Gesamtwertung80%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegSehr gut |
BedienungGut |
In Sid Meier´s Pirates! genießt ihr von Anfang an alle Freiheiten des Piratenlebens. Zwar müsst ihr euch zu Beginn unter anderem für eine Nationalität entscheiden, diese spielt aber kaum eine Rolle, da ihr jederzeit jedes Schiff angreifen könnt, wie es euch beliebt. Bevor ihr dies jedoch tut, solltet ihr mehrere Häfen anlaufen, um eine Meute zwielichtiger Gesellen um euch zu scharen und in Erfahrung zu bringen, wer gerade gegen wen Krieg führt. Schaut auch bei einem Gouverneur einer jeden Nation vorbei, um von ihnen den Auftrag zur Vernichtung ihrer Gegner zu bekommen. Dabei stört es niemanden, wenn ihr für mehrere Länder gleichzeitig kämpft, allerdings macht ihr euch die Franzosen natürlich zum Feind, wenn ihr mehrere französische Schiffe versenkt, während euch Spanier und Engländer dafür mit Ruhm überhäufen werden. Das kann sich aber schnell wieder ändern, wenn ihr eine spanische Stadt erobert und dort einen Holländer als neuen Gouverneur einsetzt.
Im Mittelpunkt des Geschehens stehen natürlich die Seeschlachten: Kommt euch ein Schiff auf der Seekarte zu nahe, kann in den Angriffsmodus geschaltet werden. Im folgenden Kampf versucht ihr dann, die Windverhältnisse zu euren Gunsten zu nutzen und geschickt zu manövrieren, um dem Gegner eine volle Breitseite zu verpassen. Rammt ihr das andere Schiff und seid dabei in der Unterzahl, kommt es im Gegensatz zur PC-Version zunächst zu einem Quick Time-Event, bei dem ihr einige vorgegebene Tasten so schnell wie möglich drücken müsst. Anschließend folgt das Duell mit dem Kapitän. Leider sind diese Konfrontationen auf den niedrigeren Schwierigkeitsgraden kaum eine Herausforderung, wenn man erst einmal weiß, in welchem Moment man zustechen muss. Streicht euer Kontrahent dann endlich die Segel, können sich eure Männer ans Plündern machen. Anschließend wird das andere Schiff entweder versenkt oder in Schlepptau genommen, um es in der nächsten Werft entweder zu versilbern oder aber reparieren zu lassen, um es dann selbst für weitere Kaperfahrten zu benutzen. Dort könnt ihr dann auch verschiedene Upgrades wie Bronzekanonen, stärkeres Schwarzpulver oder bessere Segel kaufen.
Manchmal laufen nach einem Gefecht zudem Spezialisten zu euch über, die die Moral der Truppe heben oder dafür sorgen, dass die Kanonen schneller nachgeladen werden.
Neben aller Handlungsfreiheit bietet Sid Meier´s Pirates! auch noch eine Story, denn die mysteriösen Fremden in den Spelunken der verschiedenen Häfen verkaufen euch nicht nur seltene Gegenstände und Teile von Schatzkarten, sondern versorgen euch auch mit Informationen über den Aufenthaltsort von bestimmten Personen, die etwas über eure vor Jahren verschleppten Verwandten wissen. Sie aufzustöbern artet meist in eine Schnitzeljagd von Hafen zu Hafen aus, habt ihr sie aber endlich gefunden und im Duell besiegt, bekommt ihr einen Hinweis auf den Ort, an dem sich eure Schwester oder ein Onkel vermutlich befindet. Und obwohl das Navigieren auf der Seekarte sehr einfach ist, ist die Suche meiste eine echte Geduldsprobe, vor allem dann, wenn ihr von einem Ende der Welt zum anderen geschickt werdet. Eine Großzahl der erreichten Ziele kann aber wenigstens beim nächsten neuen Spiel übernommen werden, das gilt auch für das auf diese Weise freigeschaltete Bonusmaterial.
##li| Sid Meier's Pirates! (10 Bilder)
Grafisch ist Sid Meier´s Pirates! eine Enttäuschung. Einerseits ist es zwar völlig verständlich, dass man den Charme des alten Pirates! nicht mit unpassenden Spezialeffekten zerstören wollte, warum die Seegefechte oder die Fahrten auf der normalen Karte allerdings trotz der simplen Grafik ruckeln müssen, bleibt ein Rätsel. Die Minigames bieten dafür einige Abwechslung für das Auge, auf dem neuesten Stand der Technik sind aber auch sie nicht. Schlimmer noch ist die teilweise wabbelige Steuerung bei diesen Einlagen, auch der Sound kann nur wenig überzeugen. Aus Kostengründen hat man leider auf gesprochene Texte verzichtet und stattdessen Sprachsamples benutzt, die zwar anfangs ganz witzig anzuhören sind, mit der Zeit jedoch irgendwann nervig werden. Schade, denn die Zwischensequenzen zeigen, dass die Programmierer durchaus Sinn für Humor hatten, warum also hat man die ganze technische Präsentation des Spiels so vernachlässigt?
Wichtig: In der deutschen Version des Spiels gibt es offenbar einen tödlichen Bug, der verhindert, dass man die Beute aufteilen kann. Dies ist deshalb so schlimm, weil man früher oder später dazu gezwungen wird, da sonst die Männer meutern und einen auf der nächsten Insel aussetzen. Allerdings fehlt der Menüpunkt 'Beute aufteilen' nur in der deutschen Sprachversion, da die Pirates!-DVD multilingual ist, kann man zur Not die Xbox auf 'Englisch' umstellen und so die englische (und damit fehlerfreie) Version spielen. Besonders toll ist diese Option zwar auch nicht gerade, aber da unser Test ohnehin schon auf der englischen Version beruhte, haben wir darauf verzichtet, das Spiel wegen diesem Bug abzuwerten.
Sid Meier´s Pirates! im Test.
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