Spawn: Armageddon
Spawn?
Wer ist Spawn? Hauptcharakter Spawn ist mit der Faust-Figur des großen Goethe vergleichbar. Nach einem tragischen Pakt mit dem Teufel, kehrt der ermordete Al Simmons als Höllenbrut Spawn auf die Erde zurück. Dabei muss er jedoch feststellen, daß er vom Höllenfürsten um sein Leben betrogen wurde. Seine Frau ist mit jemand anderem verheiratet, als er wieder auf die Erde zurückkommt. Mit Gedächtnisschwund zieht er fortan als erstarkter und entstellter Held jenseits von Gut und Böse gegen korrupte und teuflische Machenschaften ins Feld.
Hit me!
Spawn: Armageddon präsentiert sich thematisch wie spielerisch als Action-Adventure, angesiedelt zwischen Titeln wie Devil May Cry und Sword Of Berserk. Mit schwerer Kette, obligatorischem Umhang und ansehnlichem ? sowie aufrüstbarem ? Waffenarsenal im Gepäck, zieht es unseren zweifelhaften Protagonisten in den Kampf gegen unbehagliche und monströse Gestalten. An Gewalt wird dabei natürlich nicht gegeizt, sind die schwefelgestaerkten Kontrahenten ? vom Dämonen bis zum Engel ist hier fast alles an religiös-mythologisch inspirierten Archetypen vorhanden - doch recht hart im Nehmen.Wichtigstes Utensil in Säuberung und Erkundung der weitläufigen Areale ist Spawns Anzug. Vom coolen Look ganz abgesehen, verleiht dieser Schutz, kann Ketten verschießen und den Helden über die Dächer der Stadt gleiten lassen. Das Aktions-Repertoire entspricht mit Möglichkeiten vom Enterhaken bis zum Wandsprung geläufigen Action-Adventure-Standards und erlaubt so problemlos knifflige Sprungpassagen zu meistern oder Gegner-Horden durch geschickte Comboattacken wieder nach Hause zu schicken.
Erstklassiges Design
Die düstere Atmosphäre des Titels wird besonders durch die ordentliche Optik untermauert. Zwar bewegen sich Texturen und Animationen auf nur durchschnittlichem Niveau, der Gesamteindruck ist dank der gut eingefangenen Endzeit-Stimmung und detaillierten Charaktere jedoch recht positiv. Das Comic-Original wurde charismatisch sehr gut in die dritte Dimension umgesetzt. Ihr riecht förmlich den Schwefel.Lediglich Probleme mit der drehbaren Kamera zehren hier und da an Übersicht und Spielspaß. Oft sind frustige Sprungpassagen blind zu meistern, da die Kamera sich in verwinkelten Gefilden nicht ordentlich platzieren lässt.
Weniger detailliert und interessant als die Charaktere sind viele der Handlungsorte. Zwar sind die insgesamt 23 Szenarien vielfältig und führen den Spieler von den dunkelsten Gassen New Yorks bis zu den lodernden Feuern der Hölle, die Ausarbeitung und Architektur ist jedoch oft etwas eintönig. Der Sound des Spiels wurzelt in kräftigen Metal-Riffs und realistischen Soundeffekten. Zwar ergänzen sich Akustik und Optik gut, herausragend ist der Klang jedoch nicht. Einzig der von Marilyn Manson beigesteuerte Titel-Song ?Use your Fist and not your Mouth? sticht aus dem sonst eher unscheinbaren Gedudel hervor.
Fazit
Spawn: Armageddon kombiniert herbe Action, eine gute Portion Plattform-Hüpferei und simple Rätsel in einem kaum revolutionären, aber nichtsdestotrotz kurzweiligen Spielerlebnis. Schade nur, dass die Abwechslung etwas auf der Strecke geblieben ist. Selten nutzt man wirklich die gesamte Bandbreite des Waffenarsenals und zu häufig verliert sich das einfache Combosystem in wahlloser Knopf-Drückerei. Fans der Comic-Vorlage fühlen sich dank Liebe zum Charakterdetail von Beginn an wohl, wenngleich tragische Verwicklungen und Dialoge ein wenig der actionorientierten Monsterhatz weichen mussten. Alles in Allem hat Namco mit dieser Umsetzung einen durchaus ordentlichen Titel abgeliefert, dem es lediglich an etwas Eigenständigkeit fehlt.
Ist der Artikel hilfreich? Dann bookmarken Sie ihn bei:
Hilfe?