NHL 2005

Review
Plattform
Microsoft XBOX
Vertrieb
Electronic Arts
Entwickler
EA Sports
Erscheinungsdatum
-
Genre
Simulation
USK
12
NHL 2005 [XBOX , Justgamers]

Gesamtwertung

91%/10

Grafik

Sehr gut

Sound

Gut

Lanzeitspaß

Sehr gut

Spieleinstieg

Sehr gut

Bedienung

Gut

NHL 2005

Die 13. Auflage von NHL ist da und endlich geht es wieder heiß her auf dem Eis. Mit NHL 2005 hat Electronic Arts nun erneut die Jagd nach der kleinen schwarzen Scheibe eröffnet und wir haben uns mitten in die Action auf dem Eis gestürzt...

NHL 2005: Es wird heiß auf dem Eis

Die 13 wird dieses Jahr wohl ihr Image als Unglückszahl verlieren. Denn EA startet mit der 13. Auflage des Kult-Spiels „NHL“ richtig durch. Passend zum Start der Deutschen Eishockey Liga (DHL) macht „NHL 2005“ Appetit auf mehr. Verkorkste Spiele der eigenen Lieblingsmannschaft nachspielen und in grandiose Siege umdrehen.

Fans der amerikanischen Hockey-Liga werden ohnehin mit zitternden Händen vor den Regalen gestanden haben und auf die erste Lieferung des Kultspiels gewartet haben. Denn in den USA streiken die Kufencracks für mehr Geld. Die Gehaltsobergrenze von 30 Millionen ist ihnen zu wenig. Da kommt NHL 2005 gerade Recht.

Der erste Eindruck

Die Installation läuft problemlos. Dann erscheint es endlich, das EA Logo. Das Menü blinkt auf und sofort wird klar: Geniale Grafik. EA hat das Menü nicht nur übersichtlich gestaltet, sondern auch sehr ansprechend. Abwechselnd erscheinen an der rechten Seite die Portraits bekannter NHL-Größen. Ins Auge fällt sofort die Neuerung World Cup of Hockey.

Sozusagen die Weltmeisterschaft der Eishockey-Cracks, die man nun auch spielen kann. Ein kurzer Flug durch das Menü zeigt auch gleich die zweite neue Spielvariante: The Drill. In dem neuen Multiplayer-Game kann man seine Fähigkeiten verbessern. Vier Spieler im Wettkampf jeder gegen jeden.

Schreib Geschichte

Der Dynasty-Modus erschien erstmals bei NHL 2004. Nun wurde er noch deutlich erweitert und man bekommt ein echtes Managerfeeling. Zum Start gilt es, das eigene Team auszuwählen. Dabei hat man die freie Wahl zwischen allen NHL-Teams – natürlich wie immer mit Originalnamen und den realen Spielernamen.

Im Menü hat man neben der neuen Email-Funktion, die einen schneller, übersichtlicher und deutlich interessanter als in der Vorgängerversion, über Neuerungen informiert, ab sofort auch Einfluss auf das Training. Über das Menü lassen sich auch die Finanzen verwalten und die Teambetreuung und die Peripherie ausbauen.

Besonders wichtig, da kleine Features wie die „Chemie-Anzeige“ für Reihen nicht ganz unwichtig ist. Mit ihr wird angezeigt, wie gut die Spieler miteinander klar kommen, was sich natürlich auf die Moral und die Punkte auswirkt.

Auf Managerpunkte muss man übrigens nicht mehr warten, sondern kann die verschiedenen Stufen relativ einfach kaufen. Statt Punkten gibt es nun pro Sieg und Serie echte Dollar. EA hat erkannt: Nur Bares ist Wahres. Doch die wichtigste Taste ist die, mit der es zum Spiel geht.

Auf dem Eis

Selbst erfahrene Spieler sollten zum Start die Stufe runterschalten, um mal als „Anfänger“ die neuen Steuerelemente kennen zu lernen. Bereits beim ersten Bully werden diese sichtbar. Bei jedem Bully können diverse Strategien gewählt werden, um sich optimal im Angriff oder in der Verteidigung zu positionieren.

Das gleiche gilt für die generelle strategische Ausrichtung. Vor und auch während eines Spielzugs lassen sich die Strategien für die Sturm- und Verteidigerreihe ändern. So kann man taktisch deutlich flexibler agieren und seine Verteidiger beim Powerplay noch effektiver in den Angriff einbinden, oder, um das Shootout zu sichern, gleich mal seine Angreifer ins eigene Drittel zurückbeordern. Ein Tastendruck macht es möglich. Wichtigste und herausragendste Neuerung ist die Open Ice Steuerung. Bei NHL 2005 kann man zwischen Spielern mit und ohne Puck umschalten.

So lassen sich in der Offensive mal schnell Verteidiger zur Seite schieben, um eine freue Schussbahn zu haben, oder starke Stürmer des Gegners in Doppeldeckung nehmen. Je nach Spielsituation eine spannende taktische Variante.

Allerdings ist die Open Ice Steuerung gewöhnungsbedürftig, da man auf verschiedene Spieler gleichzeitig achten muss. Doch man gewöhnt sich relativ schnell daran. Interessant ist, dass die eigenen Spieler selbst eingreifen. Besonders bei Distanzschüssen. Richtig sehen kann man das oftmals erst in den Wiederholungen, aber es hat seinen Reiz.

