Gesamtwertung61%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegMangelhaft |
BedienungMangelhaft |
Wer ist Richard Burns?
Wie der Name des Offroad-Rennspiels schon verrät, steht wie auch beim bisherigen Genreprimus 'Colin McRae Rally' ein echter Profi und Rallye-Weltmeister Pate für das gleichnamige Rennspiel. Der 33-jährige Brite stieg nach zahlreichen nationalen Erfolgen 1994 ins weltweite Rallyegeschäft der WRC ein. Nach zwei zweiten Plätzen in den Rennkalenderjahren 1999 und 2000 wurde sein fahrerisches Können im Jahre 2001 mit der World Rally Champion-Krone belohnt. Gründe genug also für die Entwickler Warthog und Sci Games, ihre Rallye-Simulation unter dem bekannten Namen von Richard Burns zu vermarkten. Bei den Spielvarianten erwartet euch Altbekanntes, wie zum Beispiel eine komplette Saison mit den typischen Wettkampfstationen. Die Palette reicht von England über Australien und Finnland, bis hin zu exotischen Kursen in den Staaten oder Japan. Um die maximal sechs Rennveranstaltungen im Meisterschaftsmodus ordentlich aufzumischen, stehen euch insgesamt acht offiziell lizenzierte Rallye-Fahrzeuge zur Auswahl. Darunter beispielsweise die aus der Königsklasse bekannten Allrad-angetriebenen PS-Monster Subaru Impreza, Mitsubishi Lancer oder Toyota Corolla. Doch bevor ihr euch an eine der 36 Zeitwertungen innerhalb der Saison wagt, solltet ihr dem umfangreichen Übungsmodus den bitter benötigten Pflichtbesuch abstatten...
Übung macht den Meister
Diese Überschrift trifft bei 'Richard Burns Rally' punktgenau den Nagel auf den Kopf. Kein anderes Spiel im Rennsimulations-Sektor verlangt euch mehr perfektes Handling der Boliden ab oder übertreibt so übermäßig in punkto Realismus.
Damit die Fahrprüfungen und Wertungsabschnitte während der Saison nicht im Fiasko enden, sollte jeder virtuelle Pilot die sogenannte Rallye-Schule absolvieren. Hier unterscheidet das Spiel in den Grundlagen des Fahrens und den fortgeschrittenen Techniken. Euch werden an Hand von Demovideos und gesprochener Erläuterung das Basiswissen vermittelt: so dürft ihr zu Beginn an Trainingseinheiten zu den Themen Beschleunigung, Bremspunkte, Unter- und Übersteuern teilnehmen.
Hier wird schon frühzeitig klar, dass sich spätere fehlerfreie Zeitprüfungen nur durch übertrieben frühes Anbremsen meistern lassen. Wird nämlich die Ideallinie nicht eingehalten und der korrekte Bremspunkt verpasst, ist ein Ausflug ins Grüne unvermeidlich. Zudem verhält sich der Rallyewagen ständig wie auf Eis, was selbst bei kleinsten Fahrfehlern zu zeitraubenden und demotivierenden Drehern und Kollisionen mit der Streckenvegetation führt. Richtig ernst wird es aber erst, wenn ihr euch an die Profitrainingsrunden wagt.
Hier taucht ihr ab in die Welt von Handbremsen-Drehungen, Bremsen mit Links, Powerslides oder dem Scandinavian-Flick. Auf den ersten Blick klingen diese Stichpunkte interessant, lassen sich auf den Kursen auf Grund von eben genannten Handling-Mängeln aber nur sehr schwer gewinnbringend umsetzen. Die Fahrphysik verzeiht euch nicht den simpelsten Fehler. Wo beispielsweise Anfänger in anderen Rallye-Simulationen wie 'Colin McRae Rally 04' einen guten Einstieg ins Gelände-Renngeschehen finden, versagen sogar Rallye-gestählte Veteranen am übertrieben harten Schwierigkeits- respektive Realismusgrad von 'Richard Burns Rally'.
