy oder Dragon Quest sollten sich jedoch mit Bedacht und einem gehörigen Respekt an dieses Werk wagen, da man aufgrund eines nicht existierenden linearen Spielablaufs und einer schier unglaublichen Fülle an Aufgaben, Attributen und zu erforschenden Welten leicht die Übersicht oder den Durchblick verlieren kann.

Morrowind [XBOX , Justgamers]

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