NHL gibt Gas

Insgesamt ist NHL 2005 durch die neue Skating-Engine deutlich schneller geworden. Viele Torraumszenen sind da vorprogrammiert. In „Anfänger“ und „Einfach“ übrigens auch viele Tore, denn die Torhüter scheinen dort teilweise nur einäugig zu sein. Richtig gut werden sie erst in „All Star“. In „Anfänger“ lassen sich fast problemlos 15 bis 20 Tore pro Spiel erzielen. Das wird schnell eintönig.

Wobei die KI sich deutlich verbessert hat. Die Spieler sind nicht mehr rein Puck-orientiert, sondern spielen deutlich mehr Manndeckung. Harte Checks, in den Schuss schmeißen oder Blocks sieht man nun deutlich häufiger.

Man kann darüber streiten, ob es den Spielfluss stört; es macht das Spiel aber deutlich realistischer. Das ist entscheidend, denn auch in der DEL oder NHL folgt nicht jedem Angriff ein Torschuss oder Tor. Daher eine sehr gute Entwicklung im Spiel. Und: Wer gut und häufig passt, bietet auch kaum Angriffsfläche. Schluss mit eigensinnigen Alleingängen.

Die Atmosphäre

Der erste Blick galt natürlich dem Publikum. Waren es in der letzten Version nur Männer, die jubelten, so haben sich nun doch deutlich mehr weibliche Gesichter in den hervorragend gestalteten Stadien eingefunden.

Allerdings sehen viele doch sehr nach Klonen aus und die Anzahl der Damen ist zumindest in Deutschland in den Stadien deutlich höher. Aber egal. Ansonsten begeistert NHL 2005 durch hervorragende Intros, bei denen die Spieler zum Teil durch die Originaltunnel der Arenen einmarschieren. Zur Grafik nur soviel: Man fragt sich immer, ob es noch besser geht und EA beweist mit dem neuen NHL-Knaller, dass es wirklich geht. Selbst die Wiederholungen sind grafisch so hochwertig, dass man sich diese gerne anschaut. Grafisch mehr als gelungen!

Die Kommentatoren präsentieren sich auch wieder in Bestform und sind zum Glück auch in der deutschen Version englischsprachig. So kommt echtes NHL Feeling auf. Nur leider scheint EA immer noch einige Probleme mit der Richtigkeit der Aussagen zu haben. In eigener Unterzahl erklären die Kommentatoren plötzlich: „Nun hat er die Chance ein Powerplaytor zu erzielen.“

Das mag für den Gegner gelten, aber nicht für das Team in Unterzahl. Aber dieses Problem kennen NHL-Fans ja aus den Vorgängerversionen. Was leider fehlt, ist die Anzeigetafel, auf der Hattricks oder das 50. Tor angezeigt wird. Schade eigentlich, denn diese wurde schon in der 2004er Version vermisst.

Auf die Nase

Endlich sind die Schlägerein verständlicher. Man kann durch die TAB-Taste selbst Gegner herausfordern, die in der Nähe sind. Funktioniert nicht immer, aber oft. Die Kämpfe wurden grafisch deutlich aufgewertet und haben nun einen neuen Reiz, da man viel gezielter agieren kann. Und da ja nach einer Schlägerei jeweils ein Spieler vom Eis muss, braucht man auch keine Unterzahltore zu fürchten...

Alles Gold was glänzt?

Es gibt ein paar Kleinigkeiten bei NHL 2005, die anfangs negativ auffallen. Beim ersten Test funktionierte die Tastenbelegung nicht wirklich. Scheinbar wird in der deutschen Version die englische Tastaturbelegung verwendet. Der Bodycheck, der auf „y“ gelegt wurde, funktionierte nicht. Nachdem er auf „z“ gelegt war, konnte man diesen mit „y“ aufrufen. Kleiner Fehler mit großer Wirkung. Denn von da an flogen die Gegner nur so über das Eis.

Etwas ärgerlich wird für einige DEL Fans sein, dass die Grizzly Adams Wolfsburg fehlen. Das wird sicherlich zum einen die Fans aus der VW-Hochburg stören und zum anderen die Fans, die schlechte Spiele ihrer Teams (an dieser Stelle Grüße an die Hamburg Freezers) gerne in beeindruckende Siege und Schützenfeste verwandeln wollen.

Bei der Steuerung nervt die Trennung von Handgelenk- und Schlagschuss ein wenig – vor allem, wenn man mit Tastatur spielt. Generell wird man vor dem Tor anfangs immer den falschen Knopf erwischen...

Fazit

NHL 2005 setzt einen Meilenstein in der Entwicklung der NHL-Reihe. Die 13. Auflage ist deutlich spannender als die Vorgängerversionen, was vor allem an dem erweiterten Management-Bereich liegt und auch an den erweiterten Spielmöglichkeiten.

Die Grafik ist beeindruckt wie immer. Etwas gewöhnungsbedürftig ist die neue Steuerung, die aber taktisch neue Möglichkeiten bietet. Gerade die Strategie wird im Spiel immer wichtiger, wenn man nicht wie eine Schildkröte auf dem Eis liegen will. Alleingänge werden mit harten Checks bestraft. Richtig so! Denn Eishockey ist ein Mannschaftsspiel und NHL 2005 setzt dieses in perfekter Manier um!  

NHL 2005 [XBOX , Justgamers]

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