Saison, Challenge oder Multiplayer
Nachdem ihr euch nun in der Rallye-Schule ausführlich mit den Techniken des Offroad-Fahrens vertraut gemacht habt, stehen mehrere Spielmodi zur Auswahl. Entscheidet ihr euch für eine Saison, spiegelt dieser Modus die ganze Palette eines authentischen Rennkalenders wieder. So könnt ihr euch zum Beispiel über Testfahrten auf anstehenden Etappen mit dem Gelände vertraut machen und das Setup eures Rennwagens individuell abstimmen, um anschließend die folgenden Prüfungsabschnitte zu meistern. Es lassen sich z.b. Reifen, Bremsen, Lenkgeschwindigkeit oder Federung genau auf die Strecke anpassen. Außerdem könnt ihr Reparaturen an verschiedenen Bauteilen wie u.a. Aufhängung, Stabilisatoren und der Karosserie vornehmen. Dazu steht euch ein bestimmtes Zeitlimit zur Verfügung, je nach Beschädigungsgrad und Aufwand der Reparatur wird euch Zeit abgezogen. Überschreitet ihr das Limit, wird euch Rallye-typisch eine Strafzeit aufgebrummt.
Nehmt ihr lieber an der sogenannten RBR-Challenge teil, wartet der namensgebende Meister höchstpersönlich auf euch. Auf freigespielten Strecken dürft ihr euch mit den Zeiten von Richard Burns messen. Zu empfehlen ist dieser Spielmodi allerdings nur hartgesottenen Rallye-Profis, die auch vor wiederholten Niederlagen nicht zurück schrecken.
Die Zeiten die euch der Brite vorgibt, sind oftmals auch bei perfekter Fahrweise nur schwer zu schlagen. Realismus sei Dank! Etwas weniger fordernd, dafür aber umso spaßiger, gestaltet sich die Mehrspieleroption. Hier dürfen bis zu vier Freunde gegeneinander antreten. Wahlweise auf einzelnen Etappen oder in einer kompletten Rallye. Als letzter Spielmodus wartet das traditionelle schnelle Rennen: hier könnt ihr wie im Multiplayer die Spieloptionen frei bestimmen und eurem fahrerischen Drang freien Lauf lassen.
Authentische Präsentation
Was die rein technische Seite von 'Richard Burns Rally' betrifft, steht der Ubisofttitel den Großen in nichts nach. Wie der Publisher selbst sagt, wurden die Aspekte des modernen Rallye-Fahrens präzise modelliert. Das lässt den Spieler das Gefühl einer echten Rallye erleben. Wie schon erwähnt sind die Fahrzeuge und Strecken lizenziert und detailliert umgesetzt. Das zeigt sich gerade bei der grafischen Darstellung der Wettbewerbe, die sich streng ans Original hält. Die optische Umsetzung der realen Strecken beweist Authentizität mit zahlreichen Schlaglöchern, Spurrillen, Steinen, Bäumen oder Schildern. Wechselnde Wetterbedingungen und ein realistischer Tageszyklus sorgen zudem für die echte Rallye-Atmosphäre. Selbstverständlich spielt auch bei 'Richard Burns Rally' ein deutlich sichtbares Schadensmodell eine entscheidende Rolle.
Mit beschädigten Einzelteilen fällt es spürbar schwerer, den Rallyewagen korrekt über die Strecke zu jagen und gute Zwischenzeiten zu erzielen. So passiert es schon mal, dass der Wagen nach einer Kollision mit einem Baum im Straßengraben feststeckt oder bei Berührung mit einem Stein aufschaukelt und sogar auf dem Dach landen kann.
In diesem Fall könnt ihr euch auf helfende Zuschauer und Streckenposten verlassen, die die Karre von einer netten Sequenz begleitet sprichwörtlich aus dem Dreck ziehen. Die Soundkulisse unterstreicht den realen Eindruck mit röhrenden Motoren, lauten Getriebegeräuschen und krachenden Fahranimationen zwar, bietet insgesamt aber nichts Neues, was man nicht schon bei anderen Rallye-Spielen gehört hätte.
Du bist Gladiator, der Held der Spiele im Kolosseum. Besiege Deine Gegner und erkämpfe Dir die Cance auf 10.000 €. zum Spiel...
Richard Burns Rally im Test.
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