SEGA GT 2002
Microsoft hat mittlerweile fast in jedem Genre absolute Spiele-Highlights und Klassiker. Einzig und allein im Rennspielbereich fehlt ein echter Gran Turismo-Konkurrent. Passend zum bevorstehenden Weihnachtsgeschäft liefert Sega ihr neues Racing-Game namens Sega GT 2002 aus. Ob es dabei an die Klasse eines GT3 von Sony Computer Entertainment herankommt, werden wir in diesem Bericht aufleuchten.
#b|Vom Mechaniker zum Champion!##
Grundsätzlich ist der Kern des Spiels das Arcade-Racing. Sega setzt jedoch erstmals auf einen richtigen Storymodus, der ziemlich viel Ähnlichkeit mit dem von Gran Turismo 3 hat. Im GT2002-Modus steht dem Spieler zu Beginn seiner Karriere 13.000 Kredits zur Verfügung, mit denen er zuerst einmal in den so genannten Car-Shop gehen muss, um dort sich sein erstes Auto aussuchen zu können. Einzelteile wie Sportfederungen, neue Reifen oder Motorteile findet der ambitionierte Rennfahrer im Parts-Shop, in dem er zusätzlich die Möglichkeit hat, im Gegensatz zu Gran Turismo 3, Gebrauchtteile zu kaufen.
Sobald der Spieler ein Auto gekauft hat, hat er die Wahl zwischen einem offiziellen Rennen und einem Event-Rennen, dem so genannten Wettkampf. Um immer schwerere, aber hiermit deutlich höher dotierte Meisterschaften fahren zu können, muss der Spieler Lizenzen erfahren. Um bei einem Lizenztest teilnehmen zu dürfen, muss man beim Beenden eines Rennens jeweils unter den ersten drei sein. Dabei überprüft der Lizenztest nicht nur die Rundenzeiten, sondern auch das fahrerische Geschick. Wenn der Fahrer zu radikal durch die Rennabschnitte rast, zeigt ein Parameter rechts am Bildschirmrand an, wie lange er noch fahren kann. Sobald die Anzeige auf Null steht, ist er gnadenlos durchgefallen.
Gib Gummi, Baby...
Mit insgesamt 125 lizenzierten Sportwagen, von Klassikern bis hin zu den abgefahrensten Zukunftsboliden, findet der Spieler sicherlich sein favorisiertes Vehikel. Nachdem ein offizielles Rennen beendet wurde und der Fahrer unter den ersten drei Plätzen landete, kommt er zum Preisbildschirm. Dort erhält er dann ein Preisgeld und ab und zu auch einen Sonderpreis, der dann ein neues Auto beinhaltet.
Neben dem sehr ausführlichen GT2002-Modus stehen dem Spieler zusätzlich noch sechs weitere Modi zur Verfügung. Zwei davon sind jedoch Speichern/Laden, sowie allgemeine Optionen unter denen man Controllerkonfigurationen, Soundeinstellungen oder auch Kalibrierungen vornehmen kann. Absolut spaßig ist der Chronik-Modus, den wir hier in diesem Bericht extra nochmals hervorheben möchten. In diesem Spielbereich hat der Verbraucher die Möglichkeit, mit einem Klassiker der 70er oder 80er gegen neuere Fahrmodelle anzutreten. In diesem Modus miteingebaut ist ein zuerst verwirrendes Bingo-Bildschirm-System. Doch nach einer genauen Untersuchung stellt sich raus, dass dieser Bingo-Tisch einfach zu verstehen ist. Jede einzelne Zelle der Tabelle stellt den jeweiligen Level des klassischen Fahrzeugmodells dar, das im Chronik-Modus anwählbar ist.
Fahrverhalten, Steuerung...
Das Fahrverhalten der einzelnen Boliden bemerkt der Spieler sofort und hat deshalb auch anfangs sehr viele Schwierigkeiten, mit der Steuerung und Handhabung seiner Höllenmaschine umzugehen. Doch schon nach wenigen Stunden fühlt man sich pudelwohl und hat keine weiteren Probleme mehr. Im Gegenteil, man möchte immer mehr Tuning tätigen, damit sein Vehikel noch schneller und impulsiver wird. Zur allgemeinen Steuerung gibt es nicht all zu viel zu berichten. Auf den Schultertasten schaltet man die Gänge hoch und runter, auf dem A-Button gibt der Spieler Gas und Bremsen sollte er am besten auf X oder per Handbremse auf dem B-Knopf. Empfehlenswert wäre auch ein richtig gut funktionierendes Lenkrad gewesen. Doch leider gibt es für Microsoft Xbox noch immer kein richtig gutes Peripheriegerät, das dem Standard solcher Spiele gerecht wird. Da lobt man sich das GT-Lenkrad für Sony PlayStation 2.
Schöne Grafik, aber GT3 bleibt Leader!
Wir haben natürlich auf die Grafik und die technische Umsetzung des Titels geachtet, da wir doch annahmen, dass die Power der Xbox Sega helfen wird, den Krösus von Sony in Sachen Grafik zu schlagen. Es hätte fast geklappt, aber am Ende siegt Gran Turismo 3 auf PS2 mit wenigen Pluspunkten Vorsprung. Da sich Sega GT2002 jedoch nicht verstecken muss, kann es somit in Sachen Grafik auf jeden Fall auftrumpfen. Eine geniale optische Darstellung der Boliden und deren Effekte (Schatten, Glanz, Spiegel, etc.) zeigt, dass neben Sony auch noch andere Hersteller sehr gute Race-Games mit hoher technischer Qualität entwickeln können. Auch die Strecken in den unterschiedlichsten Lagen wurden perfekt umgesetzt und vermitteln ein top Grafikbild. Ab und an ruckelt das Spiel und man hat den Anschein, als ob die Framerate hier und da einbrechen könnte. Slowdowns sind definitiv nicht zu sehen und auch lästige Treppeneffekte, die bei GT3 doch noch ab und an zu erkennen sind, gibt es nicht. Insgesamt gesehen, kann Sega GT2002 fast mit Gran Turismo 3 in Sachen Technik gleichziehen, wobei die detaillierte Darstellung der Boliden wieder einmal nicht ganz an Sonys Perle ranreicht. Soundtechnisch liegen beide Titel gleich auf und die Rennfans werden mit rockigen Tönen, quietschenden Autoreifen oder auch knurrenden Motoren entlohnt.
Fazit
Mit Sega GT2002 hat Microsoft eine absolute Alternative zu Gran Turismo auf Lager. Der Spieler wird sich sehr wohl fühlen und erlebt mit sage und schreibe 125 Boliden Action pur. Der Storymodus ist leicht abgekuckt und deshalb nicht wirklich erwähnenswert. Eine tolle Idee und ein absoluter Pluspunkt ist der Chronik-Modus, der einfach nur Spaß macht. Für unsere Multiplayer stellt Sega ebenfalls mit ihrem GT2002 eine sehr gute Variante dar. Zwar gibt es im Zwei-Spieler-Modus Abstriche, die jedoch nicht zu tragisch ins Gewicht der Bewertung fallen. Technisch wirkt der Titel qualitativ hochwertig und setzt in einigen Bereichen auch Maßstäbe. Alles in allem liefert Sega einen absoluten Rennspiel-Hit, der definitiv eine sehr gute Alternative zu Gran Turismo 3 darstellt!
Ist der Artikel hilfreich? Dann bookmarken Sie ihn bei:
Hilfe?